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3:0 in Kasachstan Deutsche Spazierfahrt mit Handbremse

Beim lockeren 3:0 in Kasachstan wird die deutsche Nationalelf nur selten gefordert. Schweinsteiger, Müller und Götze treffen in der WM-Qualifikation. Nur für Draxler läuft die Partie wenig erfreulich.

© dapd Vergrößern Freudige Zusammenkunft: Die Deutschen siegen in Kasachstan

Die deutsche Fußball-Nationalelf kann auch Handball. Gegen eine Mannschaft aus Kasachstan, die sich in der ersten Halbzeit um den Strafraum scharte wie ein Handballteam um den eigenen Kreis, gewann die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes das WM-Qualifikationsspiel in Astana mit 3:0 - was Bundestrainer Joachim Löw so kommentierte: „Es war Pflicht, hier zu gewinnen. Zur Pause war das Spiel schon entschieden, in der zweiten Halbzeit haben wir das Tempo rausgenommen und nicht mehr so konsequent gespielt.“ Und er fügte an: „Es war nicht immer einfach, Räume zu finden.“

Weil er diesen Spielverlauf hatte kommen sehen, ließ er in der Vorbereitung eine Übungseinheit sogar Handball spielen, damit sich seine Profis an die Laufwege gewöhnen konnten. Das mag zum Erfolg beigetragen haben, aber ohne die hohen spielerischen Fähigkeiten und die Ballfertigkeit der deutschen Offensivkräfte wäre es nicht gegangen. Allen voran Mesut Özil, der wie ein Magnet den Ball an sich zog, und Mario Götze, der als vorderster Mittelfeldspieler die Zuspiele in die Spitze verwertete.

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Löw war die Entscheidung abgenommen worden, mit Stoßstürmer Gomez oder ohne echte Spitze spielen zu lassen. Der Bayern-Stürmer zog sich im Abschlusstraining eine leichte Oberschenkelzerrung zu. Am Dienstag, wenn die Begegnung mit Kasachstan in Nürnberg das zweite Mal stattfindet (20.45 Uhr / Live im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET), könnte Gomez bei normalem Heilungsverlauf wieder mittun.

Nötig erscheint dies nicht nach den Ereignissen von Astana. Die Offensive erspielte sich viele gute Torchancen, von denen Schweinsteiger (20. Minute) und Götze (22.) früh zwei nutzten und für klare Verhältnisse sorgten. In der zweiten Halbzeit erhöhte Müller (74.) auf 3:0.

Kazakhstan ? Germany Auf und davon: Mario Götze durfte als Mittelfeldspieler den Stürmer geben © dapd Bilderstrecke 

Sorgen bereitet allerdings ein Phänomen, das noch eklatanter beim 4:4 gegen Schweden zu erleben war. Sogar gegen biedere Kasachen verlor die deutsche Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit den Faden und schließlich sogar jegliche Souveränität. Die deutsche Defensive bettelte in dieser Phase geradezu um einen Gegentreffer. Erst das dritte Tor durch Müller beendete den Spuk.

„Drei Punkte bleiben hängen, und das war‘s eigentlich“, sagte Müller. „Wir haben die erste Halbzeit ganz gut gespielt, in der zweiten aber ein paar Nachlässigkeiten dringehabt. Ansonsten kann man das Ding hier abhaken und zufrieden nach Hause fahren.“

Das Stadion wird auf 12 Grad aufgeheizt

Zeitverschiebung, Kunstrasen, ein mit Herzblut kämpfender Gegner: Alle Widrigkeiten schienen die deutschen Spieler zunächst nicht im geringsten zu stören. Jetlag und die späte lokale Anstoßzeit um Mitternacht stellten kein Problem dar, da die deutsche Reisegruppe während ihres 33-Stunden-Trips nach Kasachstan einfach nach deutscher Zeit weiterlebte. „Wir stellen die Uhr gar nicht um“, hatte Löw angekündigt.

Der Kunstrasenplatz im überdachten Stadion von Astana erwies sich alles in allem als gut bespielbar, wenngleich er etwas stumpf wirkte. Aber wer wollte sich angesichts der Alternative beklagen? Außerhalb des auf etwa 12 Grad beheizten Stadions herrschten Minusgrade.

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