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Deutscher WM-Titel Vuvuzela, Uwe Seeler, Uwu Lena

Aus dem Nichts wird ein Studenten-Gag zum eigentlichen WM-Song. „Schland o Schland“ lautet die Parodie auf Lenas Grand-Prix-Erfolg „Satellite“, die deutsche Fans schon gut drauf haben. Und bei so viel Zustimmung stehen natürlich die Plattenfirmen parat.

© dpa Vergrößern Aus dem Scherz wird jetzt eine Single: die Jungs von „Uwu Lena”

Da kann Shakira mit ihren sexy Hüften wackeln, wie sie will. Das Lied „Waka Waka“ der attraktiven Kolumbianerin ist zwar der offizielle Song der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, doch auf den Fanmeilen Deutschlands sind ganz andere Zeilen zu hören: „Schland o Schland“ dröhnt es dort aus den Kehlen der deutschen Schlachtenbummler. Das Lied existiert zwar erst seit wenigen Tagen, doch schon jetzt ist klar: Das ist der eigentliche deutsche WM-Song. Auch die Plattenfirmen mischen bei dem Studenten-Gag schon kräftig mit.

„Schland o Schland“ ist eine Parodie auf Lena Meyer-Landruts Grand-Prix-Erfolg „Satellite“. Eine Gruppe junger Studenten nahm Lenas Hit und dichtete ihn kurzerhand WM-tauglich. Aus dem zarten „Love O Love“ der jungen Hannoveranerin wurde das kräftig-rustikale „Schland o Schland“. „Schland“ steht dabei für die Anfeuerung „Deutschlaaand, Deutschlaaand!“

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Die Studenten-Clique um den Texter Christian Landgraf nennt sich „Uwu Lena“ - eine Wortkreation aus der nervtötenden Vuvuzela, der deutschen Fußball-Legende Uwe Seeler und der Grand-Prix-Siegerin Lena. Vorige Woche drehten „Uwu Lena“ im Münsteraner Südpark ein kurzes Video und stellten es ins Internet. In dem kurzen Film feiert Lena alias Christian Landgraf mit Fahnen und Vuvuzela-Tröten die Weltmeisterschaft und singt dabei „Schland o Schland, wir sind von dir begeistert“.

Ein spontanes Video

„Wir haben das Video innerhalb einer Stunde gedreht“, sagt die lebende Lena-Parodie Landgraf. Vieles war spontan, die schwarze Lena-Perücke hätten sie sich von anderen Parkbesuchern geliehen. „Damals konnten wir nicht absehen, dass wir zur Stimmungskanone in ganz Deut-Schland werden“, sagt Landgraf. Mehr als eine halbe Million Mal wurde das Video schon aufgerufen. Es ist offensichtlich: Der Song hat Hitpotential.

Und genau hier liegt das Problem: Bei so viel Zustimmung wollen auch die Plattenfirmen mitverdienen. Der Musikverlag EMI Music Publishing, der die Rechte an Lenas „Satellite“ hält, sah die Urheberrechte verletzt. „Es ist keine Coverversion, sondern eine Bearbeitung. Deshalb bedarf es der Zustimmung der Autoren“, erklärt Geschäftsführer Markus Hedke. „Schland o Schland“ musste erst einmal runter von der Internetseite der „Uwu Lena“.

Aber nur kurz: Via Facebook und Twitter forderten die Fans das Lied zurück. „Wir, die Fans, wollen 'Schland o Schland' wieder hören dürfen! Wir möchten, dass das Lied wieder ganz legal verbreitet werden darf.“ Als sich dann selbst der ProSieben-Tausendsassa Stefan Raab für die Kreativität der Studenten begeisterte, war das Happy-End greifbar.

Und tatsächlich: „Uwu Lena“ und die Plattenfirma Universal Music einigten sich, „Schland o Schland“ wird am Freitag als Single veröffentlicht. „Jetzt müssen wir unzählige Pressetermine wahrnehmen“, sagt Landgraf. „Aber eigentlich wollen wir nur feiern und, dass Schland Weltmeister wird.“

Quelle: FAZ.NET

 
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