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0:3 in Barcelona Werder enttäuscht: „Brauchen ein Riesenwunder“

27.04.2007 ·  Nach dem 0:3 im Hinspiel des Uefa-Cup-Halbfinales bei Espanyol Barcelona hat Werder Bremen kaum noch einen Chance, das Endspiel zu erreichen. Torwart Tim Wiese wurde nach einer Notbremse vom Platz gestellt. Roland Zorn berichtet aus Barcelona.

Von Roland Zorn, Barcelona
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Reisen nach Barcelona lohnen sich für Werder Bremen nicht wirklich. Schied der Spitzenklub der Fußball-Bundesliga dort im Dezember des Vorjahres mit einer 0:2-Niederlage beim FC Barcelona aus der Champions League aus, verringerten sich am Donnerstagabend die Aussichten der Norddeutschen auf den Gewinn des Uefa-Pokalwettbewerbs auf ein Minimum. Diesmal unterlag Werder 0:3 im Halbfinalhinspiel des kleineren europäischen Vereinswettbewerbs beim kleineren katalanischen Erstligaklub.

Espanyol Barcelona setzte sich durch die Kopfballtreffer von Moisés Hurtado (20. Minute) und Pandiani (50.) sowie durch das Tor von Coro (88.) verdientermaßen gegen die nie zu ihrem Spiel findenden völlig enttäuschenden Bremer durch. Werder musste zudem von der 58. Minute das Handikap verkraften, ohne Torwart Wiese weiterzumachen. Der durch Reinke gut ersetzte Keeper bekam nach einer „Notbremse“ an Tamudo die Rote Karte vorgehalten. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag muss schon wieder mal ein Bremer Fußballwunder her, will Werder noch in das Finale am 16. Mai in Glasgow einziehen. „Es muss ein Riesenwunder her“, sagte Torsten Frings, „wenn wir so spielen, haben wir keine Chance.“

Diego auf Schritt und Tritt bekämpft

Im inzwischen ziemlich verstaubten Olympiastadion von 1992 herrschte ausnahmsweise jene Hochstimmung, wie man sie von anderen Orten bei vergleichbar bedeutenden Anlässen kennt. Dass der kleine Bruder des großen FC Barcelona wenigstens für einen Tag die Chance besaß, aus dem großen Schatten des übermächtigen Ortsrivalen herauszutreten, war unter den 35.000 leidenschaftlich Anteil nehmenden Zuschauern spürbar. Die leicht favorisierten Norddeutschen, daheim und unterwegs wegen ihrer Offensivkraft gerühmt und gefürchtet, begegneten auf dem Montjuic der Mannschaft, die im laufenden Wettbewerb mit bis dahin 29 Toren die meisten Treffer erzielt hatte. Das ließ zumindest auf ein Spektakel hoffen. Davon aber war zwanzig Minuten lang in einer ziemlich verkrampften Partie nichts zu spüren. Werder bekam die Begegnung nicht in den Griff, weil Spielmacher Diego auf Schritt und Tritt vor allem von Hurtado knochig bekämpft und blockiert wurde.

0:3 gegen Barcelona: Werder braucht ein Wunder

Espanyol setzte sein Spiel dagegen mit dichter Defensive und überfallartigen Attacken durch. Das 1:0 durch einen Kopfball von Moisés Hurtado (20.) war allerdings vermeidbar. Sowohl der im Rückspiel nach der dritten Verwarnung gesperrte Schütze als auch der auffällig wuchtige Flankengeber Rufete wurden von niemand gestört. „Wenn man sich an die Zuteilung bei Standards nicht hält, dann verliert man eben“, klagte Frings.

„Wir haben geschlafen“

Nach dem Rückstand entwickelte sich das zuvor ungeordnete Hin und Her zu einer Auseinandersetzung mit etwas mehr Struktur, wobei Barcelona stets gefährlicher anmutete als die kultiviert, aber folgenlos kombinierenden Bremer. Frings besaß mit einem von Iraizoz parierten Distanzschuss (22.) noch die beste Gelegenheit für Werder. Insgesamt fehlte dem Team von Trainer Thomas Schaaf jener Punch, der die Grün-Weißen in der Bundesliga auszeichnet.

Dass der frühere spanische Nationalspieler Ivan De la Pena noch immer ein Kicker mit viel Ballgefühl ist, musste Werder gleich nach der Pause erfahren. Den Eckball mit Schnitt des 1,71 Meter langen, glatzköpfigen Mittelfeldspielers wuchtete der in einer Woche ebenfalls „gelbgesperrte“ Pandiani (50.), ungestört von Naldo, per Kopf ins Netz. Torhüter Wiese griff in diesem für Werder fatalen Moment nicht ein. Für den Keeper kam es noch schlimmer. Nach einem wilden Rettungsversuch gegen den von De la Pena auf den Weg geschickten Tamudo (58.) bekam der Schlussmann vom norwegischen Schiedsrichter Övrebö die Rote Karte vorgehalten. „Ich kam einen Schritt zu spät, aber wir haben auch geschlafen, der Pass kam aus der Hälfte von Barcelona.“ Abpfiff für den unnötig ungestümen Rheinländer, Notdienst für den norddeutschen Torwart-Veteranen Andreas Reinke, dem Jensen Platz gemacht hatte. In Unterzahl ging es für Werder vor allem um Schadensbegrenzung, Aber auch das gelang nicht, weil Coro zwei Minuten vor dem Abpfiff das 3:0 für Espanyol bei einem Konterangriff gelang. Und Fritz wegen einer Gelben Karte nun wie Wiese beim Rückspiel zuschauen muss.

Halbfinal-Hinspiele, Uefa-Cup:

Espanyol Barcelona - Werder Bremen 3:0 (1:0)
Barcelona: Irairoz - Lacruz, Torrejon, Jarque, David Garcia - de la Pena (79. Jonatas), Moises Hurtado - Rufete (83. Coro), Riera - Pandiani (73. Ito), Tamudo
Bremen: Wiese - Fritz, Naldo, Pasanen, Owomoyela - Baumann (79. Vranjes) - Frings, Jensen (60. Reinke) - Diego - Klose (74. Hugo Almeida), Hunt
Schiedsrichter: Tom Henning Övrebö (Norwegen)
Tore: 1:0 Moises Hurtado (20.), 2:0 Pandiani (50.), 3:0 Coro (88.)
Zuschauer: 37.000
Rote Karte: Wiese nach einer Notbremse (58.)
Gelbe Karten: Pandiani (3), Moises Hurtado (3) - Fritz (3), Baumann

CA Osasuna - FC Sevilla 1:0 (0:0)
Zuschauer: 19.500
Tor: 1:0 Soldado (55.)

Quelle: F.A.Z.
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