Der FSV Frankfurt hätte sich eigentlich gar nicht besonders fürchten müssen vor dem VfL Wolfsburg. Auch wenn es das Team vom Main es mit einem Bundesligaklub zu tun hatten, die Heimbilanz der Wolfsburger war alles andere als eindrucksvoll. In vier Heimspielen hatten die Niedersachsen gerade mal ein Tor zustande gebracht und einen Punkt gewonnen. Aber das war nach der Entlassung von Felix Magath vor nicht einmal einer Woche eine Statistik aus einer anderen Zeit.
Eine Fußballfestung musste der FSV also nicht stürmen, auch die Minikulisse von 7500 Zuschauern hatte mit erstklassigen Verhältnissen nicht viel zu tun. Aber die Erfahrung sagte dem FSV, dass die Wolfsburger ohne Magath eine ganz andere Mannschaft sein wollten als zuletzt unter ihrem umstrittenen Trainer. Und so war es denn auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals: Der VfL Wolfsburg siegte leicht und locker mit 2:0 gegen den FSV nach Toren von Diego (51. Minute) und Bas Dost (61.).
Die Frankfurter konnten sogar froh sein, nicht höher verloren zu haben. Der Sechzehnte der ersten Liga ließ zahlreiche gute Chancen ungenutzt, und der FSV war fast nur damit beschäftigt, die Wolfsburger vom eigenen Tor fernzuhalten.
Wolfsburg mit dem selben Team
Trainer Köstner hatte sich für den Neustart in seinem ersten Wolfsburger Heimspiel einer unter Magath fast schon in Vergessenheit geratene taktische Variante bedient: er ließ dieselbe Mannschaft spielen wie beim 4:1-Sieg in Düsseldorf. Ein solches Maß an Kontinuität hatte es beim deutschen Meister von 2009 in dieser Saison noch nicht gegeben. FSV-Trainer Möhlmann verstärkte sein Mittelfeld und begnügte sich mit der einzigen Spitze Kapllani in einem 4-1-4-1-System.
Nach rund zwanzig Minuten geriet der FSV, der sich in der ersten Halbzeit angesichts des Wolfsburger Drucks nur auf Defensivarbeit beschränkte, immer stärker unter Druck. Angeführt von Diego erspielte sich Wolfsburg nun regelmäßig Torchancen. Der Brasilianer hatte in der zwanzigsten Minute selbst die erste gute Gelegenheit, doch aus fünf, sechs Metern nach Vorarbeit von Olic verfehlte Diego das Tor. Danach sorgen Dost (36.) und Polak (38.) mit zwei Kopfbällen für Gefahr, doch einmal stand Torwart Klandt im Weg, dann die Latte.
Nach dem Wechsel erzielte Diego nach Zuspiel von Olic aus kurzer Distanz die hochverdiente 1:0-Führung (51.). Der FSV unternahm nun kurzzeitig den Versuch, seinen konstruktiven Beitrag zum Pokalabend zu leisten. Bambara fiel auch gleich die beste Ausgleichschance vor die Füße (59.). Doch sein Schuss blockte VfL-Verteidiger Kjaer gerade noch ab. Im Gegenzug hatte der FSV die Partie verloren - nach Vorarbeit von Diego nutzte Dost seine Chance ganz überlegt zum 2:0.
Der zweite Rückschlag in der 61. Minute, das war schnell spürbar, bedeutete eine zu große Last für den FSV. In der letzten halben Stunde brachte Wolfsburg die Partie souverän zu Ende, und es schien dabei, als hätte der VfL zumindest ein Stück der Leichtigkeit wiederentdeckt, die der Fußball nun auch wieder in Wolfsburg bereit hält.