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2:4 bei Manchester United Leverkusen macht zu viele Fehler

 ·  Der englische Meister ist zu stark. Leverkusen verliert zum Auftakt der Königsklasse 2:4 bei Manchester United. Rooney gelingt ein Doppelpack - und die Fehlleistung des Tages.

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© AFP Vergrößern Mit dem modernen Turban ist Rooney nicht aufzuhalten

Champions-League-Spiele in England bleiben für Bayer Leverkusen eine unerfreuliche Angelegenheit. Zum Auftakt der Kampagne 2013/14 verlor die Werkself bei Manchester United 2:4. Es war die siebte Niederlage im neunten Spiel, zweimal reichte es zu einem Remis. Am Engagement und am Willen lag es nicht, dass die Fußballmannschaft von Trainer Hyypiä am Dienstag unterlag, es fehlte an Klasse, Ruhe und Übersicht.

Manchester profitierte von vielen Leverkusener Fehlern und der individuellen Klasse ihrer Stürmer Wayne Rooney und Robin van Persie. Der Engländer traf zum 1:0 und 3:1, der Niederländer hatte nach dem Ausgleichstreffer von Rolfes das 2:1 erzielt. Valencia erhöhte auf 4:1, Toprak verkürzte in der Schlussphase noch auf 2:4.

Überraschenderweise gerieten die Leverkusener zu Beginn kaum unter Druck. Das lag einerseits an einer gewissen Einfallslosigkeit der Profis aus Manchester, andererseits an der Aggressivität der Werkself. Die Innenverteidiger Spahic und Toprak brachten immer wieder eine Fußspitze an den Ball, bevor dieser van Persie oder Rooney erreichte, und auch die Außenverteidiger Donati und Boenisch hielten ihre Seiten dicht.

Doch die vielen kleinen Erfolgserlebnisse in der Verteidigungsarbeit führten zu keiner Sicherheit im Bayer-Spiel. Noch schneller als die Leverkusener den Ball eroberten, verloren sie ihn wieder. Dass Castro wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel nicht mit nach England reisen konnte, und der angeschlagene Lars Bender zunächst nur auf der Bank saß, wirkte sich negativ aus.

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© dpa Vergrößern Der Stürmer ist so frei, Leverkusen in Rückstand zu bringen

Die beiden ballsicheren Mittelfeldspieler wurden schmerzlich vermisst, weil Neuzugang Emre Cahn ebenso wie Routinier Rolfes nicht genug Handlungsschnelligkeit entwickelte, um den Ball gegen die aggressiven Engländer in den eigenen Reihen zu halten. Und dass Heung-Min Son in seinem ersten Champions-League-Spiel offensichtlich von der Größe des Augenblicks beeindruckt war, wirkte sich auch nicht förderlich auf die Leverkusener Aktionen aus.

Die Klasse von United zeigte sich in der 22. Minute. Als die Leverkusener Abwehr das erste Mal den Überblick verlor, nutzte das Manchester sofort zum Führungstreffer aus. Eine Flanke von Evra verwandelte Rooney volley zum 1:0. So schön das Tor war, es hätte nicht zählen dürfen. Denn als der Ball über die Torlinie flog und sich Bayer-Torwart Leno vergeblich nach ihm streckte, wurde er von Valencia behindert.

Nach dem Rückstand hat Bayer die beste Phase

Der Stürmer von United stand nicht nur abseits, er berührte Leno sogar. Wieder einmal wurde das Konzept des Uefa-Präsidenten Platini, auf Torrichter zu setzen, um für mehr Gerechtigkeit in den europäischen Strafräumen zu sorgen, ad absurdum geführt. Platini mag keine technischen Lösungen, der menschlichen Wahrnehmung allerdings kann er auch nicht trauen.

Unmittelbar nach dem Rückstand hatte Bayer seine beste Phase in der ersten Halbzeit. Manchester hoffte auf Konter, doch Leverkusen tat ihnen diesen Gefallen nicht. Die vorübergehende Leverkusener Scheinüberlegenheit führte zu einigen netten Szenen in der Offensive und etwas Entlastung in der Defensive, aber nicht zu handfesten Torchancen.

Interaktiv: Das Champions-League-Quartett

Die erarbeitete sich Manchester in der Schlussphase der ersten Halbzeit. Rooney verfehlte aber ebenso knapp das Ziel wie Kagawa. Die zweite Halbzeit begann mit etwas Neuem, einem Leverkusener Torschuss, der eine Reaktion des gegnerischen Torwarts erforderlich machte. De Gea hatte mit Sams Versuch jedoch keine Mühe.

Wenig später wurde es skurril in Old Trafford: Erst rutschte der Leverkusener Toprak im eigenen Strafraum aus, dann verschleuderte Rooney das Geschenk und schoss am leeren Tor vorbei. Als Rolfes in der 54. Minute überraschend das Leverkusener Ausgleichstor gelang, schien sich das Spielglück gewendet zu haben.

Als Rooney wieder trifft, ist das Spiel entschieden

Doch schon fünf Minuten später sorgte van Persie wieder für die gewohnten Verhältnisse. Eine Flanke von Valencia verwandelte der niederländische Nationalstürmer volley zum 2:1. Als Rooney in der 69. Minute das 3:1 erzielte, nachdem sich die Leverkusener Toprak und Spahic gegenseitig im Wege waren, war das Spiel entschieden.

Manchester United - Bayer Leverkusen 4:2 (1:0)

Manchester United: de Gea - Smalling, Ferdinand, Vidic, Evra - Valencia, Kagawa (71. Young), Carrick, Fellaini (80. Cleverley) - van Persie, Rooney (84. Hernández)
Bayer Leverkusen: Leno - Donati, Spahic, Toprak, Boenisch - Reinartz, Can - Rolfes, Sam (78. Kruse) - Son (64. Bender), Kießling (78. Derdiyok)
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 75.811 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Rooney (22.), 1:1 Rolfes (54.), 2:1 van Persie (59.), 3:1 Rooney (70.), 4:1 Valencia (79.), 4:2 Toprak (88.)
Gelbe Karten: van Persie / Reinartz, Son

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