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3:1 beim FC Arsenal Gute Ausgangsposition für die Bayern

 ·  Die Bayern gehen in London einen großen Schritt Richtung Wembley: Nach dem 3:1-Sieg bei Arsenal ist das Erreichen des Viertelfinales in der Champions League kaum noch gefährdet. Eine weitere Reise in den Endspielort rückt näher.

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© AFP Vergrößern Schöne Londoner Zuschauerkulisse: Es müllert für die Münchner

Die erste Halbzeit gehörte den Bayern, die zweiten lange einem Ex-Bayern. 45 Minuten lang hat es am Dienstag in London so ausgesehen, als könne der deutsche Rekordmeister und Tabellenführer sein Schaulaufen in der Bundesliga auch in der Champions League fortsetzen, doch dann wurde es noch ein hartes Stück Arbeit, ehe Mandzukic mit einem kuriosen Treffer zum 3:1-Endstand den Abend endgültig zu einem Münchner Erfolg machte - und zu einem Arbeitsertrag, der im Rückspiel in drei Wochen wohl kaum noch verspielt werden kann.

Die Bayern hatten das Spiel lange Zeit im Griff durch die frühen Tore von Kroos mit einer herrlichen Direktabnahme nach Vorlage von Müller (7. Minute) und von Müller mit einem Nachschuss aus kurzer Entfernung, nachdem bei einer Ecke ein Kopfball von van Buyten zu kurz abgewehrt worden war (21.). Doch der Anschlusstreffer des früheren Münchners Podolski nach einer Ecke und einem groben Fehler von Torwart Neuer (55.) führte zu einem heftigen Anrennen der Engländer.

Nur in den ersten Minuten schienen die Bayern noch etwas unaufmerksam, zumindest auf ihrer linken Abwehrseite. Zweimal kam Arsenal dort über den Flügel frei bis zur Grundlinie, doch dann fanden weder Cazorla noch Walcott einen Mitspieler. Der dritte Versuch von rechts war dann doch erfolgreich, allerdings vor dem anderen Tor. Thomas Müller schlug ein halbhohes Zuspiel in den Rücken der Arsenal-Abwehr zurück an die Strafraumgrenze - einen Ball, der nicht nur wegen der Flughöhe schwierig zu verarbeiten war, sondern weil er unterwegs zweimal aufsetzte. Doch Kroos zeigte sich der anspruchsvollen Aufgabe mit seiner großartigen Schusstechnik vollauf gewachsen und jagte seine Direktabnahme als scharfen Aufsetzer unhaltbar für Torwart Szczesny zum 0:1 ins Netz.

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© AFP Vergrößern Als könne er sein frühes Glück selbst nicht glauben: Toni Kroos nach dem Führungstor

Münchner Freistoß-Gelegenheiten blieben danach an der Mauer hängen, doch bei einer anderen Standard-Übung erwiesen die Bayern sich als zielstrebiger. Eine Ecke von Kroos erwischte der lange van Buyten mit einem wuchtigen Stirnstoß, den Szczesny zwar erreichen, aber nicht entschärfen konnte. Der aufmerksame Müller nutzte den Abpraller aus kurzer Entfernung zum 0:2.

Heynckes, der bayrische Schneekönig

Jupp Heynckes, der Spekulationen über eine mögliche Fortsetzung seiner Karriere bei Schalke 04 dementiert und erklärt hatte, er werde sich erst nach Saisonende, „höchstwahrscheinlich erst im August auf meinem Bauernhof“, zu seiner Zukunft äußern, freute sich nach dem 0:2 an der Seitenlinie wie ein Schneekönig über diese offenbar einstudierte Eckball-Variante. Sein Kollege Arsène Wenger, nach fast acht Jahren ohne Titelgewinn vor dem Spiel von den eigenen Fans attackiert wie noch nie in seiner bald 17-jährigen Amtszeit, bot dagegen ein Bild des Jammers und ließ ratlos die Arme sinken.

Seinen Spielern fiel auch nichts Besseres ein. Statt Spielkunst waren zunächst nur Frust-Fouls im Angebot. Schon nach 25 Minuten waren Vermaelen, Sagna und Arteta verwarnt. Und wenn sie doch einmal in den Bayern-Strafraum kamen, wie nach einem Freistoß in der 34. Minute, dann zeigten sich die Münchner defensiv kollektiv hellwach - Kroos schlug dem zum Nachschuss ansetzenden Mertesacker den Ball vom Fuß. So geriet das Tor von Neuer in der ersten Halbzeit nie ernsthaft in Gefahr - während im Gegenteil kurz vor der Pause fast das 0:3 gefallen wäre. Mandzukic setzte einen technisch hochwertigen Kopfball aus zwölf Metern knapp neben den Pfosten.

Der rudernde Podolski und der zaudernde Neuer

Lukas Podolski versuchte es zu Beginn der zweiten Halbzeit mit etwas mehr Biss und Einsatz. Mit rudernden Armen forderte er seine Mitspieler auf, etwas mehr Leidenschaft in den Zweikampf zu legen. Und so erkämpfte sich Arsenal eine zwar unberechtigte, aber folgenreiche Ecke. Torwart Neuer stürmte heraus an den Rand des Fünfmeterraums, das deutliche Signal, dass er die Hereingabe abfangen wollte, so hielten sich die Abwehrspieler zurück - doch Neuer zauderte, packte nicht zu, einen Meter vor seinen Füßen sprang der Ball auf, und Podolski konnte ihn mitten in das vom Torwart verlassene Tor köpfen. Es war das erste Gegentor der Bayern seit über zwei Monaten.

Es zeigte Wirkung. Arsenal biss sich nun in die Partie, und die Bayern kamen fast nur noch mit Weitschüssen in Tornähe. Der wie aufgedrehte Podolski spielte zwei Mann aus und traf mit seinem schwächeren rechten Fuß fast zum 2:2, doch Alaba schlug den Ball vor der Torlinie weg (72.). Kurz darauf hatte der eingewechselte Giroud den Ausgleich aus dem Fuß, schoss aber aus kurzer Distanz mit großer Wucht genau auf Neuer.

Der erste wirklich zwingende Angriff der Bayern nahm Arsenal dann aber den Wind aus den Segeln. Der für Ribéry gekommene Robben spielte Lahm rechts frei, und dessen flache Hereingabe auf Mandzukic wurde beim Pressschlag mit einem Abwehrspieler zu einem Bogenball, der ins Tor trudelte.

FC Arsenal - Bayern München 1:3 (0:2)


FC Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen - Wilshere, Arteta - Ramsey (71. Rosicky), Santi Cazorla, Podolski (72. Giroud) - Walcott
Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos (73. Luiz Gustavo), Ribéry (63. Robben) - Mandzukic (78. Gomez)
Schiedsrichter: Moen (Norwegen)
Zuschauer: 59.974
Tore: 0:1 Kroos (7.), 0:2 Müller (21.), 1:2 Podolski (55.), 1:3 Mandzukic (77.)
Gelbe Karten: Arteta, Podolski, Ramsey, Sagna, Vermaelen / Lahm, Müller, Schweinsteiger

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