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2:0 in Berlin Gladbach im Glück

08.02.2012 ·  Wieder findet das DFB-Pokalfinale ohne die Hertha statt: Die Berliner unterliegen Mönchengladbach nach Verlängerung mit 0:2. Daems und Wendt treffen. Hubnik sieht Rot - und die Gastgeber hadern mit dem Schiedsrichter.

Von Michael Horeni, Berlin
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© dapd Auf dem Boden der Tatsachen: Hertha BSC verliert im Jahr 2012 in der Liga und im Pokal

Ein umstrittener Elfmeter in der Verlängerung hat Borussia Mönchengladbach die Chance erhalten, eine außergewöhnliche Saison glanzvoll zu beenden. Der Tabellenvierte der Bundesliga erreichte mit einem 2:0-Sieg nach Verlängerung bei Hertha BSC Berlin, der durch Filip Daems Foulelfmeter in der 102. Minute eingeleitet wurde, das Halbfinale im DFB-Pokal.

Den zweiten Gladbacher Treffer erzielte der kurz zuvor eingewechselte Oscar Wendt in der 120. Minute. Es war ein glücklicher Erfolg für die Borussia, die in der regulären Spielzeit lange die schwächere Mannschaft gewesen war und sich den Erfolg erst sicherte, als de Camargo in der Verlängerung im Strafraum zusammenbrach, nachdem sich Hertha-Verteidiger Hubnik ihm zu sehr genähert hatte.

Hubnik sah die Rote Karte, Daems nutzte die Chance, die Mönchengladbach wie aus heiterem Himmel zugefallen war. „Außer dem Schiedsrichter hat keiner im Stadion ein Foul gesehen“, sagte der verärgerte Berliner Trainer Michael Skibbe.

Für die Hertha war es eine bittere Niederlage, denn von der Krise, die den Klub in der Bundesliga befallen hat, war im Viertelfinale des DFB-Pokals von Beginn wenig zu spüren gewesen. Die drei Niederlagen unter Skibbe, der den Hauptstadtklub mit dem Abstiegskampf vertraut gemacht hat, verursachten keine Nervosität gegen die Überraschungsmannschaft der Saison mit ihrem in Berlin bestens bekannten Trainer Lucien Favre.

Die Berliner beherrschten eine Partie, bei der die Spielfreude und Kombinationslust bei der Borussia in der ersten Halbzeit wie eingefroren wirkte. Mönchengladbach erspielte sich bis zur Pause keine einzige Torchance, während die Hertha durch Lasogga (18. und 37. Minute) und Raffael (30.) Torgefahr zumindest immer wieder mal andeutete.

Die Berliner kontrollierten auch nach dem Wechsel die Begegnung im Olympiastadion, wobei das Team von Skibbe die Mönchengladbacher immer wieder daran hinderte, ihre besondere Qualität in der Offensive auszuspielen. Von schnellen Kontern und dem präzisen Umschalten nach Ballgewinn war diesmal bei den Gladbachern auf dem Weg zum ersten Pokalfinale seit 2004 überhaupt nichts zu sehen.

In der 61. Minute fehlte nicht viel und die Hertha hätte aus ihrer dauerhaften, aber keineswegs drückenden Überlegenheit die verdiente Führung gemacht. Aber der Schuss von Niemeyer landete nur am Pfosten. Die Borussia hatte ihre erste Chance erst in der 78. Minute durch de Camargo, der an Torwart Kraft scheiterte. Danach folgten die stärksten Minuten der Borussia, was immerhin genügte, um die Verlängerung zu erreichen.

Der Treffer des Tages in der 102. Minute wurde dann auch zum Aufreger des Abends. Hertha-Verteidiger Hubnik hatte sich nach einer bereinigten Abwehraktion vor de Camargo aufgebaut und berührte mit der Nase dessen Gesicht. Der Gladbacher fiel wie vom Blitz getroffen zu Boden, Schiedsrichter Brych erkannte in der ungebührlichen Annäherung eine Tätlichkeit, stellte Hubnik vom Platz und entschied auf Elfmeter.

Daems nutzte die Gelegenheit ganz kühl zum 1:0 für die Borussia. In Rückstand und Unterzahl mühte sich die Hertha nach Kräften, aber ihr großer Traum, nach 1981 endlich und zum ersten Mal das Endspiel im Olympiastadion zu erreichen, machte das 0:2 in der Nachspielzeit der Verlängerung endgültig zunichte.

Hertha BSC - Bor. Mönchengladbach 0:2 n.V. (0:0)

Hertha BSC: Kraft - Morales, Hubnik, Mijatovic, Kobiaschwili (80. Ronny) - Ottl (106. Ramos), Niemeyer - Lustenberger (60. Bastians) - Ebert, Raffael - Lasogga
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (70. de Camargo), Arango - Reus (116. Marx), Hanke (120.+1 Wendt)
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 47.465
Tore: 0:1 Daems (101./Foulelfmeter), 0:2 Wendt (120.+2)
Gelbe Karten: Ebert / Dante, de Camargo
Rote Karten: Hubnik (99./Tätlichkeit) / -

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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