Home
http://www.faz.net/-gtl-774ms
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 21:03 Uhr

2:0 in Genk Nur der VfB darf weiter durch Europa reisen

Der VfB Stuttgart steht als einzige deutsche Mannschaft im Achtelfinale der Europa League. In Genk zeigen sich die Schwaben von ihrer besseren Seite. Nun trifft der VfB auf Gladbach-Bezwinger Lazio Rom.

© dpa Fröhliche Schwaben in Belgien: Der VfB Stuttgart sichert sich in Genk das Weiterkommen in der Europa League

Ein kurioses Billard-Tor von Arthur Boka und ein eiskalter Konter-Treffer von Christian Gentner haben dem VfB Stuttgart den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der Europa League beschert, wo die Schwaben nach dem Ausscheiden von Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und Bayer Leverkusen als einziges Bundesligateam vertreten sind. Der Abwehrmann von der Elfenbeinküste und der ehemalige Nationalspieler erzielten am Donnerstagabend im Zwischenrunden-Rückspiel der Schwaben beim KRC Genk die Tore zum umjubelten 2:0 (1:0) und ebneten dem Fußball-Bundesligisten nach dem 1:1 im Hinspiel den Weg zum Duell mit Borussia Mönchengladbachs Bezwinger Lazio Rom am 7. und 14. März. Zweimal wurde Bokas Schuss in der 45. Minute von belgischen Gegenspielern abgefälscht - dem VfB nahm die gütige Mithilfe gerne an. Gentner (59.) erhöhte vor etwa 22.000 Zuschauern nach einem blitzschnellen Angriff.

Mit dem leichten Aufwärtstrend in der Liga und dem verdienten Weiterkommen gegen einen sehr limitierten Gegner in Europa hat sich Stuttgart erstmal aus seiner Krise befreit. Im Heimspiel gegen Lazio wird allerdings Stürmer Vedad Ibisevic fehlen, der in Genk seine dritte Gelbe Karte sah. Ob der Aufwärtstrend anhält, muss Stuttgart bereits am Samstag gerade mal 43 Stunden nach dem Abpfiff in Genk beweisen, wenn es gegen den 1. FC Nürnberg wieder um Bundesliga-Punkte geht. Frostig war es in der Cristal Arena von Genk. Beide Teams trotzten der Kälte mit munterem Spiel im Vorwärtsgang. Es gab kein großes Taktieren.

Mehr zum Thema

Beim VfB zahlte sich zunächst für die Offensivaktionen die Hereinnahme des extrem fleißigen Shinji Okazaki für Raphael Holzhauser aus. In der 14. Minute wäre dem agilen Japaner sogar beinahe die ersehnte frühe Führung gelungen, doch Kalidou Koulibaly klärte den Lupfer kurz vor der Torlinie stehend. Die Stuttgarter blieben gefährlicher als ihre Gegner, leisteten sich aber auch zu viele kleine Fehler in den letzten Aktionen. Ibisevics Schuss (19.) ging klar drüber. Martin Harnik (28.) hätte sich seine Schusschance aus 15 Metern nicht entgehen lassen dürfen. Der Ball rauschte aber über das Tor. Im Gegenzug konnte Benjamin de Ceulaer einen Kopfball nicht platzieren, der VfB hatte auf Abseits spekuliert.

Boka schlägt im günstigen Moment zu

Genk wurde gegen Ende der ersten Halbzeit stärker, gerade wenn über die linke Seite mit de Ceulaer gespielt wurde. Der VfB stand aber solide, Antonio Rüdiger als Ersatz des gesperrten Georg Niedermeier agierte in der Innenverteidigung sehr abgeklärt. Und die Schwaben schlugen im denkbar günstigen Moment zu: Boka zog nach einem Eckball ab, zweimal wurde der Schuss abgefälscht und landete im Netz. Spitzbübisch lächelte der nicht für’s Toreschießen bekannte Ivorer. Zuletzt hatte er im November 2010 in der Bundesliga für Stuttgart getroffen.

Genk reagierte in der zweiten Halbzeit keineswegs mit mehr Offensive. Die Belgier waren mit ihren Mitteln doch begrenzt. Umso ärgerlicher für den VfB, dass Ibisevic (54.) eine weitere Großchance aus kurzer Distanz leichtfertig vergab. Besser machte es Gentner, der einen sehenswerten Konter mit einem souveränen Flachschuss ins lange Eck krönte. Nun konnten die Schwaben recht beruhigt sein. Ibrahima Traoré (74.) hätte frei vor dem KRC-Tor sogar noch erhöhen können, zielte aber knapp vorbei. Einmal musste sich auch VfB-Torwart Sven Ulreich (82.) noch strecken, als Khaleem Hyland aus 14 Metern abzog.

KRC Genk - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

KRC Genk: Köteles - Ngcongca, Simaeys, Koulibaly, Tshimanga - Hyland, Kumordzi (61. Barda) - Buffel (77. Ojo), Gorius, de Ceulaer (71. Joseph-Monrose) - Plet
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Rüdiger, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Okazaki (77. Holzhauser), Traoré (75. Maxim) - Ibisevic (83. Macheda)
Schiedsrichter: Yefet (Israel)
Zuschauer: 22 000
Tore: 0:1 Boka (45.), 0:2 Gentner (59.)
Gelbe Karten: Hyland / Ibisevic, Maxim

Quelle: dpa.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fußball-Transferticker Klopps Wunschspieler für Rekordsumme nach China

In der Fußball-Bundesliga sind Wechsel nicht mehr möglich. Dafür schlagen die Chinesen kräftig zu und holen einen Brasilianer für stolze 50 Millionen Euro – zum Unmut von Jürgen Klopp. Mehr

05.02.2016, 09:12 Uhr | Sport
Bundesliga Gladbach und Dortmund treffen sich zum Spitzenspiel

Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde empfängt Borussia Mönchengladbach die Mannschaft von Borussia Dortmund. Mehr

22.01.2016, 20:22 Uhr | Sport
5:1 gegen Bremen Gladbach startet torreich in die tollen Tage

Mit einem etwas zu deutlichen 5:1-Erfolg über Bremen beendet Mönchengladbach seine Mini-Krise in der Bundesliga. Während Werder wieder tiefer in den Keller rutscht, überzeugen bei der Borussia vor allem zwei junge Spieler. Mehr

05.02.2016, 22:26 Uhr | Sport
Davos ganz nah Hier kommen die Großen zum Weltwirtschaftsforum

Wir zeigen, wie die Stadt in den Schweizer Alpen normalerweise aussieht: ein nobler Wintersportort mit vielen Möglichkeiten zum Skifahren und Snowboarden. Ein Ort mit Tradition, der auch Künstler wie Thomas Mann oder Arthur Conan Doyle inspirierte. Mehr

19.01.2016, 13:06 Uhr | Wirtschaft
Stuttgart gegen Dortmund Brisantes Wiedersehen für Großkreutz

Mit Kevin Großkreutz gewann Stuttgart in der Bundesliga bisher alle Spiele. Nun kommt die alte Liebe aus Dortmund zum DFB-Pokalduell. Aber nicht nur für Großkreutz ist das Spiel ein ganz besonderes. Mehr

09.02.2016, 17:40 Uhr | Sport
Umfrage

Wie weit kommt das DFB-Team bei der EM 2016?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Ungehorsam in Afrika

Von Evi Simeoni

Die Peitsche von Blatters Doppelpartner Hayatou zeigt nicht mehr die alte Wirkung. Das macht Hoffnung, dass sich im Fußball doch eine Winzigkeit zum Besseren ändern kann. Auch wenn niemand weiß, für wie lange. Mehr 0