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2:1 gegen Real Madrid Bayern auf Finalkurs

 ·  Der späte Treffer zum umjubelten 2:1 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid belohnt das nicht nachlassende Drängen der Münchner.

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© AFP Jubel wie ein Schlachtengemälde: Siegbringer Gomez in der Mitte

„Bayern ist ein phantastisches Team“, hatte José Mourinho, der Trainer von Real Madrid, schon vor Anpfiff des großen Duells befunden. „Sie haben ein Recht darauf, vom Finale zu träumen.“ Und die Chance, dass aus dem Traum Realität wird, nämlich das Champions-League-Finale am 19. Mai im eigenen Stadion, ist am Dienstag gewachsen. Nach dem 2:1-Sieg im packenden, hochklassigen Halbfinal-Hinspiel zwischen dem deutschen und dem spanischen Rekordmeister haben die Münchner nun die besseren Karten für den zweiten Teil des Duells. Der Franzose Franck Ribéry hatte die Bayern nach 17 Minuten in Führung gebracht, der Deutsche Mesut Özil glich nach 53 Minuten aus. Bis zum Ende drängten die Bayern energisch auf den Siegtreffer - und belohnten sich in der 90. Minute durch das 2:1 von Mario Gomez.

Nur die erste Viertelstunde hatte den Madrilenen gehört, die die Bayern minutenlang in deren Hälfte beschäftigten, dabei aber nur zu einer guten Gelegenheit kamen. Özil spielte den Ball durch auf Karim Benzema, dessen wuchtigen 16-Meter-Schuss Torwart Manuel Neuer gekonnt über die Latte lenkte (7. Minute). Benzemas französischer Landsmann und Freund Ribéry gehörte auf der Gegenseite die nächste bemerkenswerte Szene, als der Bayern-Linksaußen nach 15 Minuten in den Strafraum spurtete und nach einer leichten Berührung durch Sergio Ramos etwas theatralisch zu Fall kam. Die Spanier beschimpften ihn dafür, während die Bayern vergeblich einen Elfmeter reklamierten.

Diese Szene hatte offenbar zündende Wirkung auf den deutschen Rekordmeister. Zwei Minuten später brachte Toni Kroos die erste Bayern-Ecke herein, Ramos konnte den Ball nicht richtig abwehren, der dadurch quer vor dem Fünfmeterraum zur Vorlage für Ribéry wurde. Der Franzose zog sofort ab und fand mit seinem wuchtigen Flachschuss die Lücke durch die Abwehrbeine und unter Torwart Iker Casillas hindurch zum 1:0. Mitspieler Luis Gustavo, der zunächst in der Schussbahn gestanden hatte, war rechtzeitig hochgesprungen - dass er sich dabei in einer Abseitsposition befand, wurde vom englischen Schiedsrichter Howard Webb als nicht strafbar gewertet.

Ronaldo ohne rechte Justierung

Auf der anderen Seite bemühte sich Cristiano Ronaldo, der Torjäger von Real, um ähnliche Knalleffekte, doch ohne die rechte Justierung. Nach 21 Minuten ein Freistoß aus 25 Metern über das Tor, nach 29 Metern aus 16 Metern wieder zu hoch gezielt, und nach 32 Minuten ein typischer Ronaldo-Freistoß, frontal mit Vollspann und steiler Flugkurve, diesmal nicht zu hoch, dafür von der Mauer so entschärft, dass Neuer keine Mühe hatte.

Zwischendurch hatte Neuer bei einem Missverständnis mit Jerome Boateng Glück, dass kein Real-Spieler sich des kurzzeitig herrenlosen Balles im Bayern-Strafraum bemächtigen konnte. Ansonsten bot die Bayern-Defensive in der ersten Hälfte eine tadellose Leistung.

Bastian Schweinsteiger, der an Stelle von Thomas Müller in der Startelf gestanden hatte, setzte nach 28 Minuten aus 22 Metern einen strammen Flachschuss einen Meter am Tor vorbei. Fünf Minuten vor der Pause schoss Benzema den Ball aus guter Position in die Arme von Neuer. Im Gegenzug zog der starke Mario Gomez wuchtig von halblinks ab, Casillas faustete den Ball über die Latte.

Der erste Konter führte zum Gegentor

Die erste Chance nach Wiederanpfiff gehörte wieder den Spaniern - wieder Vorlage Özil, wieder auf Benzema, der aber zu lang brauchte, um den Ball zu kontrollieren, so dass der aufmerksame Boateng abblocken konnte (49.). Kurz danach meldete sich auch der bis dahin blasse Arjen Robben, doch sein 18-Meter-Schuss flog über das Real-Tor (51.).

Die Bayern schienen wieder am Drücker, doch dann führte ein Ballverlust von Schweinsteiger am gegnerischen Strafraum zum ersten sauber gespielten Konter der Spanier, der prompt den Ausgleich brachte. Den ersten Schuss des von Benzema im Strafraum frei gespielten Ronaldo konnte Neuer noch abwehren, doch beim zweiten Mal, als der Franzose im Nachsetzen wieder Ronaldo fand, ließ dieser den Ball knapp neben dem Pfosten quer zu Özil prallen, der ihn aus kurzer Entfernung zum 1:1 ins Netz drückte.

Die Bayern zeigten sich unbeeindruckt

Damit war das, was Heynckes als „Priorität“ für das Hinspiel ausgegeben hatte, nämlich „den eigenen Kasten sauber zu halten“, nicht aufgegangen. Aber gegen Madrid ohne Gegentor zu bleiben, schafft fast niemand, Es war der 157. Treffer von Real in dieser Saison, nimmt man Liga, Pokal, Champions League und den spanischen Supercup zusammen. Damit hat die Elf die Klub-Bestmarke des legendären Team um di Stefano und Puskas aus dem Jahr 1960 eingestellt.

Die Bayern zeigten sich unbeeindruckt, drängten weiter aufs zweite Tor. Gomez kam nach 61 Minuten einen halben Schritt zu spät gegen Casillas. Auch bei zwei weiteren Szenen, einem Nachschuss (68.) und einem Kopfball (72.), beide knapp zu hoch angesetzt, hatte der Bayern-Torjäger Pech. Drei Minuten vor Ende reklamierte Gomez nach einem harten Tackling vergeblich Elfmeter. Doch in der letzten Minuten stellte sich der verdiente Lohn der Mühe doch noch ein, als Gomez auf Vorlage von Philipp Lahm zum 2:1 traf. Nun müssen noch neunzig Minuten in Madrid überstanden werden, um sich mit einem wahr werdenden Traum zu belohnen.

Bayern München - Real Madrid 2:1 (1:0)

Bayern München: Neuer – Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba – Luiz Gustavo, Schweinsteiger (61. Müller) – Robben, Kroos, Ribéry – Gomez
Real Madrid: Casillas – Arbeloa, Sergio Ramos, Pepe, Fabio Coentrao – Khedira, Xabi Alonso – Cristiano Ronaldo, Özil (69. Marcelo), di Maria (80. Granero) – Benzema (84. Higuain)
Tore: 1:0 Ribéry (17.), 1:1 Özil (53.), 2:1 Gomez (90.)
Zuschauer: 66.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Badstuber, Robben, Lahm - Coentrao, Xabi Alonso, Di Maria, Ramos, Marcelo

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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