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2:3 gegen Marseille Es reicht nicht fürs Borussia-Wunder

Erst spielt der BVB wie aufgedreht, dann lässt Olympique die Luft aus der gelb-schwarzen Europapokal-Spekulation. Die internationale Saison endet für den Deutschen Meister enttäuschend früh.

Vor dem Gruppenfinale in der Champions League war in Dortmund viel gerechnet und geredet worden - so viele Konstellationen, wie die höhere Mathematik des Fußballs hergab. Am Ende aber war alles ganz einfach. Nach dem 2:3 gegen Olympique Marseille stand fest: Borussia Dortmund belegt in der Gruppe F den letzten Tabellenplatz und scheidet aus. Die Franzosen dagegen sicherten sich im Endspurt der Partie den zweiten Platz und damit den Einzug ins Achtelfinale.

Jakub Blaszczykowski (23. Minute) und Mats Hummels (32.) hatten den BVB zunächst klar in Führung gebracht. Doch Loic Remy (45.), Andre Ayew (85.) und Mathieu Valbuena drehten das anfangs einseitige Spiel noch. Als Letzter der Gruppe F ist Dortmund nicht nur aus der Königsklasse ausgeschieden, sondern verpasste auch die Qualifikation für die Runde der letzten 32 Mannschaften in der Europa League.

Die Chance, das Achtelfinale in der Königsklasse zu erreichen, war von vornherein gering gewesen, auch den Augen derer, die in solcher Lage von Berufs wegen eine gewisse Zuversicht ausstrahlen müssen. „Wir müssen die drei Prozent Hoffnung wahren, die wir noch haben“, hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Anpfiff gesagt. Dazu wäre ein hoher Sieg des BVB (je nach Ausgang des anderen Spiels mit vier oder fünf Toren Unterschied) nötig gewesen und dazu Hilfe von Arsenal London in Piräus).

Und am Ende feiert Marseille Und am Ende feiert Marseille © dapd Bilderstrecke 

Die von Watzke erwähnte Drei-Prozent-Hürde war hoch. Vor diesem letzten Gruppenspieltag in der Champions League stand für Dortmund erst ein mickriger Sieg zu Buche (1:0 daheim gegen Piräus). Ein Schützenfest stand also nicht zu erwarten. In der Bundesliga allerdings waren der Borussia schon einige Erfolge mit vier Toren gelungen. Stadionsprecher Norbert Dickel, ohnehin kein leiser Vertreter seiner Berufsgruppe, stimmte die Dortmunder Fans unter den 68.000 Zuschauern ein, als ginge es darum, ein großes Finale zu gewinnen.

Auf dem Rasen zeigten sich die Borussen von Beginn an zielstrebig. Trainer Jürgen Klopp hatte die beiden Torjäger Lucas Barrios und Robert Lewandowski gemeinsam aufgeboten. Barrios spielte in der Spitze, Lewandowski auf der zentralen offensiven Mittelfeldposition dahinter. Bei allem Eifer achteten die die Dortmunder aber auch darauf, vor lauter Sturm und Drang nicht die Ordnung zu verlieren. So dauerte es eine Weile, bis es gefährlich wurde vor dem Tor der Franzosen.

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Der erste Warnschuss von Mario Götze aus günstiger Position war noch eine leichte Beute für Torhüter Steve Mandanda. Der doch der zweite Abschluss führte zum 1:0 für die Heimelf. Blaszczykowski vollendete, was Kehl (mit Kopf und Köpfchen) und Lewandowski gemeinsam vorbereitet hatten. Nach seinem Treffer rannte der Torschütze wie wild auf seinen Trainer zu und sprang Klopp in die Arme.

Der Trainer hatte dem oft kritisierten, zuweitweise unzufriedenen Flügelspieler den Vorzug vor Kevin Großkreutz gegeben. Das Tor verlieh den Dortmunder Angriffen noch mehr Schwung. Nach einer knappen halben Stunde traf Barrios das Außennetz. Mehr als diese vergebene Chance schmerzte den BVB aber ein (folgen-)schwerer Zusammenstoß im Strafraum zwischen Kehl und Mbia eine Minute später. Der Dortmunder Kapitän wurde dabei so heftig im Gesicht getroffen, dass er vom Platz getragen werden musste. Den Strafstoß nutzte Verteidiger Hummels souverän zum zweiten Tor.

Für Kehl kam Antonio da Silva ins Spiel, die letzte verfügbare Fachkraft für das defensive Mittelfeld. Sven Bender und Moritz Leitner fehlten von vornherein wegen Verletzungen.

Nach der Pause spielt Dortmund ohne Offensivdrang

In der vierten Minute der Nachspielzeit erhielten die Hoffnungen des Bundesliga-Zweiten einen weiteren Dämpfer, Remy wagte als erster Olympique-Spieler an diesem Abend einen Schuss aufs Tor - und erzielte mit dem Kopf prompt den Anschlusstreffer für die Franzosen. Zur Pause fehlten dem BVB noch drei Tore, um wenigstens den dritten Platz und damit die Teilnahme an der Europa League zu sichern.

Die ohnehin geringe Chance, in der Champions League zu bleiben, ging inzwischen gegen null, da Piräus gegen Arsenal in Führung lag. Mit Beginn der zweiten Hälfte wechselte Klopp den angeschlagenen Mittelfeldspieler Mario Götze gegen Ivan Perisic aus. Götze hatte in der 40. Minute die Chance verpasst, den Vorsprung nochmals auszubauen.

Der Druck der Dortmunder ließ nach dem Seitenwechsel nach. Sie beherrschten Marseille nicht mehr so wie vor dem Gegentor, sondern ließen jegliche Durchschlagskraft vermissen. Auf der anderen Seite zeigten zwei späte Gegentore dem deutschen Meister abermals seine internationalen Grenzen auf.

Borussia Dortmund - Olympique Marseille 2:3 (2:1)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Löwe - Gündogan, Kehl (32. da Silva) - Blaszczykowski, Lewandowski, Götze (46. Perisic) - Barrios (63. Kagawa)
Olympique Marseille: Mandanda - Azpilicueta, N’Koulou, Diawara, Traoré - Mbia (46. Cheyrou), Diarra - Amalfitano, Lucho González (67. Jordan Ayew), André Ayew - Rémy (73. Valbuena)
Schiedsrichter: Webb (England)
Zuschauer: 68.000
Tore: 1:0 Blaszczykowski (23.), 2:0 Hummels (32./Foulelfmeter), 2:1 Rémy (45.+4), 2:2 André Ayew (85.), 2:3 Valbuena (87.)
Gelbe Karten: Felipe Santana / Amalfitano, André Ayew, Diarra, Mbia, Valbuena

Quelle: FAZ.NET

 
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