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1:0 n.V. gegen Argentinien : Erlöser Götze – Deutschland ist Weltmeister

Bild: REUTERS

Deutschland ist zum vierten Mal Weltmeister. Der eingewechselte Mario Götze entscheidet ein intensives Finale gegen Argentinien mit einem Tor in der Verlängerung. Deutschland trotzt einigen Widrigkeiten. Erstmals gewinnt eine europäische Mannschaft ein Turnier in Südamerika.

          Es war, als müssten die Deutschen zum Schluss noch einmal ein paar besonders schwere Prüfungen überstehen, bevor endlich ihre große Sehnsucht erfüllt wurde. Lange, sehr lange bissen sie sich die Zähne aus an einer argentinischen Mannschaft, die stärker war als von vielen erwartet. In der zweiten Hälfte der Verlängerung aber kam er, der goldene Moment. Als Mario Götze nach einem Zuspiel von André Schürrle den Ball mit der Brust annahm und mit einem Drehschuss vollendete (113. Minute). 1:0 – und damit tatsächlich der vierte WM-Titel für Deutschland nach 1954, 1974 und 1990.

          Zum ersten Mal also gewann eine europäische Mannschaft bei einem Weltturnier in Südamerika. Es war das etwas glückliche Ende eines guten und packenden Finales am Sonntag im Maracanã. Über das ganze Turnier gesehen aber hatten sich die Deutschen den Titel redlich verdient.

          Die Sehnsucht nach dem vierten Stern auf dem Trikot ist also erfüllt. Es war ein besonders kostbarer Moment, auch weil der deutsche Fußball länger auf ihn hatte warten müssen als auf die anderen beiden Titel nach 1954. 24 Jahre waren es seit dem Sieg von Rom, als ebenfalls Argentinien bezwungen worden war.

          Reif für den Titel

          Und das Warten war auch deshalb eine ungeduldige Angelegenheit, weil die Mannschaft schon 2006 und 2010 dem Ziel nahe gekommen war, aber jeweils im Halbfinale scheiterte. Jetzt, 2014, waren diese Mannschaft und ihr Trainer einfach reif für den Titel. Es war noch einmal ein mühsamer Weg dorthin. Als die Deutschen in Brasilien ankamen, machten sie noch nicht wirklich den Eindruck, für das ganz große Ziel gerüstet zu sei. In den fünf Wochen seitdem hat sich diese Mannschaft in beeindruckender Weise gefunden.

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          Am Ende waren die Deutschen die spielstärkste Mannschaft, die fitteste, und obendrein eine, die in besonderem Maße als Team auftrat. Das gemeinsam durch Dick und Dünn ging bei diesem Turnier. Das brauchte es auch, um in Brasilien endlich das Versprechen einzulösen, das diese vielleicht beste Generation der deutschen Fußballgeschichte dargestellt hatte. Joachim Löw steht damit nicht mehr nur als Erneuerer und Verschönerer des deutschen Spiels in den Geschichtsbüchern, sondern endlich auch mit einem zählbaren Eintrag in der Rubrik Titel. Der Bundestrainer wirkte in Brasilien noch einmal fokussierter – und zugleich auch verschlossener – als bei vergangenen Turnieren: als wollte er diesmal alles ausschalten, was ihn Energie und Konzentration hätte kosten können. Und auch er wurde mit diesem größten aller Titel belohnt.

          Gegen alle Widrigkeiten

          Die Deutschen hatten wirklich schon jede Menge erlebt bei dieser WM. Ein Spiel, in dem so viel gegen sie lief, aber noch nicht. Noch vor Anpfiff wurde die zuletzt so mächtige deutsche Mittelfeldzentrale gesprengt: Sami Khedira fiel verletzt aus. Und nach einer halben Stunde musste auch noch sein Ersatzmann, Christoph Kramer, verletzt vom Feld. Gemessen daran war es ein ordentlicher Auftritt von Löws Team, aber auch einer, der hinter dem zurückblieb, was die Mannschaft bei diesem Turnier schon gezeigt hatte. Die Argentinier waren nicht nur eine beherzt verteidigende, sondern auch die gefährlichere Mannschaft – es gab einige Momente, in denen die Deutschen mit dem Schrecken davonkamen. Am Ende aber hatten sie noch ein bisschen etwas zuzulegen, als beide Teams schon müde wirkten nach einem aufreibenden Spiel.

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