Home
http://www.faz.net/-gtm-78m50
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

1860 München Investor Ismaik kündigt Darlehensverträge

Nach einer Woche kam die Antwort von Hasan Ismaik. Mit der Kündigung von drei Darlehensverträgen reagierte der Investor auf den Vorstoß von 1860 München, mit Sportdirektor Hinterberger und Trainer Schmidt zu verlängern. Nun droht das Aus.

© dpa Vergrößern Glück braucht 1860: Ob das Löwen-Maskottchen hilft?

Endzeit-Stimmung bei den Münchner Löwen: Nach zwei Jahren droht der ersten Partnerschaft zwischen einem deutschen Fußball-Proficlub und einem arabischen Investor das endgültige Aus. Im Dauer-Streit mit dem Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München teilte der jordanische Geldgeber Hasan Ismaik am Dienstag mit, drei Darlehensverträge in Höhe von insgesamt mehr als 9,3 Millionen Euro „außerordentlich und mit sofortiger Wirkung“ zu kündigen. Nur im Falle einer auch personellen Neuausrichtung beim Traditionsclub sei er bereit, „Verhandlungen über ein erneutes finanzielles Engagement zu führen“, ließ Ismaik in einem Schreiben seines Münchner Anwalts mitteilen.

Damit steht der Traditionsclub unmittelbar vor seiner mit Spannung erwarteten Delegiertenversammlung an diesem Donnerstag wieder einmal vor schweren Zeiten. Bei der Versammlung steht unter anderem die Bestätigung des neuen Präsidiums um den Grünen-Politiker Hep Monatzeder an. Vom Zweitligisten war am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zum Vorstoß des Investors zu erhalten.

Mit seiner ultimativen Entscheidung reagierte Ismaik am Dienstag auf den Schritt des Vereins, der vor einer Woche die Verträge mit Sportdirektor Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt für die kommende Saison verlängert hatte - gegen den ausdrücklichen Willen des Investors. Ismaiks Anwalt Michael Scheele hatte dies öffentlich als „überflüssige Provokation“ bezeichnet und „schwerwiegende Konsequenzen zum Nachteil des Vereins“ angekündigt.

Ismaiks Hintertürchen

Ismaik hatte den deutschen Meister von 1966 vor zwei Jahren mit seinem millionenschweren Einstieg vor der Insolvenz bewahrt. Doch die Partnerschaft mit dem arabischen Investor verlief nur selten reibungslos. „Was er für eine Reaktion öffentlich zeigen wird, das ist seine Sache“, hatte „Löwen“-Geschäftsführer Robert Schäfer etwa nach der Vertragsverlängerung mit Hinterberger und Schmidt in Richtung Ismaik gesagt.

Hasan Ismaik © dpa Vergrößern Macht Druck: Hasan Ismaik

Der nun endgültig drohende Rückzug Ismaiks dürfte für die „Löwen“ herbe Konsequenzen nach sich ziehen. Immerhin ließ der Jordanier am Dienstag ein Hintertürchen offen: Er sei durchaus bereit, „Verhandlungen über ein erneutes finanzielles Engagement zu führen“. Bedingung: Ein unabhängiges Gutachten über die finanzielle Situation und die Wahl eines neuen Geschäftsführers müssten „die Annahme rechtfertigen, dass eine Verschlechterung der Vermögensverhältnisse verhindert werden kann“. Geschäftsführer Schäfer wird es vernommen haben.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bremen in der Krise Werder sucht einen Ausweg

Finanziell klamm und personell in der Klemme: Die Bremer Führung streitet um den künftigen Kurs des Fußball-Bundesligaklubs. Aufsichtsratschef Lemke ist gegen Verschuldung – und damit isoliert. Mehr Von Frank Heike, Bremen

13.10.2014, 17:55 Uhr | Sport
Rettung für den Dschungelkönig

Die Landwirte in der Kafa-Region in Äthiopien sollen helfen, die seltenen Berglöwen in ihrer Region zu retten. Ihr Vieh wird oft von den Löwen gerissen. Mit Entschädigungen soll Abhilfe geschaffen werden. Mehr

14.05.2014, 20:00 Uhr | Gesellschaft
Castingshow für Unternehmer Gut gegründet, Löwe?

In der Fernsehsendung Die Höhle der Löwen buhlten Jungunternehmer um ein Startkapital von privaten Investoren. Wir haben die Sieger der ersten Staffel besucht und uns gefragt: Ist die Show der Weg zum Erfolg? Mehr Von Lena Schipper

08.10.2014, 15:54 Uhr | Beruf-Chance
Zwei Löwen auf dem Bauernhof verängstigen Dorf

Ein Tierfreund hat in seinem heruntergekommenen Bauernhof zwei Zirkuslöwen aufgenommen. Seither herrscht Löwenalarm im böhmischen Örtchen Humpolec. Die Nachbarn laufen Sturm, fürchten um ihre Sicherheit. Mehr

11.09.2014, 09:42 Uhr | Gesellschaft
Nürburgring Die nächste Katastrophe?

Der Verkauf des insolventen Nürburgrings schien endlich abgeschlossen zu sein - jetzt droht die nächste Katastrophe für das Land Rheinland-Pfalz. Der Käufer steckt selbst in finanziellen Schwierigkeiten. Mehr Von Timo Frasch, Wiesbaden

13.10.2014, 17:18 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.04.2013, 14:12 Uhr

Umfrage

Welcher ist Ihr Fußballspruch des Jahres 2014?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Zu viele Traumergebnisse

Von Michael Horeni

Von wegen Champions League: Kantersiege und Tennisergebnisse werden in der Vorrunde geradezu alltäglich. Der vermeintliche Elitewettbewerb bietet nicht mehr, was das Etikett verspricht. Mehr 1

Ergebnisse, Tabellen und Statistik