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2:1 gegen Dortmund Die Bayern endlich im Himmel

Borussia Dortmund verlangt den Münchnern alles ab, aber ein später Treffer von Robben macht den Favoriten zum Sieger - und zum Gewinner der Champions League. Das entschädigt für so manche Final-Enttäuschung in den vorigen Jahren.

© AP Vergrößern Da ist das Ding - im dritten Anlauf gewinnen die Bayern nun wieder den Henkelpott

Diesmal waren sie auf der Hut, und diesmal durfte auch Thomas Müller bis zum Ende mitspielen. In einem umkämpften Finale hat sich der FC Bayern München von seinem traumatischen Erlebnis vom vergangenen Jahr beim „Finale dahoam“ befreit und sich bei der dritten Endspielteilnahme in vier Jahren endlich den begehrten Titel in der Champions League gesichert.

Peter Penders Folgen:  

Die Münchner besiegten Borussia Dortmund 2:1 - und ausgerechnet Arjen Robben wurde zum Spieler des Tages. Vor einem Jahr hatte in der Verlängerung einen Elfmeter verschossen, diesmal gelang dem Niederländer in der 89. Minute der entscheidende Treffer. „Das bedeutet mir sehr viel. Ich kann es eigentlich noch gar nicht fassen. Da sind so viele Emotionen, das ist unglaublich“, sagte der Offensivspieler unmittelbar nach dem Abpfiff.

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Wie würde Jürgen Klopp auf den Ausfall von Mario Götze reagieren? Eine Stunde vor Spielbeginn war endgültig klar gewesen, dass der Dortmunder Trainer auf die wahrscheinlichste aller Lösungen setzte. Und das offenbar schon seit drei Wochen: „Wir haben uns immer so vorbereitet, als ob Mario Götze nicht würde spielen können. So ist es gekommen, und deshalb war es auch kein großes Problem für uns.“

Dortmund setzte also auf dieselbe taktische Ausrichtung im 4-2-3-1-System wie im Pokalfinale der vergangenen Saison, als der FC Bayern 5:2 entzaubert wurde. Marco Reus übernahm die verwaiste Rolle direkt hinter der einzigen Spitze Robert Lewandowski, dafür rückte Kevin Großkreutz ins linke Mittelfeld.

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© F.A.Z., Impire AG Vergrößern Torvideo: Robben mit ganz viel Gefühl

Über die Aufstellung der Bayern war dagegen überhaupt nicht diskutiert worden. Der deutsche Meister verfügt zwar über die stärkste Ersatzbank seit Bestehen des Vereins, aber eben auch über eine eindeutige Stammmannschaft, in der für Mario Gomez, den Rekordtorschützen der Münchner in der Champions League (23), derzeit kein Platz ist.

Mutig, frech, mit Freude und ganz viel Einsatz

Als angepfiffen wurde, begann die Partie mit einer Überraschung - Dortmund spielte nämlich genauso, wie es Trainer Klopp in den vielen Pressekonferenzen zuvor angekündigt hatte. Mutig, frech, mit Freude und ganz viel Einsatz - das beeindruckte die Bayern nachdrücklich, die zunächst überhaupt nicht in die Partie fanden, weil sie sofort bei der Ballannahme gestört wurden.

Der Münchner Spielaufbau geriet so früh ins Stocken, schon die Innenverteidiger Dante und Boateng hatten Mühe, ihre Mittelfeldspieler zu erreichen. Der Außenseiter bestimmte dass Geschehen und nicht der Favorit, der sich nach einer Viertelstunde bei seinem Torwart bedanken musste. Der Schuss von Blaszczykowski aus wenigen Metern parierte Manuel Neuer mit einer Fußabwehr, wenig später war er gegen Reus zur Stelle.

Und dann kommt Robben Das entscheidende Tor: Robben schiebt den Ball an Weidenfeller vorbei © dpa Bilderstrecke 

Wie sehr die Bayern die aggressive Spielweise der Dortmunder offenbar nervte, verdeutlichte die 26. Minute, in der für die Münchener plötzlich alles viel schlimmer hätte kommen können. Lewandowski hatte Ribéry im Mittelfeld deutlich geklammert, der Franzose riss sich los, schlug dann aber mit dem rechten Arm nach hinten und traf den Dortmunder Stürmer mitten im Gesicht. Es gab schon Schiedsrichter, die eine solche Aktion mit einer Roten Karte bestraften - der Italiener Nicola Rizzoli aber wollte dieses Endspiel offenbar nicht frühzeitig in eine Richtung lenken und unterstellte Ribéry keine Absicht.

Die Bayern aber waren zumindest mit dem Schrecken davon gekommen, atmeten einmal tüchtig durch und spielten danach besser. Nur ein paar Sekunden nach dieser Szene hätte Mandzukic plötzlich für die Münchner Führung sorgen, als er ausgerechnet nach einer Flanke von Ribery zum Kopfball kam, aber an Weidenfeller scheiterte. Der Dortmunder Torwart, bis dahin ein interessierter Zuschauer dieses Finales, stand nun im Blickpunkt, rettete auch danach zweimal spektakulär gegen Robben, der jeweils frei vor ihm aufgetaucht war. Die Schwächephase der Dortmunder aber konnten die Bayern nicht nutzen - es ging torlos in die Pause.

Dante trifft gegen Marco Reus nicht den Ball

Je länger es 0:0 stehen würde, desto besser wäre es für Borussia Dortmund, hatte eine der vielen Thesen zu diesem Finale gelautet. Nervös aber hatte die Münchener der Zwischenstand keineswegs gemacht - sie nahmen den Kampf um jeden Meter Boden nun an, und Rizzoli störte das Geschehen nur selten mit Pfiffen. Dass Kleinigkeiten möglicherweise den Ausschlag geben würden, war ebenfalls prophezeit worden - oder falsche Entscheidungen. Sich zu dritt auf Ribéry zu stürzen, war gewiss nicht die beste Idee der Dortmunder Abwehr.

Infografik / Die Gewinner der Champions League © dpa Vergrößern Die Endspielergebnisse der Champions League seit Bayerns letztem Titelgewinn 2001

Der Franzose steckte den Ball zu Robben durch, der den Ball an Weidenfeller vorbei in die Mitte spielen konnte, wo Mandzukic keine Mühe mehr hatte, den Ball ins leere Tor zu schieben. Bayern führte nach 60 Minuten 1:0, schien nun die Partie und die eigenen Nerven in den Griff bekommen zu haben - zumindest fast. Dann trat Dante im eigenen Strafraum im Zweikampf mit Reus reichlich neben den Ball und dafür den Dortmunder in dessen Bauch. Gündogan bedankte sich für die Einladung und ließ Neuer bei seinem Elfmeter zum 1:1 keine Chance (68.).

Alles scheint auf eine Verlängerung hinzudeuten

Der Dortmunder Verbund aber begann löcheriger zu werden. Erst konnte Subotic (72.)kurz vor der Linie dem einschussbereiten Robben den Ball noch wegspitzeln, dann parierte Weidenfeller den Weitschuss von Alaba gekonnt (76.). Dortmund wackelte, fiel aber noch nicht, weil Weidenfeller den Schuss von Schweinsteiger (87) auch noch parierte. Alles schien auf eine Verlängerung hinzudeuten, aber dann stocherte Ribéry den Ball im Strafraum mit der Hacke zu Robben. Der Niederländer schob den Ball diesmal an Weidenfeller vorbei. Es war das große Finale eines großen Endspiels.

Borussia Dortmund - Bayern München 1:2 (0:0)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (90.+2 Sahin), Gündogan - Blaszczykowski (90.+2 Schieber), Reus, Großkreutz - Lewandowski
Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry (90.+1 Luiz Gustavo) - Mandzukic (90.+4 Gomez)
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)
Zuschauer: 86.298 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Mandzukic (60.), 1:1 Gündogan (68./Foulelfmeter), 1:2 Robben (89.)
Gelbe Karten: Großkreutz / Dante, Ribéry

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 25.05.2013, 22:37 Uhr

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