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Veröffentlicht: 01.07.2014, 00:35 Uhr

Deutschland im WM-Viertelfinale Dem Ende sehr nahe

Die deutsche Fußball-Nationalelf braucht gegen Algerien die Verlängerung, um mit einem 2:1-Sieg ins WM-Viertelfinale einzuziehen. Schürrle und Özil treffen für das DFB-Team. Nun wartet im Viertelfinale am Freitag Frankreich als nächster Gegner.

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© REUTERS Torschütze Andre Schürrle könnte die ganze Fußballwelt umarmen

Welch ein Zittersieg! Schon das Achtelfinale gegen den großen Außenseiter Algerien hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bis an ihre Grenzen gebracht. Erst ein Tor von André Schürrle in der Verlängerung setzte das Team von Bundestrainer Löw in die Spur für die Runde der letzten acht. Der Flügelspieler des FC Chelsea war zu Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel gebracht worden, weil die Offensive der DFB-Auswahl lahmte.

Peter Heß Folgen:

Mit seinem Einsatz wurde zunächst einiges besser und am Ende alles gut. Schürrle lenkte in der 92. Minute den Ball mit der Hacke nach einer Hereingabe von Thomas Müller zum 1:0 ins Tor. In der 119. Minute sorgte dann Mesut Özil mit dem 2:0 für die Entscheidung. Daran änderte auch nichts mehr der Treffer von Djabou zum 2:1-Endstand 45 Sekunden vor dem Abpfiff.

Lange Zeit konnte die deutsche Mannschaft froh sein, nicht in Rückstand zu geraten, und bis zum Abpfiff blieben die schnellen und zweikampfstarken Algerier bei Kontern gefährlich. Aber sie scheiterten immer wieder an Torwart Manuel Neuer. Dabei wehrte Neuer mehr Bälle außerhalb seines Strafraums ab als auf der Torlinie stehend. Im Viertelfinale trifft Deutschland nun am Freitag (18.00 Uhr / Live im WM-Ticker bei FAZ.NET) in Rio de Janeiro auf Frankreich, das zuvor Nigeria 2:0 besiegt hatte.

Das Drama von Porto Alegre Matchwinner: André Schürrle hat Deutschland ins Viertelfinale geschossen © REUTERS Bilderstrecke 

Das beste an der ersten Halbzeit aus deutscher Sicht war, dass es beim Pausenpfiff noch 0:0 stand. Algerien war seinem Ruf gerecht geworden, ein unangenehmer Gegner zu sein, doch als noch störender als die aggressiven und flinken Nordafrikaner hatten sich die Unzulänglichkeiten der deutschen Spieler erwiesen. Bundestrainer Löw war vor der Partie gezwungen gewesen, eine Änderung vorzunehmen.

Innenverteidiger Hummels hatte sich grippekrank abgemeldet. Für ihn rückte Mustafi ins Team, der als rechter Außenverteidiger wirkte. Dafür nahm Boateng, der bisher auf dieser Position spielte, den Platz im Abwehrzentrum ein – wie bei seinem Verein Bayern München. Da auch Mustafi in Genua meist Innenverteidiger spielt, blieb es beim Abwehrsystem mit vier Manndeckern in der Viererkette.

Die Taktik, die mehr Stabilität verleihen sollte, ging diesmal überhaupt nicht auf. Mustafi auf rechts und Höwedes auf links fanden keine Bindung zum deutschen Offensivspiel und keine zu ihren algerischen Gegenspielern. Sie wirkten in vielen Szenen hilflos und überfordert. Nicht viel besser erging es den deutschen Spielern in der Spielfeldmitte. Sie vermochten, stets gehetzt von den Nordafrikanern, kaum einmal, den Ball zu kontrollieren.

Nach wenigen Minuten griff eine Unsicherheit um sich, der sich lediglich Schweinsteiger ab und zu entziehen konnte. Für die Fehlpässe, die sich Kroos, Özil, Lahm und Götze in der ersten Halbzeit leisteten, benötigen sie sonst eine gesamte WM. Die Mannschaft war völlig von der Rolle. Kein Rad griff ins andere, obwohl sieben Bayern-Spielern in der Anfangsformation standen, die bestens eingespielt sein sollten.

Das deutsche Team konnte sich vor allem bei Torwart Neuer bedanken, dass es nicht in Rückstand geriet. Die deutsche Nummer eins verließ ein ums andere Mal den eigenen Strafraum, um in höchster Not zu retten, einmal sogar mit einer Berti-Vogts-Gedächtnis-Grätsche. Die Algerier machten es sich leicht. Sie ließen die Deutschen kommen, setzten sie dann mit schnellen Attacken unter Druck und spielten den Ball dann noch schneller in die Spitze, wo ihre Stürmer Slimani und Soudani lauerten. Das war alles so wirkungsvoll, weil jedere einzelne Algerier schneller und athletischer agierte als sein deutscher Gegenspieler, und weil ihre Aktionen die Präzision aufwiesen, zu der die Deutschen nicht fähig waren.

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