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Fußball-WM 2002 Vor dem Ball rollt der Euro

 ·  Bei der Fußball-WM 2002 erhält der Weltmeister von der Fifa 8,27 Millionen Euro. Der DFB zahlt jedem Nationalspieler bis zu 430 000 Mark.

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Die Fußball-Weltverband Fifa hat auf einer Exekutiv-Sitzung in Zürich die Antrittsprämien pro Spiel für die 32 Mannschaften bei der WM 2002 in Südkorea und Japan von bisher 660.000 Euro auf eine Million Euro erhöht.

Damit setzten die acht Vertreter der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ihre Forderung durch. Die großen Verbände hätten ansonsten die WM-Endrunde aufgrund der hohen Kosten möglicherweise mit einem satten Minus abgeschlossen.

51 Prozent Steigerungsrate

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte für 2002 WM-Kosten von zehn Millionen Mark hochgerechnet. Dem Weltmeister beim ersten Titelkampf in Asien am 30. Juni 2002 winken somit Gesamtprämien von 9,74 Millionen Euro. Summasummarum werden in Südkorea und Japan Bonuszahlungen an die teilnehmenden Teams von 133,6 Millionen Euro geleistet, was einer Steigerung um 51 Prozent gegenüber der 98er-WM in Frankreich entspricht.

Gleichzeitig hat der DFB seine Prämien für die Nationalspieler verkündet. Demnach erhalten die Profis bis zu 250 000 Mark für die Qualifikationund weitere 180 000 für den möglichen Titelgewinn. Das haben DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Oliver Bierhoff und Oliver Kahn vom Spielerrat ausgehandelt. "Im Vergleich zu anderen Nationen ist das maßvoll", sagte Mayer-Vorfelder. Zusätzlich kann jeder Spieler aus dem so genannten Marketingpool ein Salär in sechsstelliger Höhe erreichen.

Druck aus der Uefa

„Es wird die teuerste WM aller Zeiten“, verkündete Blatter auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Allerdings belaufen sich die Gesamteinnahmen der Fifa aus TV-Rechten und Vermarktung auch auf 2,4 Milliarden Mark.

Beim letzten Meeting im südkoreanischen Busan war es zu keiner Einigung im Exekutivkomitee (Exko) gekommen, so dass eine außerordentliche Zusammenkunft in Zürich einberufen wurde. Nach viereinhalbstündigen Beratungen wurde der Kompromiss von Fifa-Boss Blatter verkündet. Das Exko sorgte für eine Angleichung der Zahlungen im Vergleich zur Euro 2000 in den Niederlanden und Belgien, als ebenfalls jeder der 16 Starter pro Partie zwei Millionen Mark erhalten hatte.

Ehrenkodex für Fifa-Mitglieder

Die Sitzung in Zürich machte allerdings deutlich, dass es für den Fifa-Boss weiterhin heftigen Gegenwind gibt - vor allem von Seiten der Europäer. Blatter musste den weiteren 23 Exko-Mitgliedern Kopien aller finanziellen Details des Haushaltes des Weltverbandes mitgeben. „Wir haben nichts zu verbergen. Uns wurde von einem unabhängigem Wirtschaftsprüfer die höchste Vertrauensstufe eingeräumt. Deshalb bin ich überrascht, dass diese Testate den Exekutiv-Mitgliedern nicht ausgereicht haben“, erklärte der Fifa-Präsident.

Gleichzeitig kündigte er an, auf der nächsten Exekutiv-Sitzung am 28./29. März 2002 einen Ehrenkodex für die Mitglieder des höchsten Entscheidungsgremiums im Welt-Fußball festzulegen. Anlass für diese Maßnahme sind die Fälle Jack Warner (Trinidad/Tobago) und Chuck Blazer (USA). Warner hatte die TV-Rechte in der CONCACAF-WM-Qualifikation erworben, musste diese jetzt zurückgeben. Blazer hatte sich in einem Online-Fußball-Wettbüro engagiert. Blatter will nun analog zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) einen Verhaltenskodex für die Exko-Mitglieder erstellen. Blatter: „Fußball ist zunächst Erziehung und dann erst Entertainment.“

Kein Zuschuss für deutsche OK wahrscheinlich

Sehr verhalten reagierte der Fifa-Chef auf die Forderung von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder nach einem 200-Millionen-Dollar-Zuschuss für das deutsche WM-OK 2006. „Wir arbeiten gerade mit dem DFB und dem WM-OK an einer Übereinkunft, die den Realitäten Rechnung trägt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der DFB oder das WM-OK im jetzigen Stadium auf eine Unterstützung der Fifa angewiesen sind“, meinte Blatter lakonisch.

Die kommenden WM-Gastgeber Südkorea und Japan erhalten jeweils 100 Millionen Dollar als Fifa-Zuwendung. Einen TV-Eklat wie bei der WM-Auslosung in Busan, als das ZDF keine Live-Bilder aufgrund einer Millionenklage der spanischen Telefongesellschaft Telefonica senden konnte, weil der öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehsender auch Bilder auf die Urlauber-Domizile auf den Balearen und Kanararen ausgestrahlt hätte, soll es nicht mehr geben. Blatter: „Dies wird in Zukunft nicht mehr vorkommen. Es gibt ein Arrangement von ARD und ZDF mit der Kirch-Gruppe.“

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