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2:0 in Stuttgart Bayern nähert sich Berlin

08.02.2012 ·  Ein hitziger Pokalkampf sieht anders aus: Die Bayern beherrschen in Stuttgart die Partie und siegen mit 2:0. Ribéry legt vor, Gomez vollendet. Die Münchner beklagen aber einen herben Verlust.

Von Oliver Trust, Stuttgart
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© REUTERS Im Doppelpack auf dem Weg nach Berlin: die Torschützen Franck Ribéry (links) und Mario Gomez

Wenn der VfB Stuttgart im DFB-Pokal auf den FC Bayern trifft, ist das aus schwäbischer Sicht immer wie das Warten auf ein kleines Wunder. Der letzte Sieg datiert vom 9. November 1989, und das 3:0 ging damals in der Berichterstattung über den Mauerfall unter. 23 Jahre lang bekamen die Stuttgarter wenig Zufriedenstellendes zustande, sobald der Pokalgegner aus dem Süden kam – zuletzt gab es ein 3:6 im Herbst 2010.

Diesmal kam es nicht ganz so heftig, aber die Stuttgarter mussten sich abermals geschlagen geben. Den Münchnern wird es dabei egal gewesen sein, einen 2:0-Sieg ohne Glanz und Gloria einzufahren. Der Führungstreffer des Franzosen Franck Ribery in der 30. Minute entsprang in einer einseitig geführten Partie eher effektiver flüssiger Kombinationsarbeit denn aufreizender Spielkunst.

Ähnlich fiel das 2:0 durch Mario Gomez. Er brauchte den zweiten Versuch, um zu treffen. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes erreichte trotzdem völlig verdient das Pokal-Halbfinale, was nach diesen 90 Minuten trotz der guten Toni Kroos und Franck Ribery keine große Überraschung darstellte.

„Es war nicht alles besser als in den vergangenen Wochen, aber wir haben problemlos gewonnen“, sagte Thomas Müller. Der zuletzt auf Formsuche befindliche Nationalspieler leitete die Führung ein, als er sich am rechten Bayern-Flügel durchsetzte und Ribery spitzbübisch seinen unaufmerksamen Gegenspielern davongelaufen war.

Der Franzose musste den Ball nur noch ins Toreck schieben. Sekunden nach der Pause erhöhte der ehemalige Stuttgarter Mario Gomez auf 2:0. Seinen ersten Schuss konnte Stuttgarts Torwart Sven Ulreich noch abwehren, aber der Nationalspieler nutzte seine Nachschusschance sicher und völlig ungestört. Viel mehr mussten die Bayern nicht mehr tun, um diese Partie zu gewinnen.

Weit größer war die Überraschung vor dem Spiel, als Münchens niederländischer Nationalspieler Arjen Robben nur auf der Bank saß, was eher auf seine zuletzt schwankende Form zurückzuführen sein dürfte als auf die Geburt seines dritten Kindes vor wenigen Tagen. Kaum aber war in der schwäbischen Arena eine Viertelstunde vergangen, hatten die Bayern einen herben Verlust zu verkraften.

Nachdem der Stuttgarter Innenverteidiger Georg Niedermeier den Münchner Spielmacher Bastian Schweinsteiger in der sechsten Minute am Knöchel getroffen hatte, musste der Nationalspieler zehn Minuten später humpelnd vom Rasen und wurde durch David Alaba ersetzt. Wir müssen die genaue Untersuchung am Donnerstag abwarten“, sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Die Bilder lassen aber eine längere Pause befürchten.

Die Münchner warf das frühe Verletzungspech ihrer Führungsfigur an diesem kalten Abend aber nicht aus der Bahn zu werfen. Im Gegenteil, die Kontrolle des Spiels gaben sie trotz des unfreiwilligen Wechsels nie aus der Hand. Nach Müllers noch zu harmlosem Kopfball konnte Torwart Ulreich den Schuss von Toni Kroos (20.) mit den Fingerspitzen an die Latte lenken.

Die in den Zweikämpfen nur in der Anfangsphase bissigen Stuttgarter konnten sich nur durch Vedad Ibisevic (10.) und Cacau (62./72.) halbwegs nennenswerte Chancen erarbeiten, gaben sich aber Mühe mitzuhalten, was allerdings nicht oft gelang. Auch nach der Pause konnten die Schwaben dem Tempo der Bayern nichts entgegensetzen.

Sie mussten sich nach dem Treffer von Gomez zum 2:0 viel mehr darauf beschränken, eine nicht noch höhere Niederlage zu kassieren. „Wir haben gute Offensivspieler. Es ist eine Frage der Zeit, bis sie wieder explodieren“, hatte der Münchener Trainer Jupp Heynckes gesagt. So weit kam es nicht, aber die Leistung in Stuttgart war durchaus ein erster Anfang in einem Spiel, das für die Bayern aufbauende Wirkung haben könnte.

Und die Bayern-Fans fanden noch Zeit, dem ehemaligen Bayern-Stürmer und aktuellen VfB-Trainer Bruno Labbadia ein Liedchen zu dessen 46. Geburtstag zu singen. Es blieb das einzige Geschenk, das die Münchner an diesem Abend verteilten.

VfB Stuttgart - Bayern München 0:2 (0:1)

VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner (83. Holzhauser) - Okazaki (57. Harnik), Schieber (70. Hajnal) - Cacau, Ibisevic
Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger (17. Alaba), Luiz Gustavo - Müller, Kroos (89. Timoschtschuk), Ribéry (83. Olic) - Gomez
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 57.500
Tore: 0:1 Ribéry (30.), 0:2 Gomez (46.)
Gelbe Karten: Ibisevic, Schieber / Boateng, Ribéry

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