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0:3 in Aue Eintracht nass gemacht

 ·  Hitzeschlacht ohne Happy End: Eintracht Frankfurt scheidet durch ein 0:3 in Aue schon in der ersten Pokalrunde aus. Torwart Trapp sieht Rot. Bruchhagen und Hellmann flüchten wortlos.

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© dpa Heiß gelaufen - ohne Ertrag: Oliver Occean

Als ob Rainer Falkenhain es vorher geahnt hätte. „Die Punktspiele gegen Aue haben wir bisher alle gewonnen“, sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung mit warnendem Unterton. „Aber im Pokal noch nie.“ Da muss sich die Frankfurter Eintracht tatsächlich gedulden, denn am heißesten Tag des Jahres gab es bei 35 Grad im Schatten die unverhoffte kalte Dusche. 0:3 in der ersten Runde des DFB-Pokals beim FC Erzgebirge Aue.

Der Tiefschlag traf die Hessen völlig überraschend. Doch auf der Suche nach Gründen wird man schnell fündig. Schlüsselszene des Aus in Aue vor 9500 Zuschauern war die 19. Minute. Heiko Butscher, einer aus der labilen Innenverteidigung des Bundesliga-Rückkehrers, spielte einen völlig missglückten Rückpass Richtung Kevin Trapp. Der von Trainer Armin Veh zuvor zum Stammtorhüter ernannte Schlussmann machte sich sprintend auf den Weg, um den Auer Angreifer Jakub Sylvestr zu stoppen. Dabei kam es zu einem Foulspiel, Schiedsrichter Daniel Siebert entschied auf Strafstoß. „Und weil es diese blödsinnige Regel gibt“, wie Veh später rügte, „gab es auch noch Rot für Kevin, der absolut schuldlos ist.“

Für die Eintracht, die gut in die Fußballpartie gekommen war und schon nach zwei Minuten durch Sebastian Rode, ihren Besten, in Führung hätte gehen können, lief danach so gut wie nichts nach Plan; auch als die Sachen ebenfalls nur noch zu zehnt agierten, nachdem Oliver Schröder mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden war (70.). Takashi Inui verließ früh notgedrungen seinen Posten, Oka Nikolov ging ins Tor, konnte den Elfmeter von Thomas Paulus aber nicht parieren. Trotz langer Unterzahl war die Eintracht die spielbestimmende Mannschaft - mit einem kleinen Schönheitsfehler: Es fehlte ihr die Durchschlagskraft.

Die einzige Sturmspitze Olivier Occean, fleißig beim Halten und Weiterleiten von Bällen, hatte keine Chance. Die einzige Gelegenheit bis zum Schlusspfiff vergab der im Fünfmeterraum freistehende Stefan Aigner. „Er hatte gerufen, dass er den Ball haben wollte“, sagte Passgeber Alexander Meier über die Szene in der 73. Minute, „in der wir mit einem Tor vielleicht noch rangekommen wären“, wie Veh in seiner Analyse anführte. Doch der Zugang aus München verpasste. Effektiver, besser und nachhaltiger machten es die Männer aus dem Erzgebirge. Schnell und schnörkellos war ihnen nach genau einer Stunde Treffer Nummer zwei geglückt. Den Pass über das halbe Feld von Torwart Martin Männel leitete Guido Kocer direkt in den Lauf des überragenden Sylvestr weiter. Nikolov war chancenlos. Und auch beim dritten Tiefschlag zeigte Sylvestr Übersicht. Kurz vor dem Schlusspfiff schob er den Ball nach einer Kontersituation ins leere Frankfurter Tor.

Aus in Aue, Aus im Pokal. Dabei hatte Veh im Anschluss an den Platzverweis wirklich alles versucht. Nach der Pause, als Benjamin Köhler für Butscher in die Partie kam, machte er aus der Vierer- eine Dreierabwehrkette. Besser jedoch wurde das Abwehrverhalten der Frankfurter nicht. Besonders Neuling Vadim Demidov offenbarte viele Mängel. Zum Schluss, als auch noch Stefano Celozzi als frischer Rechtsverteidiger eingewechselt wurde (75.), rückte Sebastian Jung vom Außenposten in die Zentrale. Doch es half nichts.

Bruchhagen und Hellmann ohne Worte

„Wir wollten als Mannschaft dagegen ankämpfen, aber wir haben es einfach nicht geschafft“, sagte später Pirmin Schwegler, ohne dabei die seiner Ansicht nach nötigen Folgen außer Acht zu lassen. „Wir können jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen“, meinte der Eintracht-Kapitän. „An dieser Niederlage haben wir zu knabbern. Das muss verarbeitet werden.“ Grundsätzlich jedoch sieht Schwegler die Eintracht nicht in Gefahr. „An unserer Saisonvorbereitung hat es nicht gelegen. Und von den Ergebnissen haben wir uns auch nicht blenden lassen.“

Was das 4:2 im vermeintlichen Härtetest gegen den FC Valencia jedoch tatsächlich Wert gewesen ist, hat die missglückte Reise ins Erzgebirge gezeigt. Übrigens: Heribert Bruchhagen muss das schnelle Aus im Pokal gar nicht gut bekommen sein. Der Vorstandschef der Eintracht, ansonsten ein verlässlicher Gesprächspartner, verließ flinken Fußes das Erzgebirgsstadion. Bloß schnell weg hier. Mit in seinem Schlepptau: Vorstandskollege Axel Hellmann. Neben der sportlichen Enttäuschung ist es wohl auch die wirtschaftliche Komponente, die die beiden Männer sprachlos werden ließ. Für das Erreichen der zweiten Runde hätte es 250.000 Euro gegeben.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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