Home
http://www.faz.net/-gtl-166qc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

3:1 gegen Barcelona Inter verhängt Strafraumverbot für Barças Stars

Überraschung in San Siro: Inter Mailand gerät gegen Titelverteidiger FC Barcelona zwar in Rückstand, dominiert das Champions-League-Halbfinale danach aber eindeutig und siegt verdient mit 3:1. Von Lionel Messi ist nichts zu sehen.

© AFP Dreierpack: Inter kann feiern - und Sneijder, Motta und Pandev (v.r.) tun das

Der hohe Favorit FC Barcelona steht vor dem K.o. im Champions-League-Halbfinale. Nach einer müden Vorstellung seiner Stars um Lionel Messi kassierte verlor der Titelverteidiger mit 1:3 beim italienischen Meister Inter Mailand und steht damit vor dem Rückspiel am 28. April im Estadio Nou Camp unter Druck. Damit endete der Mailand-Trip von Barca mit der beschwerlichen Busanreise in einer herben Enttäuschung. Im zweiten Halbfinale kämpfen am Mittwoch der deutsche Rekordmeister Bayern München und Olympique Lyon um den Einzug ins Finale in Madrid am 22. Mai.

Angeführt vom überragenden Diego Milito schaffte die Elf von Trainer Jose Mourinho vor 80.018 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion eine kleine Sensation. Dabei ließ sich Inter auch nicht vom frühen Rückstand durch Pedro (19.) aus der Bahn werfen. Wesley Sneijder (30.), Maicon (48.) und Milito (61.) sorgten mit ihren Toren für die Wende. Von einer Gala des Argentiniers Messi, wie jüngst beim 4:1 gegen Arsenal und zuvor gegen den VfB Stuttgart, war dagegen nichts zu sehen. Der Argentinier konnte sich nur selten in Szene setzen und fiel im ersten Durchgang nur durch eine Schwalbe auf.

Mehr zum Thema

Bereits am Sonntag waren die Barca-Stars wegen des Flugverbots in Mitteleuropa im Zuge des Vulkanausbruchs auf Island mit dem Bus nach Mailand aufgebrochen. Die Strapazen war den Katalanen aber zunächst nicht anzumerken. Der Weltpokalsieger war in einem temporeichen Spiel in der Anfangsphase auf Offensive eingestellt und wurde früh belohnt. Nach schwachem Abwehrverhalten der Gastgeber war Maxwell auf der linken Seite frei durch. Sein Pass fand Pedro, der aus 15 Metern zur Führung einschoss.

Einer wie keiner: Jose Mourinho kannte das Erfolgsrezept gegen Barcelona © REUTERS Vergrößern Einer wie keiner: Jose Mourinho kannte das Erfolgsrezept gegen Barcelona

Der Rückstand weckte Inter auf: Die Italiener setzten die unsichere Hintermannschaft der Spanier ein ums andere Mal unter Druck. Vergab Milito noch in der 27. Minute die große Chance zum Ausgleich, machte es Sneijder drei Minuten später besser. Nach Zuspiel von Milito traf der Niederländer zum Ausgleich. Inter knüpfte in der zweiten Halbzeit da an, wo es in den ersten 45 Minuten aufgehört hatte. Und prompt durften die Inter-Fans wieder jubeln.

Nach einem schnellen Konter bediente Milito den Brasilianer Maicon, der aus kurzer Entfernung zum 2:1 traf. Die Gäste reagierten mit wütenden Angriffen. Dabei rettete Inter-Keeper Julio Cesar die Gastgeber mit einer tollen Parade bei einem Kopfball von Sergio Busquets vor dem Ausgleich (54.). Doch es kam noch schlimmer für den Weltpokalsieger. Nach Flanke von Samuel Eto'o, der letztes Jahr noch das Trikot der Katalanen trug, missglückte zunächst Sneijder ein Kopfball, doch Milito stand goldrichtig und durfte in abseitsverdächtiger Position jubeln.

Wenn es in einer Woche zum Rückspiel im Estadio Camp Nou kommt, ist Barca-Kapitän Carles Puyol nicht dabei. Der Innenverteidiger sah die dritte Gelbe Karte. Die Partie in Barcelona ist bereits das vierte Duell der beiden Teams in dieser Saison. Schon in der Gruppenphase hatten sich die Wege der Titelträger aus Italien und Spanien gekreuzt. Das Duell in Mailand endete torlos, in Barcelona gewannen die Gastgeber 2:0.

Fußball-Champions League
Halbfinale, Hinspiel: Inter Mailand - FC Barcelona 3:1 (1:1)

Inter Mailand: Júlio César - Maicon (73. Chivu), Lucio, Samuel, Zanetti - Thiago Motta, Cambiasso, Pandev (56. Stankovic) - Sneijder - Milito (75. Balotelli), Eto'o
FC Barcelona: Valdés - Daniel Alves, Piqué, Puyol, Maxwell - Busquets - Xavi, Keita - Messi, Pedro Rodriguez - Ibrahimovic (63. Abidal)
Schiedsrichter: Benquerença (Portugal)
Zuschauer: 80.018
Tore: 0:1 Pedro Rodriguez (19.), 1:1 Sneijder (30.), 2:1 Maicon (48.), 3:1 Milito (61.)
Gelbe Karten: Eto'o, Stankovic / Busquets, Daniel Alves, Keita, Piqué, Puyol

Quelle: FAZ.NET mit sid

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wahl in Monaco Celia Sasic ist Europas Fußballerin des Jahres

Die zurückgetretene Celia Sasic ist Europas Fußball-Königin. Die ehemalige Torjägerin vom Champions-League-Sieger Frankfurt setzt eine deutsche Tradition fort. Bei den Männern gewinnt ein Spieler aus Barcelona. Mehr

27.08.2015, 18:58 Uhr | Sport
Wahl in Monaco Messi ist Europas Fußballer des Jahres

Die Uefa kürte am Donnerstag in Monaco Lionel Messi zu Europas Fußballer des Jahres. Der Argentinier freute sich über die Auszeichnung. Messi hatte zuvor mit seinem Team, dem FC Barcelona, das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League geholt. Mehr

28.08.2015, 12:32 Uhr | Sport
Spanischer Fußball FC Barcelona verpasst Titel-Sextett

Nach dem 0:4-Debakel im Hinspiel kommt der Champions-League-Sieger im Rückspiel um den spanischen Supercup gegen Athletic Bilbao über ein 1:1 nicht hinaus. Mehr

18.08.2015, 08:18 Uhr | Sport
6:1 im Viertelfinale Bayern siegt souverän gegen Porto

Mit einem Sieg im Rückspiel beim FC Porto hat sich der FC Bayern München für das Halbfinale der Champions League qualifiziert. Die Münchner gewannen 6:1, neben den Bayern hat sich bereits der FC Barcelona für das Halbfinale qualifiziert. Mehr

22.04.2015, 17:15 Uhr | Sport
Start der Priméra Division Barca ohne Abwehr, Real ohne System

Peinliche Pleiten, missmutige Stimmung: Vor dem Start der spanischen Liga sind die beiden mächtigsten Klubs noch in der Findungsphase. Ein anderer Verein hat dagegen mächtig aufgerüstet. Mehr Von Paul Ingendaay, Madrid

22.08.2015, 14:38 Uhr | Sport

Veröffentlicht: 20.04.2010, 23:04 Uhr

Das Fressen und die Moral

Von Christoph Becker

Drei Tonnen Essen, die ein Caterer für das BMW-Team zum DTM-Rennen nach Russland bringen sollte, werden vernichtet. Weil Wladimir Putin es so will. Was für eine Verachtung gegenüber dem Leben. Mehr 54 29