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Sonntag, 19. Februar 2012
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1:0 gegen Mainz 05 Schalke zurück in den feinsten Kreisen

19.12.2009 ·  Das Schalker Zwischenzeugnis nach der Hinrunde fällt besser aus, als alle erwartet hatten. Durch den 1:0-Sieg gegen Mainz setzten sich die „Königsblauen“ oben fest. Großen Anteil hat Trainer Felix Magath und die Fans singen wieder.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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Während der Erzrivale Borussia Dortmund vierzig Kilometer weiter östlich im Rathaus den hochoffiziellen Teil seiner Hundertjahrfeier beging, feierten Fußballspieler und Fans des FC Schalke 04 in der Arena auf volkstümliche Art. Die Spieler tanzten ausgelassen und schubsten einander hin und her.

Ob das 1:0 über Mainz 05, der dritte Sieg in Serie, zur sogenannten Herbstmeisterschaft reichen würde, konnten sie noch nicht wissen, weil Bayer Leverkusen, nach sechzehn Runden an der Spitze, erst am Samstag antrat. Den Schalkern genügte die Gewissheit, mindestens als Bundesliga-Zweiter in die kurze Winterpause gehen zu können. Ihr Zwischenzeugnis fällt besser aus, als alle erwartet hatten, Spieler und Trainer eingeschlossen, die ja von Berufs wegen zur Zuversicht angehalten sind.

„Das ist überragend, das ist die Zahl, an der ich alles messe“

Nicht einmal Felix Magath, der gefeierte Initiator des Aufschwungs, hatte mit einem solchen Zuwachs an Zählbarem gerechnet. Im Frühjahr noch als Meistermacher des VfL Wolfsburg gefeiert, führte er binnen eines halben Jahres eine mit jungen frischen Kräften eiligst generalüberholte Schalker Mannschaft in die feinsten Kreise der Liga zurück. Aber Magath bemisst den Wert seines Wirkens nicht in erster Linie nach dem Tabellenplatz.

Eher nach einer Zahl, die im Klassement ein wenig weiter rechts steht - und auch nach ideellen Gesichtspunkten. „Vierunddreißig Punkte, das ist etwas, was wir uns nicht einmal erträumt hatten“, sagt der kühle Kalkulator, der nicht gerade in dem Ruf steht, den Fußballplatz als Traumwelt aufzufassen. „Das ist überragend, das ist die Zahl, an der ich alles messe“, sagt er und fügt nebenbei hinzu, ein Platz unter den ersten fünf bleibe das Saisonziel.

Felix Magath: „Wir haben eine gigantische Stimmung“

Der Erfolg, aber auch dessen Zustandekommen hat Spieler und Fans wieder zueinander geführt. Die Mannschaft erscheint in diesen Wochen nicht mehr als Haufen schwertrainierbarer Einzelunternehmer, sondern als starke Gemeinschaft, die Magaths Maxime verinnerlicht hat. Der Trainer predigt harte Arbeit als obersten Leitsatz. Die Profis folgen ihm. Und die Fans auch.

„Wir haben eine gigantische Stimmung“, sagt Magath, der sich vor der Saison und auch noch nach den ersten Spielen darüber gewundert hatte, wie unterkühlt, zuweilen abweisend die sonst für ihre Inbrunst bekannten Anhänger des FC Schalke ihrer Lieblingsmannschaft gegenüberstanden. Auch die Anhänger dürfen sich inzwischen wieder als Teil eines großen Ganzen fühlen, nicht nur aus ihrem Selbstverständnis heraus, sondern vom Meister selbst bestätigt. Ohne den Zuspruch der Fans „hätten wir mit Sicherheit weniger Punkte“, sagt Magath.

„Wir werden nicht durchdrehen, wir kennen unsere Mängel“

So nüchtern er wirken mag - Magath hat offenbar ein Gespür dafür, Emotionen zu wecken und zu bedienen, auch deshalb hat er den eher spröden Meisterklub Wolfsburg Richtung Gelsenkirchen verlassen. Arbeit, Kampf, Ausdauer - das schätzen Enkel und Urenkel der Kumpel auf den Rängen immer noch am meisten. Wenn diese Parameter stimmen, verzeihen sie den Spielern so manches. Dann kommt der Spaß von ganz allein, auch ohne den Esprit eines Kurzpassspiels à la Schalker Kreisel, mehr handwerklich als künstlerisch wertvoll.

Insofern fasste der nur im Ergebnis knappe Sieg über eine harmlose, hilflose, beinahe willenlose Mainzer Elf Stärken und Schwächen des königsblauen Ensembles nochmals zusammen, auch wenn Jefferson Farfans Tor des Tages (12. Minute), ermöglicht durch eine filigrane Steilvorlage des jungen Aufsteigers Lewis Holtby, eine zauberhafte Ausnahme von der Schalker Regel bildete, Siege mit Willen statt mit Witz zu erzwingen.

Sogar diesem Defizit wussten die Westfalen noch etwas Gutes abzugewinnen an diesem Abend, der Schalke, trotz eisiger Kälte, ein vorerst mildes Klima mit ruhigem Winterwetter verheißt. „Wir werden jetzt nicht durchdrehen, wir kennen unsere Mängel“, sagt Kapitän Heiko Westermann. Auch solche Selbstreflexion macht den Fortschritt des FC Schalke derzeit aus.

Schalke 04 - FSV Mainz 05 1:0 (1:0)
Schalke:
Neuer - Zambrano, Westermann, Bordon, Schmitz - Höwedes, Matip - Rakitic (75. Sanchez) - Farfan (83. Moravek), Holtby (54. Moritz) - Kuranyi
Mainz:
Müller - Heller, Bungert, Noveski, Löw - Karhan, Pekovic (46. Baljak) - Hoogland, Soto (75. Polanski), Amri (62. Schürrle) - Bance
Schiedsrichter:
Deniz Aytekin (Oberasbach)
Tor:
1:0 Farfan (12.)
Zuschauer:
60.852
Gelbe Karte:
- Polanski

Quelle: F.A.Z.
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