Das Tor nach Europa steht offen, doch nach der Demütigung in Bremen ist bei Schalke 04 der Einzug in den UEFA-Pokal plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. „In dieser Form wird auch das UI-Cup-Finale gegen den SV Pasching kein Selbstgänger“, warnt Frank Rost vor dem 2. Endspiel gegen die Österreicher am Dienstag (20.30 Uhr).
Derweil bestätigte Trainer Jupp Heynckes offiziell das Interesse an Fernando Morientes von Real Madrid. „Er ist mein Lieblingsspieler“, sagte der Coach, der den 27 Jahre alten Starstürmer einst beim mehrmaligen Champions-League-Sieger betreute. Ob der Wechsel von den „Königlichen“ zu den „Königsblauen“ Wirklichkeit wird oder Fiktion bleibt, ist offen.
„Sitzen dort und trinken Kaffee“
Dem Vernehmen nach verlangt Madrid für Morientes, der noch einen Vertrag bis 2006 besitzt und hinter Ronaldo und Raul nur noch zweite Wahl ist, eine Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro. Schalke soll ein Leihgeschäft favorisieren. Manager Rudi Assauer, Teammanager Andreas Müller und Vizepräsident Josef Schnusenberg weilten am Montag in der spanischen Hauptstadt, um die Möglichkeiten des Transfers auszuloten. „Sie sitzen dort mit der Real-Delegation und trinken Kaffee“, bestätigte Heynckes, der den Kontakt herstellte.
Eigentlich dürfte nach dem 2:0-Hinspielsieg in Pasching nichts mehr anbrennen, doch die latente Angst vor einer weiteren Pleite ist spürbar. Heynckes verlangt nach seiner ersten Pflichtspiel- Niederlage als Schalke-Coach von seinen Profis unmißverständlich Wiedergutmachung: „Wir müßen uns für die Leistung in Bremen rehabilitieren. Aber das bedeutet 90 Minuten Schwerstarbeit.
UEFA-Pokal im Blick
Zu den Sorgen um die Form der Profis gesellen sich die üblichen Personalprobleme. Für Marco von Hoogdalem und Emile Mpenza, der seine Rehabilitation doch noch fortsetzt, kommt ein Einsatz zu früh. Dafür soll Anibal Matellan wieder die Abwehr verstärken. Hamit Altintop könnte zwar trotz Prellung auflaufen, doch Heynckes wird dem hoch gelobten Shooting-Star wohl eine schöpferische Pause gönnen. „Es gibt einige Veränderungen“, so Heynckes.
Bislang haben drei deutsche Clubs den Umweg UI-Cup erfolgreich gemeistert und sich so die Geldquelle Europapokal erschlossen: der Karlsruher SC (1995, 1996), Werder Bremen (1998) und der VfB Stuttgart (2000, 2002). Dass sich kein TV-Sender fand, der die Partie zu laut Geschäftsführer Peter Peters „moderaten Konditionen“ im fünfstelligen Euro-Bereich übertragen will, sorgt bei Fans und Verantwortlichen des Revierclubs für zusätzliche Verstimmung. „Wir werden unsere TV-Rechte nicht zum Nulltarif verramschen“, sagte Peters. Der verärgerte Assauer drohte den Fernsehanstalten bereits mit der Retourkutsche: „Es kommt der Tag, da will ein Sender bei uns übertragen. Da kommt er auf unsere Toilette und will Wasser trinken. Da muss man zuschlagen. Da stellen wir uns dann genau so an wie die TV-Sender.“