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Inoffizielle Fußball-WM : England kann doch noch Weltmeister werden

Trauer nicht nötig: England und Wayne Rooney können noch Weltmeister werden Bild: AP

Das Vereinigte Königreich schüttet Spott und Häme aus nach der WM-Bruchlandung der englischen Nationalmannschaft. Dabei können die „Three Lions“ noch Weltmeister werden - dank der Idee eines schottischen Fans.

          Was mussten Wayne Rooney, Steven Gerrard und Co. nicht alles an schlimmen Sachen lesen in den Samstags-Zeitungen ihres Heimatlandes. „Englands Schande“ schrieb der „Daily Telegraph“, mit „Coming home“ reduziert der „Mirror“ die Liedzeile aus dem Hit „Football's coming home“ auf den schmerzhaften Teil. „Gruppe D steht für Tod (death) des englischen Teams“, schreibt die „Daily Mail“. Geht man so mit einem Team um, das am Dienstag Weltmeister werden kann bei einem Sieg zum Vorrundenabschluss gegen Costa Rica? Ja, Sie haben richtig gelesen: England kann noch immer Weltmeister werden, mit Triumphgeheul Brasilien verlassen und den „Fußball samt Titel ins Mutterland zurückbringen“.

          Denn es gibt ja mitnichten nur jene Weltmeisterschaft nach dem Modus des Fußball-Weltverbands Fifa, die ja schon das Turnier auf bedenkliche Weise vergibt, wie man spätestens seit den ständigen Enthüllungen um die WM 2022 in Qatar weiß. Also sind ja auch Zweifel erlaubt an der Glaubwürdigkeit der Titelvergabe auf dem Wege von Qualifikationsspielen und Vorrundengruppen, oder?

          Beim Profiboxen machen sie es schließlich seit jeher anders, und wer wollte an der Rechtmäßigkeit der Größe beispielsweise eines Muhammad Ali, George Foreman oder Mike Tyson zweifeln, nur weil es im Boxen diverse Verbände mit ihren eigenen Weltmeistertiteln gibt? Also betrachten wir doch einmal den vermeintlich wahren Modus einer Fußball-Weltmeisterschaft. Den hat die UFWC, die Unofficial Football World Championships (Inoffizielle Fußball-Weltmeisterschaft), entwickelt.

          Idee eines schottischen Fans

          Die Idee geht  auf einen schottischen Fußballfan zurück, der „Guardian“-Journalist Paul Brown hat sie in Form einer Website gegossen, wo der Titel nach dem Modell des Profiboxens vergeben wird: Weltmeister kann werden, wer den vorherigen Titelträger herausfordert und besiegt. Der erste Weltmeister im 141 Jahre alten Stammbaum war demnach - England. Ein Sieg gegen Schottland im zweiten Länderspiel der Fußballweltgeschichte brachte die Krone ein, nachdem die weltweite Länderspielpremiere nach einem 0:0 noch auf die Krönung warten ließ.

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          Seither wechselte der Titel 209 mal seinen Besitzer, am längsten war Schottland Weltmeister, England stürzte am häufigsten den vorherigen Titelträger. Zuletzt gelang es den „Three Lions“ allerdings vor einer ganzen Weile, nämlich am 17. Juni 2000 mit einem Sieg im EM-Vorrundenspiel gegen Deutschland, das den Titel bis heute zum letzten Mal zwei Wochen zuvor in einem Testspiel gegen Vorgänger Tschechien erobert hatte.

          England kann aber nun nach dem Albtraum des Vorrunden-Ausscheidens bei der Fifa-WM träumen: Denn aktueller Weltmeister der Version UFWC ist Costa Rica, der letzte Vorrundengegner. Der „Weltmeisterfluch aus der Karibik“ hat den Titel im ersten Vorrundenspiel Uruguay abgejagt und gegen Italien auf meisterliche Weise verteidigt. England würde nun mit einem Sieg dem eigentlich bedeutungslosen letzten Gruppenspiel große Bedeutung geben. Ob das die heimischen Medien beschwichtigt?

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