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Gündogan reagiert auf Pfiffe : „Ich bin immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen“

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Ilkay Gündogan (rechts) beim Länderspiel gegen den saudi-arabischen Torhüter Abdullah Al-Maiouf. Bild: Reuters

Nach seiner Einwechslung beim Länderspiel gegen Saudi-Arabien wurde jeder Schritt von Ilkay Gündogan im Leverkusener Stadion von Pfiffen der deutschen Fans begleitet. Nun meldet sich der Nationalspieler zu Wort.

          Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat mit einer gehörigen Portion Demut auf die Pfiffe gegen seine Person bei der WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien (2:1) reagiert. Er sei „immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen“, twitterte der Profi von Manchester City am Samstag. Dazu stellte Gündogan ein Foto, das ihn am Freitagabend nach dem Spiel im Kreise seiner Kollegen auf der kleinen Ehrenrunde zeigt. Der 27-Jährige applaudiert dabei den Fans in Leverkusen.

          Viele der Anhänger hatten Gündogan zuvor bei dessen Einwechslung (53.) und in der Folge bei jeder Aktion ausgepfiffen. Sie haben dem Mittelfeldspieler offenbar nicht verziehen, dass er sich wie Weltmeister Mesut Özil mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten ließ. Im Gegensatz zu Kollege Özil hatte sich Gündogan in der Folge jedoch einigen Medienvertretern gestellt und einen Erklärungsversuch abgegeben: „Wir haben durch unsere türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin“, gab der gebürtige Gelsenkirchner damals zu Protokoll. „Deshalb war es auch nie ein Thema, ein politisches Statement zu setzen.“

          Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich nach dem Spiel getroffen von der massiven Ablehnung der Anhänger. „Das hat mich schon geschmerzt“, sagte er und stellte sich hinter Gündogan . „Wir werden ihn unterstützen.“ Torhüter und Mannschaftskapitän Manuel Neuer ergänzte: „Solche Pfiffe schaden der Mannschaft.“ Wie DFB-Direktor Oliver Bierhoff und -Präsident Reinhard Grindel forderte Löw nun, dass unter das Thema auch mit Blick auf die WM in Russland mit dem Auftakt am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko ein Schlussstrich gezogen werde.

          Kritik am Krisenmanagement des DFB kam hingegen von Reinhard Rauball. „Das Thema ist in der Tat unterschätzt worden“, äußerte sich der DFL-Präsident in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ und fordert vom DFB weitere Schritte: „„Und ich glaube auch, dass man es nicht alleine mit den Maßnahmen und Erklärungen, die bisher erfolgt sind, aus der Welt schaffen kann.“ Zudem äußerte der Chef des Ligaverbands die Sorge, dass der richtige Zeitpunkt für eine solche Maßnahme bereits verpasst wurde: „Trotzdem muss es schnell gemacht werden.“

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