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0:1 gegen Spanien Deutsche Traumreise endet im Halbfinale

Die deutsche Mannschaft hat ihr großes Ziel nicht erreicht: Im WM-Halbfinale verliert die Elf von Joachim Löw gegen Spanien mit 0:1. In einem taktisch geprägten Spiel trifft Abwehrspieler Carles Puyol in der 73. Minute nach einer Ecke per Kopf. Die Spanier treffen am Sonntag im Endspiel auf die Niederlande.

© REUTERS Vergrößern Das 0:1 - Carles Puyol setzt sich nach einer Ecke wuchtig durch

Die Traumreise der deutschen Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft zu ihrem Ende gekommen. Im Halbfinale war Europameister Spanien gegen das junge deutsche Team ein zu spielmächtiger Gegner, um aus der zwölften deutschen Halbfinalteilnahme das achte Endspiel werden zu lassen. Die Kurzpassmeister dürfen nun - nach dem entscheidenden Treffer von Carles Puyol (73. Minute) mit einem unbedrängten Kopfball nach einem Eckball - am Sonntag in Johannesburg gegen die Niederlande (20.30 Uhr / FAZ.NET-Liveticker) ihr zweites Championat in Serie nach dem EM-Endspielsieg 2008 gegen Deutschland (ebenfalls 1:0) anstreben.

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In einem Duell, in dem sich die Deutschen schon früh in die Defensive gedrängt sahen, fehlten ihnen diesmal die spielerischen Möglichkeiten, um sich wie gegen England und Argentinien entfalten zu können. Das spanische Original war an diesem Abend von Durban besser als sein jugendlicher Herausforderer, der auch keine Möglichkeit fand, mit einem veränderten Konzept die Kombinationsfußballer in Bedrängnis zu bringen.

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Auch als der Bundestrainer in den letzten Minuten seine Mannschaft fast ohne jede Absicherung auf den Ausgleich drängen ließ, ergaben sich keinen nennenswerten Torchancen. Die Deutschen müssen sich nun wie schon bei der Weltmeisterschaft 2006 mit dem Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay am Samstag in Port Elizabeth (20.30 Uhr / FAZ.NET-Liveticker) trösten - und mit der Aussicht, dass in den kommenden Jahren ihre Zeit für einen Titelgewinn nach einer erstklassigen Weltmeisterschaft 2010 noch kommen kann.

Der Abwehrspieler vom FC Barcelona machte den Finaleinzug perfekt © AP Vergrößern Der Abwehrspieler vom FC Barcelona machte den Finaleinzug perfekt

„Wir sind traurig und enttäuscht“, sagte Bundestrainer Löw, „aber die Spanier haben ein klasse Spiel gezeigt. Sie sind über drei Jahre eingespielt. Ich glaube, dass wir solche Spiele in Zukunft erfolgreich gestalten. Die Mannschaft hat heute nicht mit dem Mut und der Überzeugung wie in den ersten Spielen agiert. Ich will jetzt aber nicht Kritik üben, denn sie hat hier Tolles geleistet.“ Ziel sei es jetzt, das letzte Spiel zu gewinnen und Dritter zu werden.

Bei Özils Fall bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm

Die größte Aufregung in der ersten Halbzeit verursachte der Fall von Mesut Özil. Bei einem der wenigen deutschen Konter vor der Pause drang der Mittelfeldspieler in den Strafraum ein, und Sergio Ramos berührte den Bremer von hinten, ein Kontakt am Rande eines Elfmeters, aber Özils Sturz war vielleicht ein bisschen zu sehr auf den Pfiff des Schiedsrichters aus, so dass Kassai nicht reagierte. Joachim Löw beklagte sich am Spielfeldrand und die deutschen Spieler auch, aber eine ganz eindeutige Sache war dieser Fall eben auch nicht.

Ansonsten sahen sich die Deutschen in der ersten Halbzeit viel stärker zur Passivität verurteilt, als ihnen das lieb sein konnte. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die spanischen Altmeister des auf Ballbesitz angelegten dominanten Spiels sich die Herrschaft darüber nicht nehmen lassen wollten. Sie ließen den Ball und die Deutschen laufen, wie es das junge Team bisher noch nicht erlebt hatte. Sie hatten auch durch das frühe und gezielte Stören der Spanier im Mittelfeld, das Forchecking zu nennen übertrieben wäre, so große Schwierigkeiten beim geordneten, systematischen Spielaufbau wie bisher noch nie bei der WM.

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