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Fußball-Kommentar Maradonas Sorgen

27.08.2009 ·  Wer ist der Größte? In seinem kindischen Streit mit Pelé hat der argentinische Fußball-Held mal wieder nachgetreten. Dabei sollte sich Maradona eher auf seinen Job als Nationaltrainer konzentrieren.

Von Roland Zorn
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Wer ist der Größte? Die klassische Frage nach dem Meister aller Klassen wird im Sport alle Jahre wieder gestellt – und bei den allfälligen Wahlen für zwölf Monate beantwortet. Natürlich auch im Fußball, der in diesen Zeiten einen Dreikampf der Koryphäen erlebt: Cristiano Ronaldo, Messi und Kaká gelten als die momentan besten Kicker des Planeten. Doch was ist schon ein vergänglicher Augenblick auf dem Gipfel der globalen Anerkennung, wenn es um alles geht.

Einmal hat der Internationale Fußball-Verband (Fifa) seinen Jahrhundertspieler gekürt – und dabei gleich zwei Ballzauberer gefunden. Es war am 12.12.2000, als aus Pelé und Maradona, den beiden magischen Übergrößen ihres Sports, kleinliche südamerikanische Streithähne wurden. Bei der Fifa-Gala in Rom bestimmte eine jüngere Klientel in einer Internetwahl den Argentinier Maradona zu ihrem Jahrhundertspieler; eine Fußballjury aus verdienten Meistern ihres Sports hatte bei derselben Veranstaltung den Brasilianer Pelé zur „ewigen“ Nummer eins gewählt, mit weitem Abstand vor Alfredo di Stefano, Real Madrids legendärem Spielmacher der fünfziger und sechziger Jahre. Maradona wurde in dieser Fifa-Wahl nur Dritter – und damit war für das argentinische Idol der Tatbestand der persönlichen Beleidigung übererfüllt. Maradona schäumte ob der Ahnungslosigkeit der Jury und musste sich danach auch noch Leitsätze von Pelé nachrufen lassen, wie: „Es ist wie in der Musik. Dort gibt es Beethoven und die anderen. Im Fußball gibt es eben Pelé und die anderen.“

Vom Titel „Jahrhunderttrainer“ ist Maradona sehr weit entfernt

Unter anderem Maradona? Das fuchst den vormaligen Wunderknaben aus Buenos Aires und jetzigen Trainer der argentinischen Nationalmannschaft noch heute. In einem Interview mit Fifa.com trat Maradona in diesem kindlichen Prestigeduell dieser Tage wieder einmal nach. „Tatsache ist, dass es eine Umfrage gab, bei der ich ihn hinter mir gelassen habe. In Brasilien gab es eine weitere Umfrage, bei der Pelé ebenfalls den zweiten Platz belegt hat – hinter (dem verstorbenen ehemaligen Formel-1-Weltmeister) Ayrton Senna. Er sollte langsam mal vom zweiten Platz wegkommen.“

Video: Maradona und Pele versöhnen sich

Hat Maradona keine anderen Sorgen? Gewinnen die Argentinier am 5. September nicht ihr Heimspiel gegen den topplazierten Erzrivalen Brasilien, steht die WM-Mission 2010 auf dem Spiel. Dann würde es heißen: Maradona sollte langsam mal vom vierten Platz in der südamerikanischen WM-Qualifikationsgruppe wegkommen. Andernfalls droht ihm der Arbeitsplatzverlust. Vom Titel „Jahrhunderttrainer“ ist Maradona jedenfalls viel weiter entfernt als vom aller Ehren werten Platz des Jahrhundertspielers. Das wird auch Pelé so sehen.

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