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Fußball-Kongress der F.A.Z. : Hürdenlauf ohne Hürden?

Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig: „Neid ist nicht der Weg“ Bild: dpa

Haben Werder Bremen und RB Leipzig die gleichen Wettbewerbsbedingungen in der Fußball-Bundesliga? Aufsichtsrat Bode und Geschäftsführer Mintzlaff sind beim Football Summit unterschiedlicher Meinung.

          „Es ist so, als würden wir einen Hürdenlauf in der Bundesliga machen, wobei manche auf ihrer Bahn keine Hürden haben“, sagte Marco Bode, Chef des Aufsichtsrats von Werder Bremen, bei der Fußball-Konferenz des F.A.Z.-Forums über Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen der Bundesliga. Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig, erinnerte daraufhin an das bestandene Lizenzierungsverfahren, dem sich der Klub erfolgreich unterzogen hat: RB Leipzig habe somit die gleichen Hürden genommen wie jeder andere Konkurrent in der Bundesliga, sagte Mintzlaff.

          Er gab allerdings zu, dass die Unterstützung von Hauptsponsor Red Bull durchaus Türen öffne, die anderen Klubs verschlossen blieben. Also eine Stärke zumindest für Leipzig? Mintzlaff sieht als Alleinstellungsmerkmal seines Klubs in erster Linie die Stimmung der Mitglieder und Fans. Die Stimmung bei Werder Bremen scheint hingegen nicht ganz so gut. „Wir gelten da so ein bisschen als die Verlierer“, sagte Bode. Das finanzielle Gefälle in der Bundesliga stellt zumindest für die weniger Gesegneten eine Bedrohung dar. Der Erwartungshorizont der Bremen-Fans muss laut Bode entsprechend gemanagt werden. Klubs wie Werder müssten zudem kreative Strategien entwickeln, vor allem bei der Zusammenstellung des Kaders. „Wir wollen kein Dinosaurier sein“, sagte der Sportdirektor der Bremer.

          Die augenscheinliche Schwäche vieler Klubs mahnte auch Marco Sautner vom Sportmarketing-Unternehmen Infront an: „Es kann nicht sein, dass so mancher Bundesligaklub noch keine eigene App hat.“ Es sei wichtig, mit der europäischen Konkurrenz auch in solchen Belangen Schritt zu halten und rechtzeitig die entsprechenden Modernisierungsmaßnahmen einzuleiten.  Digitalisierung könne aber auch zu einem Problem werden, gab Mintzlaff zu Bedenken. „Wenn ich Fans kapitalisiere, weiß ich auch nicht, ob das der richtige Weg ist“, sagte er.

          Das könnte auf die Stimmung schlagen. Für Arnd Zinnhardt vom IT-Unternehmen Software AG, das unter anderem mit dem SV Darmstadt 98 zusammenarbeitet, ist vor allem wichtig, dass die Bundesliga in diesem Kernfeld zusammenarbeitet, damit die Entwicklung der Schnittstellen zwischen Fußball und Digitalisierung harmonisch verläuft.

          Laut Mintzlaff ist das Lernen aus den Stärken des anderen eine Chance und sollte nicht als Bedrohung gesehen werden, auch nicht von den Schwächeren: „Ich glaube, Neid ist nicht der Weg. Wir müssen uns an den Besten orientieren, wir müssen als Bundesliga gemeinsam lernen.“ Auch Bode hob hervor: „Ich will keine Neid-Debatte." Es gehe ihm persönlich darum, kontinuierlich eine Mannschaft aufzubauen. Dies werde aber nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Unterschiede in der Bundesliga und des daraus resultierenden Transfergeschäfts immer schwieriger.

          Quelle: FAZ.NET

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