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1:0 gegen Belgien : Frankreich steht im Finale der Fußball-WM

Pure Freude: Antoine Griezmann und seine Mitspieler Bild: AP

Frankreich darf um den WM-Titel spielen: Dank eines Treffers von Samuel Umtiti kann die „Équipe tricolore“ am Sonntag ein zweites Mal nach 1998 den Weltpokal gewinnen.

          Mehr Spektakel konnte man bei dieser Weltmeisterschaft nicht erhoffen. Zwei Offensivreihen, die Tempo, Esprit und Tore versprachen – eine gute nachbarschaftliche Gemeinsamkeit zwischen Belgiern und Franzosen, die in Russland schon in den vergangenen Wochen bestens zur Geltung gekommen war. Auch am Dienstagabend in Sankt Petersburg ließen diese beiden Mannschaften wenig Wünsche offen.

          Fussball-WM 2018

          Lediglich mit den Treffern taten sie sich schwer, ansonsten aber lieferten sie sich im ersten Halbfinale ein Duell, das absolut zum Besten gehörte, was diese WM bislang zu bieten hatte. Es war allerdings kein Geniestreich, der den Franzosen kurz nach der Pause die Führung brachte, sondern eine profane, aber wuchtig und präzise ausgeführte Standardsituation. Samuel Umtiti köpfte nach einem Eckball von Antoine Griezmann ein (51. Minute).

          „Ich bin superstolz. Wir haben Druck gemacht. Wir haben gedrängt. Ich habe das Glück gehabt. Wir haben ein großes Match gemacht“, sagte Umtiti im Fernseh-Interview. Wie schon nach dem Achtelfinalsieg gegen Argentinien drängte sich Griezmann ins Bild und rief schelmisch grinsend: „Vive la France! Vive la republique!“ („Es lebe Frankreich. Es lebe die Republik.“)

          Weil die Mannschaft von Didier Deschamps diesen Vorsprung bis ans Ende der sechsminütigen Nachspielzeit verteidigte, zog sie in das große Moskauer Finale am Sonntag ein. Verdient insofern, als sie alles in allem den etwas reiferen, robusteren Eindruck machte. Aber auch etwas glücklich, weil die Belgier lange Zeit mehr gewagt und alles versucht hatten, ohne dabei aber ans Ziel zu kommen. Während der Weltmeister von 1998 nun am Sonntag (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und ZDF) gegen den Sieger aus dem Spiel Englands gegen Kroatien (Mittwoch, 20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und ZDF) um den Titel spielt, erstmals seit 2006 wieder, bleibt für die goldene belgische Generation mit ihrem Trainer Roberto Martinez nur das Duell um Bronze. „Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Wir müssen akzeptieren, dass es immer einen Sieger und einen Verlierer gibt. Aber wenn schon verlieren, dann so wie meine Spieler heute“, sagte Belgiens Trainer Roberto Martinez.

          Vorweggenommenes Finale

          Für viele war es auch so schon ein vorweggenommenes Finale, vor allem natürlich wegen der unwiderstehlichen Offensivreihen beider Teams. Antoine Griezmann, Kylian Mbappé und Olivier Giroud auf der einen Seite, Eden Hazard, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku auf der anderen. Auch die Staatschefs der beiden Länder wollten sich das nicht entgehen lassen, der französische Präsident Emmanuel Macron war ebenso nach Sankt Petersburg gekommen wie der belgische König Philippe.

          Auf dem Platz stand bei der Equipe Tricolore wie erwartet wieder Blaise Matuidi in der Startelf, der kantige Mittelfeldmann hatte gegen Uruguay gesperrt gefehlt, dafür musste Corentin Tolisso vom FC Bayern wieder weichen. Belgiens Trainer Martínez ersetzte den gesperrten Thomas Meunier durch Moussa Dembélé. Aber das waren nicht die Personalien, die dem Spiel seine Farbe und seinen Zauber gaben. Was das anging, waren alle Augen auf die Angriffsformationen gerichtet – zu Recht.

          Es brauchte nicht lange, ehe die Sache Fahrt aufnahm. Noch nicht einmal zehn Sekunden waren gespielt, als Mbappé auf der rechten Seite gleich mal voll beschleunigte, die belgischen Bewacher abhängte und aussichtsreich flankte; Griezmann im Zentrum kam allerdings nicht an den Ball heran. In der 6. Minute dann beinahe eine belgische Kopie dieses Angriffs. Auf der linken Seite startete Hazard durch, auch hier aber erreichte die Hereingabe nicht den Abnehmer, Lukaku. Die ersten Duftmarken waren gesetzt, und es zeigte sich schnell, dass es dabei nicht bleiben würde.

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