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1,2 Millionen Euro für was? : Platini und sein kurioser Beratervertrag

Wofür bekam Michel Platini von 1998 bis 2002 1,2 Millionen Euro? Bild: AFP

Was hat es mit der mysteriösen Millionenzahlung der Fifa an Michel Platini auf sich? Allen Dementis zum Trotz sind nach F.A.Z.-Informationen neue Ungereimtheiten zu erkennen.

          Allen Dementis zum Trotz sind im Fall einer mysteriösen Millionenzahlung des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) im Auftrag seines früheren Präsidenten Joseph Blatter an den gesperrten europäischen Fußballchef Michel Platini neue Ungereimtheiten zu erkennen. Denn nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab es keine schriftlichen Abmachungen für die Finanzierung eines Fifa-Büros in Paris in der Zeit zwischen 1998 und 2002, das der Franzose mit Mitarbeitern angeblich nutzte. Diesen Anschein erweckten Sprecher von Platini mit ihrer Reaktion am Sonntag auf einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Recherchen der F.A.Z. existiert in den Akten der Fifa zwar ein Beratervertrag mit Platini. Demnach waren für den Franzosen zwischen 1998 und 2002 jeweils 300.000 Franken im Jahr vorgesehen. Eine Aufgabenbeschreibung ist in dem Dokument aber nicht zu finden. Das ist ungewöhnlich und wirft Fragen auf: Welche Aufgabe hatte Platini in dieser Zeit als Gegenleistung zu erfüllen? Mit welcher Legitimation wurde das Geld überwiesen? Und hat das beschriebene Büro tatsächlich gearbeitet?

          Erst im Sommer 2002 war der frühere Mittelfeldstar Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees geworden. Die Platini-Berater behaupten nun, der französische Verband habe seinem ehemaligen Nationalspieler Räume zur Verfügung gestellt. Die Miete habe Platini mit dem Geld der Fifa bezahlt. Belege dafür gibt es bislang nicht.

          Das Hauptquartier des französischen Fußball-Verbandes ins Paris.
          Das Hauptquartier des französischen Fußball-Verbandes ins Paris. : Bild: dpa

          Dagegen hat die französische Justiz offenbar auf Rechtshilfeersuchen der Schweiz in der vergangenen Woche hinreichende Anhaltspunkte gesehen, die Geschäftsstelle des französischen Fußballverbandes wegen des dubiosen Zahlungsstroms zu durchsuchen. Denn auch wenn die vertragliche Abmachung zwischen Blatter und Platini einvernehmlich gewesen sein mag: Sie muss deshalb nicht automatisch rechtens gewesen sein. Die Fifa will den Fall nicht kommentieren und verweist auf die Untersuchungen der Behörden.

          Blatter und Platini kämpfen derzeit in letzter Instanz (vor dem Internationalen Sportgerichtshof) gegen eine Funktionärssperre von acht Jahren, ausgesprochen von der Fifa-Ethikkommission. Dabei geht es um weitere zwei Millionen Franken, die angeblich auf Grundlage eines mündlichen Vertrags (veranlasst von Blatter) im Jahr 2011 auf einem Schweizer Konto Platinis landeten.

          Fifa-Skandal : Sperren für Blatter und Platini reduziert

          Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am 24. September ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts der „ungetreuen Geschäftsbesorgung“ eröffnet. Einen Monat später hatte der Compliance-Chef der Fifa, Domenico Scala, bei einer Sitzung der Fifa-Exekutive am 20. Oktober 2015 die anwesenden Mitglieder über den nun in Rede stehenden Beratervertrag Platinis informiert, dessen Hintergründe ungeklärt sind.

          Quelle: F.A.Z.

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