Home
http://www.faz.net/-gtm-774om
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

1:1 gegen Machatschkala Hannovers Top-Leistung reicht nicht

Gut gespielt , aber das zweite Tor nicht geschossen: Hannover 96 steht gegen Anschi Machatschkala kurz vor dem Weiterkommen. Am Ende fangen die Niedersachsen aber sogar noch den Ausgleich.

© dpa Vergrößern Hoffnung im Schneegestöber: Torschütze Pinto trägt den Ball nach seinem Treffer zum Anstoßpunkt

Die Europa-Reise von Hannover 96 ist trotz eines leidenschaftlichen Sturmlaufs im Schneetreiben schon nach der ersten K.o.-Runde beendet. Superstar Samuel Eto’o hat mit Anschi Machatschkala den Niedersachsen einen attraktiven Trip zu Newcastle United verdorben. Gegen den Milliardärsclub aus dem Nordkaukasus kam der Bundesligist am Donnerstagabend vor 27 500 Zuschauern in der heimischen AWD-Arena nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und schied nach dem 1:3 im Hinspiel aus der Fußball-Europa-League aus. Sergio da Silva Pinto (70. Minute) erzielte den letztlich wertlosen Führungstreffer. Lacina Traoré gelang in der langen Nachspielzeit (90.+8) noch der Ausgleich.

Während die Russen im Achtelfinale im März gegen die Magpies aus dem Norden Englands spielen, muss sich Hannover im Endspurt der Bundesliga nach zwei Jahren im Europacup für neue internationale Aufgaben qualifizieren. Die nächste Prüfung dafür steht für den Bundesliga-Achten schon am Samstag nur 40 Stunden nach dem Ausscheiden gegen Machatschkala im Nord-Derby gegen den direkten Konkurrenten Hamburger SV an.

Mehr zum Thema

Ein frühes Tor hatten 96-Trainer Mirko Slomka gegen Anschi gefordert. Und seine Spieler wollten die Vorgabe unbedingt umsetzen - das merkte man. Schnell wurden die Russen unter Druck gesetzt. Mohammed Abellaoue (15.) bot sich die beste Gelegenheit der Anfangsphase, doch der Norweger verpasste eine feine Hereingabe von Szabolcs Huszti. Fünf Minuten später ging ein Schuss von Abellaoue aus 25 Metern knapp vorbei. Auch bei einem Kopfball von Mame Diouf (23.) fehlte nicht viel zu Hannovers Führung.

Hannover drückt aufs Tor

Und Machatschkala? Der 2,03 Meter lange Hüne Traoré saß zunächst nur auf der Bank. Eto’o war die einzige Spitze von Trainer Guus Hiddink und schien wie seine Kollegen überrascht über so viel Niedersachsen-Power. Einmal konnte sich der leichtfüßige Eto’o (19.) in der Anfangsphase aber dann doch durchsetzen, sein Schuss aus spitzem Winkel ging neben das Tor.

Hannover 96 - Anschi Machatschkala © dpa Vergrößern Zu wenig: Pinto trifft zum einzigen Mal für Hannover

Hannover drückte weiter auf den ersten Treffer. Der keinesfalls sicher wirkende Anschi-Torwart Wladimir Gabulov (34.) boxte den Ball nach einer Freistoß-Flanke des sehr agilen Hustzi gerade noch weg. Ein Kopfball von Didier Ya Konan (40.) strich vorbei - Hannover fehlte in diesen Momenten auch ein wenig das Glück.

Auch nach der Pause war Hannover das aktivere Team. Der ganz große Druck fehlte nun aber - zu bedrohlich war das Szenario eines Gegentors, das vier eigene Treffer erfordert hätte. Zudem standen die Russen solide. Eigene Offensivaktionen musste Anschi kaum setzen. Als Eto’o erstmals in der zweiten Halbzeit gefährlich im 96-Strafraum auftauchte, rettete Schlussmann Ron-Robert Zieler (61.). Der Nachschuss des enttäuschenden 35-Millionen-Euro-Transfers Willian ging deutlich vorbei.

Schlussspurt mit Schlaudraff

Slomka brachte Jan Schlaudraff für noch mehr Offensivdrang. Im nun heftigen Schneetreiben fehlten zunächst die klaren Aktionen. Doch dann war Pinto da. Nach Hustizs Flanke ging sein Drop-Kick ins Netz. Rote Bälle wurden wegen des Schnees notwendig. Doch das rote Spielgerät brachte den Roten kein Glück. Als Diouf (87.) im Strafraum fiel, forderte 96 Strafstoß, bekam diesen aber nicht. Auch die rekordverdächtige Nachspielzeit von acht Minuten verstrich ohne das ersehnte zweite Tor. Im Gegenteil Traoré traf zum Ausgleich.

Hannover 96 - Anschi Machatschkala 1:1 (0:0)

Hannover 96: Zieler - Sakai (83. Sobiech), Djourou, Schulz, Pocognoli (72. Rausch) - Schmiedebach (61. Schlaudraff), da Silva Pinto - Ya Konan, Huszti - Diouf, Abdellaoue
Anschi Machatschkala: Gabulow - Logaschow, João Carlos, Ewerton, Eschtschenko - Jucilei, Diarra - Boussoufa (79. Carcela-González), Achmedow (90.+10 Schatow), Willian (67. Traoré) - Eto’o
Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
Zuschauer: 27 500
Tore: 1:0 da Silva Pinto (70.), 1:1 Traoré (90.+9)
Gelbe Karten: Diouf, Huszti, Sakai, Ya Konan / Boussoufa, Eto’o, Ewerton, Gabulow, Logaschow

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hannover 96 umwirbt Spieler Bruchhagen schließt Aigner-Verkauf aus

Eintracht Frankfurt sucht dringend nach Verstärkungen für den Angriff und das offensive Mittelfeld. Schon deshalb kommt für Vorstandschef ein Verkauf von Stefan Aigner etwa an Hannover 96 nicht in Frage. Mehr

22.07.2014, 11:09 Uhr | Rhein-Main
Der geschlagene Messi Der Weltfußballer kann kein Weltmeister werden

Lionel Messi zeigt auch im Finale, warum er als bester Spieler der Welt gilt. Den größten Erfolg seiner Karriere verhindert allerdings ein deutsches Team, das ihn mit vereinten Kräften stoppt. Mehr

14.07.2014, 00:09 Uhr | Sport
Ehemaliger Bundespräsident Wulff will Entschädigung vom Land Niedersachsen

Fünf Monate nach seinem Freispruch fordert der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff eine Entschädigung vom Land Niedersachsen. Er kritisiert außerdem die Berichterstattung der Medien. Mehr

20.07.2014, 17:09 Uhr | Politik

Lasst ihn springen!

Von Michael Reinsch, Ulm

Mit Prothese wird Markus Rehm deutscher Meister im Weitsprung. Durch den Erfolg droht eine hässliche Diskussion. Wird auf einmal kleingeistig diskriminiert, wer zuvor großherzig inkludiert schien? Mehr 8 1