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2:3 gegen Manchester City : Auch Guardiola-Bayern sind schlagbar

Aufgabe für Guardiola: Warum verloren die Bayern gegen Manchester City? Bild: AFP

Wer kann diese Bayern schlagen? Sie selbst können es. Die Siegesserie in der Champions League reißt beim 2:3 gegen Manchester City. Knapp verteidigen die erstaunlich konzeptlosen Münchner aber Platz eins.

          Die Frage bewegte Fußball-Deutschland: Wer kann diese Bayern schlagen? Am Dienstag haben sie die Antwort gegeben: Sie selbst können es. Im letzten Gruppenspiel der Champions-League-Vorrunde verschenkte der Titelverteidiger eine frühe 2:0-Führung durch Tore von Thomas Müller (5. Minute) und Mario Götze (11.), beide aus knapper Abseitsposition, und unterlag nach Gegentreffern von David Silva (28.), Aleksandar Kolarow (59./Elfmeter) und James Milner (62.) 2:3.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Ein Tor mehr, und die bei ihrer 1:3-Heimniederlage im Oktober völlig chancenlosen Engländer hätten den ungewohnt konzeptlosen Bayern sogar noch den sicher geglaubten Gruppensieg abgejagt. Die Münchner retteten Platz eins ins Ziel, was im Achtelfinale ein Los gegen andere Gruppensieger ausschließt und Heimrecht im Rückspiel bedeutet.

          Fans und Experten hatten das Team nach der 7:0-Gala in Bremen in höchsten Tönen gefeiert, und was tat Pep Guardiola? Er kritisierte seine Spieler vor dem City-Spiel öffentlich so heftig wie noch nie seit Beginn seiner Tätigkeit im Juli. Dabei schimpfte der Bayern-Trainer nicht über die Leistungen im letzten Spiel, nur die im letzten Training, genau genommen nicht mal das: nur über die erste Viertelstunde.

          „Wir haben um 11 Uhr trainiert, aber erst ab 11.15 Uhr war das Training sehr gut“, so Guardiola einen Tag vor dem City-Spiel. „Wenn wir morgen so spielen, wie wir heute in den ersten Minuten trainiert haben, werden wir verlieren“, sagte der Katalane. „Ich hoffe, die Spieler verstehen das für morgen“.

          Ungewohntes Bild: In München jubeln die Gäste von Manchester City Bilderstrecke
          Ungewohntes Bild: In München jubeln die Gäste von Manchester City :

          Und wie sie verstanden. Die erste Viertelstunde war noch nicht vorbei, da schien die Partie schon entschieden und Guardiola („Ich erwarte ein knappes Spiel“) widerlegt. Müller, vom rechten Flügel nach innen gestartet, nahm einen der für die Bayern typischen langen Diagonalpässe aus der hintersten Linie mit der Brust an und ließ Torwart Joe Hart keine Chance – worauf die Bayern gleich zwei Jubeltrauben bildeten, eine um den Torschützen und eine um Verteidiger Dante, der das brillante Zuspiel über vierzig Meter geliefert hatte.

          Und nachdem ein Ball von Franck Ribéry aus kurzer Entfernung von Hart an den Pfosten und von dort ins Aus gesprungen war, bekamen die überforderten Engländer den daraus resultierenden Eckball nicht aus ihrem Strafraum weg – so dass Götze den Abpraller aus sieben Metern zum 2:0 ins Tor schieben konnte.

          Doch es war, als hätten die Bayern ihren Trainer falsch verstanden – sie wirbelten in der ersten Viertelstunde, dann aber nicht mehr. Zeitweise schien es zwar, als wollten sie den ganzen Musterkoffer gekonnten Offensivfußballs ausbreiten, vor allem in Person des Haken schlagenden Ribéry – beflügelt von der Nachricht, dass er neben Ronaldo und Messi zu den drei Stars gehört, von denen am 13. Januar in Zürich einer zum „Weltfußballer des Jahres“ erkoren wird.

          Doch es fehlte zunehmend die Effizienz und Konsequenz. Und defensiv agierte der Titelverteidiger sehr sorglos. So kassierte er nach Flanke von Jesus Navas und Kopfballvorlage von Milner das 2:1 durch einen Kopfball des kleinen, aber völlig freien Silva.Götze und Müller vergaben kurz vor der Pause Chancen zum 3:1, und das rächte sich nach dem Wechsel. Zuerst ging Dante einen Hauch zu energisch gegen Milner vor, der hinfiel und einen Elfmeter bekam, den Kolarow verwandelte.

          Und dann schlug Jerome Boateng über den Ball, was Milner freie Bahn zu einem gekonnten Drehschuss ins Eck gab. Der eingewechselte Álvaro Negredo hatte sogar die Chance zum 2:4, er scheiterte an Torwart Manuel Neuer, während die Bayern vergeblich auf den Ausgleich drängten und Ribéry vergeblich einen Elfmeter forderte.

          Ausgerechnet eine Mannschaft, die zwei Monate zuvor beim 1:3 im eigenen Stadion völlig chancenlos gegen die Spielkunst der brillanten Münchner war, hat nun den Beweis erbracht: Auch die Guardiola-Bayern sind schlagbar. „Es ist nie gut, ein Spiel zu verlieren. Aber vielleicht brauchen dieser Verein, der Trainer und die Mannschaft eine Niederlage, um zu wissen, wie schwierig es ist, ein Spiel zu gewinnen“, sagte der Trainer.

          Bayern München - Manchester City 2:3 (2:1)

          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Thiago - Müller, Götze (55. Javi Martínez), Kroos, Ribéry - Mandzukic (68. Shaqiri)
          Manchester City: Hart - Richards (16. Zabaleta), Demichelis, Lescott, Kolarov - Jesús Navas, Javi García, Fernandinho, Milner - David Silva (73. Negredo) - Dzeko (88. Rodwell)
          Schiedsrichter: Fernández (Spanien)
          Zuschauer: 68.000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Müller (5.), 2:0 Götze (12.), 2:1 David Silva (28.), 2:2 Kolarov (59./Foulelfmeter), 2:3 Milner (62.)
          Gelbe Karten: Dante / Dzeko, Fernandinho, Milner, Zabaleta

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