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1. FC Nürnberg „Club“ entläßt Trainer Wolf

31.10.2005 ·  Keine 24 Stunden nach der 1:4-Niederlage des 1. FC Nürnberg in Mainz hat der Verein seinen Trainer Wolfgang Wolf entlassen. Als Nachfolger wird Lothar Matthäus gehandelt.

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Null Punkte und 13 Gegentore aus den letzten drei Bundesliga-Partien, seit drei Spieltagen am Tabellenende: Nach dem schlechtesten Liga-Start der Vereinsgeschichte hat der Fußball-Bundesligaklub 1. FC Nürnberg Trainer Wolfgang Wolf entlassen.

„Wir hatten lange die Hoffnung, daß wir mit Wolfgang Wolf die Wende schaffen“, sagte „Club“-Präsident Michael A. Roth am Montag abend. „Die Demontage in Mainz hat uns aber umdenken lassen.“ Am Sonntag hatte das der Tabellenletzte beim FSV Mainz 05 1:4 verloren.

Ein Franken-Duo als Heilsbringer?

„Dieses Ergebnis ist keine Bewerbung, mich länger im Amt zu lassen“, hatte Wolf nach der dritten Pleite in Serie bereits auf die „Gesetze der Branche“ hingewiesen. Am Tag danach folgte eine mehrstündige Sitzung der Vereinsspitze, dann war nach Klaus Augenthalers Abgang Mitte September bei Bayer Leverkusen die zweite Trainerentlassung dieser Bundesligasaison perfekt. Nun soll zunächst der bisherige Assistenttrainer Dieter Lieberwirth das Training übernehmen und voraussichtlich auch beim Heimspiel am Sonntag gegen den VfB Stuttgart auf der Bank sitzen. Als Kandidat wird bereits Lothar Matthäus gehandelt. Der Franke Stefan Reuter hatte sich zudem zuletzt selbst als Sportdirektor ins Gespräch gebracht. Ein Franken-Duo als Heilsbringer für den strauchelnden „Club“?

Seit Wochen mußte Wolf um seinen Posten bangen, doch trotz aller Rückschläge hielt Roth zunächst zu seinem Coach. Nach dem 2:6 bei Werder Bremen sprach der Präsident seinem Angestellten sogar demonstrativ das Vertrauen aus: „Wolfgang Wolf steht nicht zur Disposition“, sagte Roth: „Den Gefallen tue ich anderen Vereinen nicht.“ Auch nach der 2:3-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld blieb der Teppichhändler seinem Trainer treu: „Er ist schuldlos an der Situation. Es gibt keinen Grund, ihn in Frage zu stellen.“

Treueschwüre halfen nichts

In Mainz schaute sich Roth das Spiel nicht bis zum bitteren Ende an, dafür sprang Sportdirektor Martin Bader seinem Coach zur Seite: „Ich gehe davon aus, daß er am Sonntag gegen den VfB Stuttgart auf der Bank sitzt.“ Doch am Ende halfen alle Treueschwüre nichts, nach zweieinhalb Jahren mußte Wolf seinen Trainersessel beim Altmeister räumen. „Das ist eine sehr traurige Geschichte und auch eine persönliche Niederlage für uns“, sagte Bader am Montag.

Ende April 2003 hatte Wolf, der als Spieler beim 1. FC Kaiserslautern und den Stuttgarter Kickers zu 308 Bundesligaeinsätzen kam, nach seinem Weggang beim VfL Wolfsburg das Amt als „Club“-Coach von Augenthaler übernommen. Den Abstieg ins Unterhaus konnte der gebürtige Pfälzer nicht mehr verhindern, doch schon nach nur einem Jahr Abstinenz kehrte die „Fahrstuhl-Mannschaft“ in die Bundesliga zurück. In der vergangenen Saison wurde der Klassenverbleib zwei Spieltage vor Saisonschluß perfekt gemacht, zudem stellte der fränkische Traditionsklub mit Marek Mintal auch den erfolgreichsten Torschützenkönig der Liga.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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