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Englische Einzelkritik : Trippier macht den Beckham – Walker einen Fehler

Am Ende mussten sich die Engländer den Kroaten geschlagen geben. Das Halbfinale war die Endstation bei dieser WM. Bild: dpa

Sterling wirbelt wie sonst nur Kane. Doch beide Offensivspieler bleiben erfolglos. Young wackelt auf der linken Seite. Die Kraft reicht bei fast allen nur für 108 Minuten. Die Engländer in der Einzelkritik.

          Kroatien steht im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Im Halbfinale gegen England fällt der Siegtreffer in der Verlängerung, in der die meisten Akteure der Three Lions ausgelaugt wirkten. Am Sonntag geht es für Kroatien in Moskau gegen Frankreich. Die Engländer in der Einzelkritik:

          Fussball-WM 2018
          Jan Ehrhardt

          Sportredakteur.

          Jordan Pickford: Im Achtelfinale gegen Kolumbien noch Held des Elfmeterschießens, im Viertelfinale gegen Schweden ohne Gegentor. Im Halbfinale gegen Kroatien jedoch zweimal geschlagen. Es dauerte indes bis zur 19. Minute, ehe er zum ersten Mal gefordert werden hätte können; aber Ivan Perisic zielte mit seinem Distanzschuss daneben. Beim ersten kroatischen Treffer durch eben jenen im zweiten Durchgang ohne Chance. In der Nachspielzeit gegen den heranstürmenden Mario Mandzukic erst hellwach, dann wurde auch er von diesem Kroaten bezwungen.

          Kyle Walker: Zunächst nur wenig gefordert. Schloss die Räume auf der rechten Seite dann aber nicht immer zuverlässig. Harmonierte im Zusammenspiel mit dem wuseligen Kieran Trippier vor ihm gut, wenngleich nur wenige Impulse für die Spieleröffnung von ihm ausgingen. Sah die erste Gelbe Karte seines Teams, als er schon in der 53. Minute auf Zeit zu spielen versuchte. Wurde beim 1:1 von Kroatiens Ivan Perisic überflügelt. Hätte sich bei diesem Gegentor entschiedener zum Ball orientieren müssen.

          John Stones: Das Zentrum der Dreierkette. Und als solches zumeist an Ort und Stelle, wenn es brenzlig wurde. Als die Kroaten Fahrt aufnahmen, grätschte er prompt den Ball knapp über der Grasnarbe aus dem Gefahrenbereich (30.). Auch nach dem Wechsel laufstark und abgebrüht. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer allerdings mit der ersten großen Unsicherheit. Hatte Glück, dass der Schuss vom starken Ivan Perisic nur an den Pfosten prallte. In der Verlängerung per Kopf mit der großen Chance auf die abermalige Führung, doch Sime Vrsaljko klärte kurz vor der Linie.

          Harry Maguire: Brachte sich bei fast jeder Standardsituation in Stellung, um mit seiner massigen Figur für Torgefahr zu sorgen. Schon in der ersten Hälfte dabei mit einigen guten Gelegenheiten. Defensiv als linker Außenposten der Abwehrkette ohne Tadel. Köpfte auch vor dem eigenen Kasten alles weg, was mit knapp unter zwei Metern Körperlänge zu erreichen war. An beiden Gegentreffern ohne Einflussmöglichkeit.

          Kieran Trippier: Erster Schuss, erster Treffer. Der Rechtsaußen der Three Lions versetzte sämtliche englischen Fußball-Fans in Ekstase, als er mit seinem unwiderstehlich über die Mauer ins lange Eck gezwirbelten Freistoß zum frühen 1:0 traf. Dies war das erste direkte Freistoßtor der Briten bei einer WM, das nicht von David Beckham erzielt wurde (seit Beginn der Datenerhebung 1966). Auch danach immer wieder gefährlich über den Flügel mit scharfen Hereingaben. Zum Ende der regulären Spielzeit jedoch unaufmerksam. Verlor das entscheidende Kopfballduell vor dem 1:2. Musste kurz vor dem Ende verletzt raus; seine Mannschaft war für die letzten fünf Minuten nur noch zu zehnt.

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