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Playoffs gegen Schweden : Italiens spezieller Plan für die WM

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Als erster Spieler könnte Gianluigi Buffon an sechs Weltmeisterschaften teilnehmen. Bild: AFP

Für Gianluigi Buffon und Co. geht es in den Spielen der WM-Playoffs gegen Schweden um alles. Ein Scheitern wäre ein Desaster. Vor allem für den Torwart steht viel auf dem Spiel.

          Gigi Buffon, das sagt der Torwart selbst über sich, war früher ein respektloser Hallodri. Heute wählt der 39-Jährige seine Worte mit Bedacht, er wird von der italienischen Sportpresse sogar als Orakel befragt. Ob Italien auch diesmal zur WM fahren werde, wollte ein Reporter vor den Play-off-Spielen gegen Schweden an diesem Freitag (20.45 Uhr bei DAZN) in Solna und am Montag (20.45 Uhr bei DAZN) in Mailand von Buffon wissen. „Vor 20 Jahren hätte ich geantwortet: Wir sind schon bei der WM. Heute sage ich: Wir arbeiten daran, nach Russland zu fahren.“ Ein etwa 20 Jahre dauernder Reifeprozess verbirgt sich hinter diesen Worten. Die Partien gegen Schweden sind eine Wegscheide nicht nur für Italien, das seit 1958 keine WM-Endrunde mehr verpasste. Auch für Buffon steht viel auf dem Spiel. Löst die Squadra Azzurra die WM-Tickets, könnte Buffon als erster Spieler mit sechs WM-Teilnahmen in die Historie eingehen. Es wäre ein Karriereende, wie es der Keeper von Juventus Turin für sich für angemessen hält.

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          Kein Wunder also, dass Buffon die anstehenden Hürden besonders ernst nimmt. „Schwedens methodisches Vorgehen ist furchterregend. Sie machen immer dasselbe, aber das machen sie sehr gut“, sagte Buffon. Gemeint ist das seit Jahren praktizierte 4-4-2-System der Skandinavier mit einem engmaschigen Mittelfeld und konsequenter Verteidigung. Schweden setzte sich in der WM-Qualifikation 2:1 gegen den Tabellenersten Frankreich durch und verdrängte die Niederlande von Platz zwei der Gruppe. Offenbar haben Buffon und die Generation der italienischen WM-Sieger von 2006 das Bewusstsein der gesamten Mannschaft zu schärfen versucht. Als Italien in der Qualifikation nach einem schmählichen 1:1 gegen Mazedonien die WM-Teilnahme zu verpassen drohte, lasen die Senioren den jüngeren Spielern in der Kabine die Leviten. Zwei Spiele zuvor hatte Italien die direkte Qualifikation beim 0:3 gegen Spanien verpasst. Die Niederlage hatte ungeahnte Folgen.

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          Zum einen, das erzählen mehrere Spieler, habe die Niederlage einen psychologischen Knacks im Team verursacht, das seither so verunsichert spielte wie lange nicht mehr. Zum anderen wurde klar, dass Nationaltrainer Gian Piero Ventura mit seiner Kernaufgabe ein Jahr nach Beginn seines Engagements gescheitert ist. Ventura gilt als besonders begabt im Umgang mit jungen Spielern, er sollte einen überfälligen Generationswechsel bewirken. In den Play-offs lautet seine Devise nun: „Die Erfahrung zählt.“ Deshalb bleiben die Weltmeister von 2006 die Führungsfiguren. Neben Buffon sind das der 34 Jahre alte Daniele De Rossi vom AS Rom und der zwei Jahre ältere Andrea Barzagli, der in Venturas 3-5-2-System von Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci flankiert wird. Die Alten sollen es wieder richten. Die Zukunft kann warten.

          Das größte Enigma im italienischen Team heißt Marco Verratti, ist 25 Jahre alt und spielt bei Paris Saint-Germain. Verratti wurde schon als Erbe von Andrea Pirlo gefeiert, bleibt in den entscheidenden Spielen aber weit hinter den Erwartungen zurück. Immerhin spielt Verrattis Freund Zlatan Ibrahimovic nicht mehr bei Schweden mit, eine Tatsache, die manchen Italiener beruhigt. Dabei tritt die Mannschaft um den Leipziger Bundesligaprofi Emil Forsberg inzwischen als schlagkräftige Einheit auf, die sich von ihrem Star emanzipiert hat. Dass Italien vor Selbstbewusstsein strotzt, ist keineswegs zu behaupten. Die letzten Vorstellungen von Venturas Team waren alles andere als souverän, vor allem spielerisch haperte es. Aber Kunstschüsse oder persönliche Rekorde sollen keine Rolle spielen. Leonardo Bonucci, vor der Saison zum AC Mailand gewechselt, sieht es so: „Es wird hart. Aber wir sind Italien. Und dass wir uns nicht für die WM qualifizieren, ist keine Option.“

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