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Fußball in England Konflikt zwischen Glazer und ManU verschärft

13.11.2004 ·  Mit seinem Aktien-Anteil hat der amerikanische Sport-Tycoon Glazer die Wiederwahl dreier Vorstände bei Manchester United verhindert. Die Fans werteten Glazers Schritt zu einer feindlichen Übernahme als „Kriegserklärung“.

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Malcom Glazer hat nach der vorzeitig gescheiterten friedlichen Übernahme von Manchester United zu drastischen Mitteln gegriffen. Mit seinem Aktien-Anteil von 28,11 Prozent verhinderte der Sport-Tycoon aus Amerika auf der Generalversammlung die Wiederwahl der drei Vorstandsmitglieder Maurice Watkins, Andy Anson und Philip Yea.

„Der Vorstand ist sehr enttäuscht über dieses Ergebnis, da wir nicht davon ausgehen, daß es im besten Interesse des Unternehmens ist“, teilte der Premier-League-Verein auf seiner Homepage mit. Die Fans werteten Glazers Schritt zu einer möglichen feindlichen Übernahme als „Kriegserklärung“.

MauU fordert Gespräche

Glazers Vorgehen vom Freitag ist umso heikler, als Club-Chef David Gill die Wiederwahl des nun geschassten Trios für die nächsten drei Jahre empfohlen hatte. „Das ist das vorrangige Ergebnis der Glazer-Familie“, hieß es von Vereinsseiten weiter. „Hätte die Glazer-Familie sich enthalten oder zu Gunsten der Beschlüsse gestimmt, wären sie in ihren Ämtern geblieben.“ Der Verein habe bereits zwei Mal in diesem Jahr Phasen durchgemacht, in denen mögliche Angebote als Ergebnis der Aktivitäten der Glazer-Familie im Raum gestanden hätten. Definitive Vorschläge habe es aber nicht gegeben.

Für den Vorstand sei es nun absolut wichtig, daß die Glazer-Familie ihre Absichten so schnell wie möglich klarstelle, teilte der Verein weiter auf seiner Homepage mit. Es bleibe das vorrangige Ziel des Vereins, in konstruktiven Gesprächen mit der Glazer-Familie und anderen interessierten Aktionären eine langfristige Lösung zu schaffen und Stabilität in die Besitzverhältnisse zu bringen.

„Es ist Krieg, definitiv“

Noch deutlichere Worte fanden die Fans, die bei den bisherigen Aktien-Zukäufen Glazers bereits heftig gegen eine drohende Übernahme protestiert hatten. „Es ist Krieg, definitiv“, sagte Sean Bones, der stellvertretende Vorsitzende der Fan orientierten Aktien-Vereinigung Shareholders United.

Im vergangenen Monat waren die Gespräche zwischen Glazer, der bereits im Besitz des früheren Super-Bowl-Gewinners Tampa Bay Buccaneers ist, und dem Vorstand abgebrochen worden. Der Wert des Champions-League-Gewinners wird auf 1,1 Milliarden Euro taxiert.

Sollte Glazer die 30-Prozent-Anteilsmarke erreichen, ist er nach britischem Recht gezwungen, ein offizielles Angebot für den Kauf der restlichen Aktien zu machen. Noch halten die Iren John Magnier und J.P. McManus durch ihre gemeinsame Firma Cubic Expression mit 28,89 Prozent die meisten Aktienanteile. Die beiden enthielten sich bei der folgenreichen Abstimmung am Freitag.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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