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Mittwoch, 19. Juni 2013
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1:0 gegen Amsterdam Lewandowski ist Dortmunds spätes Glück

 ·  Stürmer Lewandowski schießt Dortmund gegen Amsterdam spät zum 1:0-Auftaktsieg in die Champions-League-Saison. Zuvor scheitert Hummels mit einem ängstlich getretenen Foulelfmeter.

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© dapd Spätes Dortmunder Glück: Lewandowski trifft aus kurzer Entfernung zum 1:0

Wie sehr hatten Fans, Verantwortliche und Spieler von Borussia Dortmund sich nach einem Erfolgserlebnis in der Champions League gesehnt. Beim Start in die neue Europapokalsaison wollte der deutsche Fußballmeister endlich die These widerlegen, er sei nur eine nationale Größe - oder gar nur „eine relativ regionale Sache“, wie Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor kurzem behauptet hatte. Gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam ist das einigermaßen gut gelungen.

Vor 65.830 Zuschauern im natürlich ausverkauften Dortmunder Stadion gewann der BVB die Auftaktpartie dank eines späten Treffers von Robert Lewandowski in der 87. Minute 1:0. Damit legte der BVB eine erste Basis für seine Achtelfinal-Ambitionen in der überaus schweren Gruppe D, in der auch Real Madrid und Manchester City, die Meister aus Spanien und England antreten.

Gegen widerstandsfähige Niederländer brauchten die Dortmunder viel Geduld - auch weil Mats Hummels in der 58. Minute einen Foulelfmeter verschossen hatte. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte vor der Partie noch einmal bekräftigt, von der Dortmunder Art, Fußball zu spielen, nicht abrücken zu wollen. „Es wird kein Rasenschach geben“, sagte er. Zweckfußball nach Mailänder oder Londoner (Chelsea) Art passt nicht zum Charakter der Dortmunder Borussen, auch nicht nach den schmerzlichen Erfahrungen aus der Champions-League-Saison des vergangenen Jahres, die der BVB als Gruppenletzter beendet hatte. Also lautete die Devise: Volle Kraft voraus.

Das war auch an der Aufstellung abzulesen: Im Vergleich zum jüngsten Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen (3:0) wählte Klopp eine noch offensivere Variante - mit Mario Götze und Marco Reus in der Startelf. Um eine freie Stelle im offensiven Mittelfeld für Reus zu schaffen, musste Kevin Großkreutz, der Mann vom linken Flügel, auf der Ersatzbank Platz nehmen. Auf allen anderen Positionen blieb die Mannschaft unverändert.

Leichtfertiger Ballverlust von Gündogan

Das Bestreben, nach vorn zu spielen, wenn auch mit Augenmaß, war dem deutschen Meister sofort anzumerken. Die erste gute Chance indes bot sich dem FC Ajax, einer Mannschaft, die ähnlich jung ist und ähnlich offensiv ausgerichtet wie der BVB. Ein leichtfertiger Ballverlust von Ilkay Gündogan beim Versuch, das Spiel aufzubauen, eröffnete Christian Eriksen in der zwölften Minute unverhofft die Möglichkeit zum Führungstreffer, doch Torhüter Roman Weidenfeller parierte zur Ecke. Dem Dortmunder Bemühen fehlte es an Durchschlagskraft. Ajax zeigte sich im typisch holländischen 4-3-3-System gut organisiert und hochkonzentriert im Abwehrverhalten.

So kamen die Borussen im ersten Durchgang nur einmal vielversprechend zum Abschluss. Dank der Vorarbeit von Reus hatte Verteidiger Marcel Schmelzer freie Schussbahn, scheiterte aber an Torhüter Kenneth Vermeer. Auf der anderen Seite fuhr den Dortmundern zehn Minuten vor der Pause abermals der Schrecken in die Glieder. Wieder bewahrte Weidenfeller seine Elf vor einem Rückstand. Als Linksaußen Dark Boerrigter auf ihn zulief, eilte der Torwart dem Angreifer beherzt entgegen und rettete in höchster Not. Die Dortmunder waren gewarnt.

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Die Erlösung: Lewandowski (zweiter von rechts) entscheidet das Spiel kurz vor Schluss für Dortmund © dpa Die Erlösung: Lewandowski (zweiter von rechts) entscheidet das Spiel kurz vor Schluss für Dortmund

Bei aller Angriffslust versuchten sie, ihre Sicherheitsinteressen gegen diesen schwierigen Gegner nicht zu vernachlässigen. Bloß nicht ins offene Messer laufen - auch das gehört zum Plan einer Mannschaft, die in der Champions League bestehen will. Der Dortmunder Plan wäre kurz nach Pause fast durchkreuzt worden. Wieder war Weidenfeller als Nothelfer gefordert - er bestand auch diese Prüfung. Aber auch vor dem Tor der Niederländer wurde es nun unruhiger. Lewandowski und Reus kamen einem Treffer nahe, und Mats Hummels kam ihm noch näher. Nach einem Foul von Ricardo van Rhijn an Götze erkannte der italienische Schiedsrichter Paolo Tagliavento auf Strafstoß.

Hummels scheitert vom Elfmeterpunkt

Der selbstbewusste Dortmunder Innenverteidiger übernahm am Elfmeterpunkt die Verantwortung, scheiterte aber mit einem schwachen, unplazierten Schuss an Vermeer (58.). Trotz dieses Fehlschusses blieben die Borussen voller Tatendrang und versuchten es weiter. Die Heimelf wirkte zwar optisch überlegen, verstand es aber lange Zeit nicht, die gegnerische Abwehr zu überlaufen oder zu überlisten. Kurz vor Schluss wurden Geduld und Offensivgeist der Westfalen aber belohnt. Als die Zeichen schon auf Unentschieden standen, hatte Lewandowski doch noch einen lichten Moment und brachte die BVB-Fans zum Jubeln. Und Trainer Klopp konnte die Krawatte, die er zu seinem schicken grauen Anzug trug, ein wenig lockern. Das war für ihn und seine Mannschaft gerade noch einmal gutgegangen.

Borussia Dortmund - Ajax Amsterdam 1:0 (0:0)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (89. Leitner), Kehl - Blaszczykowski (73. Perisic), Götze (88. Schieber), Reus - Lewandowski
Ajax Amsterdam: Vermeer - van Rhijn, Alderweireld, Moisander, Blind - de Jong, Poulsen, Eriksen - Sana (89. Sulejmani), Babel (79. Schöne), Boerrigter
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)
Zuschauer: 65.829 (ausverkauft)
Tor: 1:0 Lewandowski (87.)
Besonderes Vorkommnis: Hummels (Dortmund) scheitert mit Foulelfmeter an Vermeer (58.)
Gelbe Karten: - / Sana, van Rhijn

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