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0:2 gegen Bordeaux Die Bayern sind wohl einfach keine Champions

 ·  Bayern München hat sich endgültig am Bordeaux verschluckt. Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Girondins droht der Abstieg in die Europa League. Nur Schützenhilfe der bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Franzosen könnte den Bayern noch ein Hintertürchen öffnen.

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Das Selbstbewusstsein des FC Bayern München und seines Trainers Louis van Gaal hat einen herben Dämpfer erlitten, denn die Aussichten, auch im neuen Jahr noch in der Champions League spielen zu dürfen, stehen nicht mehr besonders gut. Der Verein muss sich nach der 0:2-Niederlage gegen Girondins Bordeaux am Dienstag darauf einstellen zum zweiten Mal nach der Saison 2002/2003 in der Gruppenphase auszuscheiden.

Der erschreckend leidenschaftslos auftretende deutsche Rekordmeister, der vor 66.000 Zuschauern zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren in der Champions League zu Hause verlor, bleibt nur dann im Rennen, wenn er die beiden letzten Spiele daheim gegen Haifa und bei Juventus Turin gewinnt, und außerdem das bereits fürs Achtelfinale qualifizierte Bordeaux Schützenhilfe in deren Spiel gegen Juventus leistet. Den Franzosen, für die Gourcuff (37.) und Chamakh (89.) trafen, reichten zwei gefährliche Aktionen, um in München zu gewinnen.

Louis van Gaal verzichtete auf eine Systemveränderung. Dass in der Viererkette Martin Demichelis für Daniel van Buyten ins Team rücken würde, war von Anfang klar gewesen. In der Offensive, für den umtriebigen Thomas Müller, hingegen machte es der Bayern-Trainer etwas spannend, und entschied sich letztendlich doch für die naheliegende Variante mit Daniel Pranjic auf der linken Seite. Während der kroatische Nationalspieler beinahe nahtlos an seiner bisherigen schwachen Auftritte anknüpfe, wusste der andere Neuling in der Mannschaft zu überzeugen. Demichelis war bei den wenigen Vorstößen der Franzosen aus dem Spiel heraus zur Stelle.

Keine Leidenschaft, kein Tempo

Die Bayern hatten sich vor der Partie siegessicher gegeben, denn „es ist Tradition“, hatte van Gaal wissen lassen, dass die Mannschaft immer, wenn es darauf ankomme, zur Stelle sei. Am Dienstag aber erweckten die Münchner nicht den Eindruck, als ginge es in diesem Spiel schon um das Weiterkommen, um den Einzug ins Achtelfinale. Erschreckend harmlos begannen sie die Partie. Sowohl die Leidenschaft, die fehlenden Esprit hätte wenigstens halbwegs wettmachen können, als auch das Tempo fehlte dem Bayern-Spiel. Die Franzosen ruhten sich auf ihrem Sieg von vor zwei Wochen aus, spielten nicht annähernd so bissig, so stürmisch, aber offenbar gerade diese Konzentration auf die Defensive bereitete dem deutschen Rekordmeister wieder einmal große Schwierigkeiten.

Es dauerte eine gute halbe Stunde, ehe die Bayern zum ersten Mal die Franzosen in Bedrängnis brachten. Zunächst konnte Girondins' Torwart Cédric Carrasso einen von Schweinsteiger geschossen Freistoß nicht festhalten, dann musste Michael Ciani Kloses Schuss auf der Linie abwehren. Dass der Verteidiger dazu die Hand zu Hilfe nahm, entging dem portugiesischen Schiedsrichter Pedro Proenca allerdings, er verwehrte deshalb den Bayern den fälligen Strafstoß. Es hätte der Beginn einer schwungvolleren Phase sein können, aber stattdessen trat Bordeaux kurz darauf zu einem seiner wenigen Angriffe an.

Die Bayern handelten sich 25 Meter vor dem Tor einen Freistoß ein. Wendel hob den Ball über die Mauer, an der sich Yoann Gourcuff vorbei schlich, Bayern-Kapitän Mark van Bommel hatte nicht aufgepasst, und aus fünf Metern vorbei am schlecht postierten Münchner Torwart Jörg Butt zum 1:0 für die Franzosen einköpfte (37.). Von dem Schock erholten sich die Bayern bis zum Ende der ersten Hälfte nicht mehr.

Robben brachte Schwung - aber keine Tore

Als sich Robben in der Pause aufwärmte, klatschten die Zuschauer zum ersten Mal Beifall. Es war zu erwarten gewesen, dass van Gaal das müde Treiben seiner Elf nicht mehr länger hinnehmen würde. Robben kam für Klose ins Spiel, und die zweite Halbzeit begann tatsächlich munter. Luca Toni setzte sich in der 47. Minute nach einem Zuspiel von Schweinsteiger fein durch, drosch den Ball dann allerdings aus vierzehn Metern über das Tor. Vier Minuten später hätte van Bommel beinahe seinen Lapsus aus der ersten Hälfte wieder gut gemacht, aber seinen strammen Schuss konnte Ciani abblocken.

Nach einer knappen Stunde setzte van Gaal auf Risiko und brachte den Stürmer Gomez für den Verteidiger Braafheid. Die Bayern berannten fortan das Tor der Franzosen, sie schafften es auch im Gegensatz zur ersten Hälfte einige Mal gefährlich in den Strafraum einzudringen, aber Robben und Gomez (beide 62.) vergaben die aussichtsreichsten Chancen. In der Schlussphase fehlte den Münchnern der Durchschlagskraft, die Leidenschaft und auch die Klasse. Das zweite Tor der Franzosen durch Chamakh fiel in der 89. Minute nach einem Konter.

Bayern München - Girondins Bordeaux 0:2 (0:1)
München:
Butt - Lahm, Demichelis, Badstuber, Braafheid (59. Gomez) - van Bommel - Timoschtschuk, Pranjic - Schweinsteiger - Klose (46. Robben), Toni. - Trainer: van Gaal
Bordeaux: Carrasso - Chalme, Ciani, Planus, Tremoulinas - Plasil (84. Sane), Diarra, Wendel (68. Jussie) - Fernando - Gourcuff, Chamakh. - Trainer: Blanc '
Schiedsrichter: Pedro Proenca (Portugal)
Tore: 0:1 Gourcuff (37.), 0:2 Chamakh (89.)
Zuschauer: 66.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Pranjic - Diarra, Planus

Quelle: F.A.Z.
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