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Fußball : Weltmeisterinnen nach Zittersieg im Halbfinale

  • Aktualisiert am

Pia Wunderlich (l.) im Zweikampf mit Efioanwan Ekpo Bild: AP

Mit einem späten Kraftakt haben die deutschen Fußball-Frauen den Sprung ins Halbfinale geschafft. Steffi Jones und Conny Pohlers machten beim 2:1 gegen Nigeria einen 0:1-Pausenrückstand noch wett.

          Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen haben bei den Olympischen Spielen weiter ihren zweiten Gold-Coup innerhalb von zehn Monaten vor Augen und fiebern nun dem vorweggenommenen Endspiel gegen die Vereinigten Staaten entgegen.

          Das Team von DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer erkämpfte sich im Viertelfinale in Patras gegen Nigeria einen 2:1 (0:0)-Sieg und spielt wie schon in Sydney 2000 um den Einzug ins Finale. Gegner in der Runde der letzten Vier sind die US-Girls, die gegen Japan in Thessaloniki 2:1 (1:0) gewannen. Bundestrainerin Tina Theune-Meyer war erleichtert, daß ihr Team doch noch die Kurve bekommen hatte: „In der ersten Halbzeit haben wir nur reagiert. Das war Standfußball“, kommentierte die 50jährige, die das 0:1 durch Mercy Akide (49.) nicht als Schock, sondern als Weckruf bewertete: „Mit dem Gegentor sind wir aufgewacht und von Minute zu Minute stärker geworden.“

          Starke Schlußviertelstunde

          Vor nur 500 Zuschauern und bei Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius drehten Steffi Jones per Kopf (76.) und die eingewechselte Conny Pohlers (81.) mit ihren Treffern das Spiel in der letzten Viertelstunde. Mercy Akide (50.) hatte Nigeria in Führung gebracht.

          Der nächste Gegner Amerika hat in bislang 21 Duellen mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) 14mal die Oberhand behalten. Doch im letzten Duell siegten die „Golden Girls“ um Weltfußballerin Birgit Prinz am 6. Oktober 2003 im WM-Halbfinale in Portland 3:0.

          Wenig Impulse aus der Defensive

          Die Partie hatte für die DFB-Elf viel versprechend begonnen. Obwohl viele Angriffsversuche in Nigerias Vierer-Abwehrkette hängen blieben und auch Torjägerin Birgit Prinz sich nur selten in Szene setzen konnte, erspielten sich die deutschen Frauen Chancen. Die größte vor der Pause vergab Rückkehrerin Pia Wunderlich, die in der achten Minute völlig freistehend aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf und links neben das Tor schob.

          Ein Kopfball von Steffi Jones (21.) nach einer Flanke von Renate Lingor ging über das Tor. Pia Wunderlich vergab kurz vor dem Pausenpfiff auch ihre zweite gute Möglichkeit: Aus fünf Metern setzte sie den Ball neben das Tor (45.).

          Bis dahin hatte die deutsche Abwehr keine einzige Möglichkeit der Nigerianerinnen zugelassen, die die DFB-Elf in der Vorbereitung 3:1 bezwungen hatte. Torfrau Silke Rottenberg blieb in der sengenden Sonne von Patras weitgehend beschäftigungslos. Die
          Spieleröffnung aus der Defensive ließ allerdings zu wünschen übrig. Sandra Minnert und Co. versuchten, die Offensivabteilung beinahe ausschließlich mit langen Bällen zu bedienen, was aber meistens nicht gelang.

          Überlegen, aber unkonzentriert

          DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer hatte ihr Team im Vergleich zum letzten Gruppenspiel gegen Mexiko (2:0) auf drei Positionen verändert. Sarah Günther, Isabell Bachor und Navina Omilade saßen zunächst auf der Bank. Sandra Minnert spielte nach überstandener Hüftverletzung ebenso von Beginn an wie Pia Wunderlich, die wegen einer Zahnwurzelbehandlung zuletzt ausgesetzt hatte. Ebenfalls neu im Team war Viola Odebrecht.

          Nach der Pause blieb Deutschland weiter überlegen, aber unkonzentriert vor dem Tor. Conny Pohlers vergab in der 66. Minute die Riesenchance zum Ausgleich, als sie völlig freistehend aus nur fünf Metern Nigerias Torfrau Dede den Ball in die Arme schoß. Erst mit dem Ausgleich durch Steffi Jones platzte der Knoten.

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