Home
http://www.faz.net/-gtl-6k31h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

0:1 gegen Spanien Deutsche Traumreise endet im Halbfinale

Die deutsche Mannschaft hat ihr großes Ziel nicht erreicht: Im WM-Halbfinale verliert die Elf von Joachim Löw gegen Spanien mit 0:1. In einem taktisch geprägten Spiel trifft Abwehrspieler Carles Puyol in der 73. Minute nach einer Ecke per Kopf. Die Spanier treffen am Sonntag im Endspiel auf die Niederlande.

© REUTERS Das 0:1 - Carles Puyol setzt sich nach einer Ecke wuchtig durch

Die Traumreise der deutschen Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft zu ihrem Ende gekommen. Im Halbfinale war Europameister Spanien gegen das junge deutsche Team ein zu spielmächtiger Gegner, um aus der zwölften deutschen Halbfinalteilnahme das achte Endspiel werden zu lassen. Die Kurzpassmeister dürfen nun - nach dem entscheidenden Treffer von Carles Puyol (73. Minute) mit einem unbedrängten Kopfball nach einem Eckball - am Sonntag in Johannesburg gegen die Niederlande (20.30 Uhr / FAZ.NET-Liveticker) ihr zweites Championat in Serie nach dem EM-Endspielsieg 2008 gegen Deutschland (ebenfalls 1:0) anstreben.

Michael Horeni Folgen:

In einem Duell, in dem sich die Deutschen schon früh in die Defensive gedrängt sahen, fehlten ihnen diesmal die spielerischen Möglichkeiten, um sich wie gegen England und Argentinien entfalten zu können. Das spanische Original war an diesem Abend von Durban besser als sein jugendlicher Herausforderer, der auch keine Möglichkeit fand, mit einem veränderten Konzept die Kombinationsfußballer in Bedrängnis zu bringen.

Mehr zum Thema

Auch als der Bundestrainer in den letzten Minuten seine Mannschaft fast ohne jede Absicherung auf den Ausgleich drängen ließ, ergaben sich keinen nennenswerten Torchancen. Die Deutschen müssen sich nun wie schon bei der Weltmeisterschaft 2006 mit dem Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay am Samstag in Port Elizabeth (20.30 Uhr / FAZ.NET-Liveticker) trösten - und mit der Aussicht, dass in den kommenden Jahren ihre Zeit für einen Titelgewinn nach einer erstklassigen Weltmeisterschaft 2010 noch kommen kann.

Der Abwehrspieler vom FC Barcelona machte den Finaleinzug perfekt © AP Vergrößern Der Abwehrspieler vom FC Barcelona machte den Finaleinzug perfekt

„Wir sind traurig und enttäuscht“, sagte Bundestrainer Löw, „aber die Spanier haben ein klasse Spiel gezeigt. Sie sind über drei Jahre eingespielt. Ich glaube, dass wir solche Spiele in Zukunft erfolgreich gestalten. Die Mannschaft hat heute nicht mit dem Mut und der Überzeugung wie in den ersten Spielen agiert. Ich will jetzt aber nicht Kritik üben, denn sie hat hier Tolles geleistet.“ Ziel sei es jetzt, das letzte Spiel zu gewinnen und Dritter zu werden.

Bei Özils Fall bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm

Die größte Aufregung in der ersten Halbzeit verursachte der Fall von Mesut Özil. Bei einem der wenigen deutschen Konter vor der Pause drang der Mittelfeldspieler in den Strafraum ein, und Sergio Ramos berührte den Bremer von hinten, ein Kontakt am Rande eines Elfmeters, aber Özils Sturz war vielleicht ein bisschen zu sehr auf den Pfiff des Schiedsrichters aus, so dass Kassai nicht reagierte. Joachim Löw beklagte sich am Spielfeldrand und die deutschen Spieler auch, aber eine ganz eindeutige Sache war dieser Fall eben auch nicht.

Ansonsten sahen sich die Deutschen in der ersten Halbzeit viel stärker zur Passivität verurteilt, als ihnen das lieb sein konnte. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die spanischen Altmeister des auf Ballbesitz angelegten dominanten Spiels sich die Herrschaft darüber nicht nehmen lassen wollten. Sie ließen den Ball und die Deutschen laufen, wie es das junge Team bisher noch nicht erlebt hatte. Sie hatten auch durch das frühe und gezielte Stören der Spanier im Mittelfeld, das Forchecking zu nennen übertrieben wäre, so große Schwierigkeiten beim geordneten, systematischen Spielaufbau wie bisher noch nie bei der WM.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
0:5 gegen Portugal U 21 blamiert sich im EM-Halbfinale

Sie wollten wie die goldene Generation von 2009 den Titel holen – und erleben eine bittere Lehrstunde. Die deutschen U-21-Fußballer verlieren das EM-Halbfinale gegen Portugal mit 0:5. Und sind damit noch gut bedient. Mehr Von Christian Kamp, Olmütz

27.06.2015, 19:53 Uhr | Sport
Löw und Klinsmann Lobgesang vor dem Trainerduell

Am heutigen Mittwochabend treffen die Teams der Fußball-Weggefährten Joachim Löw und Jürgen Klinsmann aufeinander, Deutschland spielt gegen Amerika. Am Tag vor dem Match zollten sich die beiden alten Freunde gegenseitig Respekt. Mehr

10.06.2015, 16:37 Uhr | Sport
Copa América Argentinien gewinnt Viertelfinale im Elfmeterschießen

Trotz vieler Torchancen kommt die Albiceleste in der regulären Spielzeit nicht zum Abschluss. Der kolumbianische Keeper Ospina pariert glänzend. Im Elfmeterschießen beweisen die Argentinier dann die stärkeren Nerven. Mehr

27.06.2015, 07:09 Uhr | Sport
Champions League Hat Schalke eine Chance in Madrid?

Schalke 04 steht vor dem Rückspiel des Achtelfinales der Champions-League bei Real Madrid. Die Spanier hatten im Hinspiel 0:2 gegen die Mannschaft aus Gelsenkirchen gewonnen. Mehr

10.03.2015, 16:02 Uhr | Sport
Frauenfußball-WM Japans totale Rotation

Vor dem Achtelfinale gegen die Niederlande ist das Team aus Japan die große Unbekannte bei der Frauenfußball-WM in Kanada. In der Vorrunde setzte der Titelverteidiger alle 23 Spielerinnen ein – und schlägt zum ersten Mal ungewöhnlich laute Töne an. Mehr Von Daniel Meuren, Ottawa

23.06.2015, 16:05 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.07.2010, 07:57 Uhr

Silvia Neid sollte dankbar sein

Von Daniel Meuren, Edmonton

Schlechte Ergebnisse werden öffentlich schön geredet, intern nicht wirklich diskutiert. Das Klima bei den DFB-Frauen fördert die Leistung nicht. Silvia Neid sollte mit der Kritik konstruktiv umgehen – und etwas wagen. Mehr 1