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Veröffentlicht: 18.12.2012, 22:44 Uhr

2:0 gegen Düsseldorf Der dritte Coup der Offenbacher Kickers

Mit einem leidenschaftlichen Publikum im Rücken wirft der Drittligaklub aus Offenbach die favorisierte Fortuna aus Düsseldorf mit 2:0 aus dem DFB-Pokal.

© dpa Der Bieberer Berg: Offenbacher Fußballfreude im Pokal

Atmosphärisch war alles bereitet für die erste große Überraschung dieser Pokalrunde. Der Bieberer Berg, traditionsreiche Spielstätte in neuem Gewand, war fast bis zum letzten Platz gefüllt, zum ersten Mal seit dem Umbau. Und die Offenbacher Kickers füllten die Rolle, die ihnen ihr leidenschaftliches Publikum an diesem Dienstagabend im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf zugedacht hatte, mit Bravour aus. Mit einem verdienten 2:0 warf der Tabellen-Elfte der Dritten Liga den Dreizehnten der Bundesliga aus dem Pokal. Mathias Fetsch (76. Minute) und Stefan Vogler (85.) erzielten die Treffer, die den Offenbachern nicht nur den nächsten Pokalabend bescherten, sondern obendrein weitere Einnahmen in Höhe von rund einer Million Euro im Viertelfinale - Geld, das der klamme Klub brauchen kann.

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Für die Kickers, die sich ihr Spiel des Jahres durch Siege gegen Fürth und Union Berlin verdient hatten, geht die Reise nach der dritten Pokal-Überraschung dieser Saison weiter. Und für ihren Trainer? Es wird ein Abend der gemischten Gefühle für Arie van Lent gewesen sein. Was mag in so einem Spiel in einem vorgehen, der eigentlich mit einer Beurlaubung in den nächsten Tagen rechnen musste - und zwar, nach allem, was man hörte, unabhängig vom Resultat gegen Düsseldorf. Aber vielleicht werden in dieser Hinsicht die Karten noch einmal neu gemischt in der zuletzt etwas chaotisch anmutenden Offenbacher Führungsetage. Die Kickers-Profis jedenfalls nutzten die Tore zu innigen Solidaritätsbekundungen für ihren Trainer. In Düsseldorf hingegen wird man sich ärgern, die ordentliche Bundesliga-Hinrunde nicht mit einem Erfolg im Pokal vollendet zu haben. Die Fortuna blieb alles schuldig, was man in so einem Spiel zeigen muss, und schied völlig zu Recht aus.

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Die ersten 45 Minuten gehörten eher der Kategorie Pokalfight an, als dass sie spielerisch höheren Ansprüchen genügten. Die Fortuna bemühte sich, den Takt vorzugeben, was jedoch nur mit einigen Schwankungen gelang. Ein wenig mehr Esprit hätte der Erstligaklub schon an den Tag legen dürfen. So aber durften sich die Düsseldorfer nicht wundern, dass zur Pause nur eine Chance höheren Kalibers zu Buche stand: ein Schuss von Ilsö aus 20 Metern, den Wulnikowski parierte. Die Kickers schienen zu Beginn noch ein wenig an der Last von vier verlorenen Liga-Spielen zu tragen. Was die Einstellung betraf, waren sie zwar von Anfang an präsent. Das Vertrauen in die eigenen fußballerischen Fähigkeiten, noch dazu gegen einen höherklassigen Gegner, mussten sie sich erst erarbeiten. Weil die Fortuna großzügig genug war, das auch zuzulassen, spielte der OFC immer frecher auf. Und mit ihren beiden Möglichkeiten waren sie durchaus ein bisschen näher dran am 1:0 als der Favorit. Beide Male war Stefan Vogler der Mann, der zur Gefahr für das Düsseldorfer Tor wurde. Zuerst ging sein Drehschuss aus rund 16 Metern knapp vorbei (24.). Dann setzte der Angreifer sich sehenswert gegen zwei Fortunen-Verteidiger durch, musste im Duell gegen Fabian Giefer aber dem Düsseldorfer Torwart den Vortritt lassen (43.).

Die zweite Hälfte begann mit Vorteilen und zwei guten Gelegenheiten (Schahin und Reisinger) für die Fortuna. Ein Aufbruch ging davon nicht aus - im Gegenteil. Während die Düsseldorfer Angriffe immer einfallsloser wurden, boten sich den Kickers einige Verlockungen in Form von Kontern. Die erste große Chance tat sich auf, als André Hahn nach Zuspiel von Nicolas Feldhahn allein auf Giefer zulief; noch einmal blieb der Düsseldorfer Torwart Sieger. Das Pendel aber neigte sich nun zusehends zu Gunsten der Offenbacher, die das Momentum in jeder Hinsicht für sich nutzten. Einen Schuss von Hahn konnte Giefer nur abklatschen, Fetsch hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuschieben. Wer vorher noch nicht wusste, was genau gemeint ist mit dem berühmten Bieberer-Berg-Gefühl, das sich in solchen Situationen entwickelt, wusste es jetzt. Erst recht, als wenig später Vogler die Entscheidung gelang.

Kickers Offenbach - Fortuna Düsseldorf 2:0 (0:0)

Kickers Offenbach: Wulnikowski - Husterer, Stadel, Kleineheismann, Stein - Reinhardt (90.+2 Schwarz), Feldhahn, Mehic, Hahn - Vogler (87. Rathgeber), Fetsch (90. Bäcker)
Fortuna Düsseldorf: Giefer - Levels, Balogun, Juanan, van den Bergh - Fink, Lambertz - Reisinger, Ilsø (69. Cha ), Kruse - Schahin (63. Rafael)
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 18 400
Tore: 1:0 Fetsch (76.), 2:0 Vogler (85.)
Gelbe Karten: Hahn, Husterer, Kleineheismann / Levels

Quelle: FAZ.NET

 

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