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Fußball im Fernsehen WDR-Intendant Pleitgen lehnt Splitting-Idee ab

Die Idee, dass ARD und Sat.1 sich die Übertragung der Fußball-Bundesliga teilen, hat offenbar keine Chance.

Pläne über eine Aufteilung der Bundesliga-Spiele zwischen Sat.1 und ARD haben zum Jahresauftakt die TV-Diskussion neu belebt. Die Chancen für das so genannte Splitting-Modell werden aber von fast allen Beteiligten als gering eingeschätzt.

Der Mutterkonzern ProSiebenSat.1 Media AG bezeichnete Berichte, nach denen die Fußball-Fans die sieben Samstags-Spiele von der nächsten Saison an bei „ran“ und in der „Sportschau“ sehen könnten, als reine Spekulation. „Diese Überlegung existiert bei uns nicht“, sagte Konzernsprecher Thorsten Rossmann am Neujahrstag.

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DFL findet Idee „nicht schlecht“

Auch der öffentlich-rechtliche Sender lehnt das Modell ab. „ARD und Bundesliga - das wird leider nicht zusammengehen“, erklärte WDR-Intendant Fritz Pleitgen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Nach seinen Angaben ist die ARD finanziell nicht in der Lage, nach den Länderspiel-Rechten auch die Bundesliga zu kaufen. „Wir sind am Ende unserer Möglichkeiten. Ich würde mich freuen, wenn Sat.1 die Bundesliga halten könnte“, meinte Pleitgen.

Während Werner Hackmann, Präsident der Deutsche Fußball-Liga (DFL), die Grund-Idee „nicht schlecht“ findet, lehnt Dortmunds Manager Michael Meier das TV-Splitting ab. Eine Absprache zwischen Sat. 1 und ARD habe nichts mehr mit Wettbewerb um unsere TV-Rechte zu tun“, kritisierte Meier in der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) das Modell.

Sat.1 will sich Zeit lassen

„Wir haben eine Option für die nächste Bundesliga-Saison, die wir im ersten Quartal des neuen Jahres ziehen müssen. Die Frist läuft länger, wir stehen deshalb nicht unter Zeitdruck“, erläuterte Rossmann den Zeitplan für die Verhandlungen mit dem Rechteinhaber Infront AG.

Berichte, nach denen Sat.1 in Zukunft nur noch 50 Millionen Euro statt wie bisher 80 Millionen Euro für die Bundesliga-Rechte pro Saison zahlen will, bezeichneten der Konzernsprecher und auch Sat.1-Sprecherin Kristina Faßler als falsch. Sollte Sat.1 die Option aus finanziellen Gründen nicht ziehen, muss sich die Schweizer Infront AG mit ihrem Geschäftsführer Günter Netzer um einen neuen TV-Partner für die Erstrechte im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) kümmern.

Splitting-Modell soll Sat.1 entlasten

Infront hat der DFL und ihren 36 Proficlubs insgesamt 580 Millionen Euro für die laufende und die kommende Saison garantiert. Nach Informationen der „SZ“ wird bei Sat.1 und im Hause Kirch bereits an einen Notplan gedacht, um die Bundesliga für „ran“ zu retten. Da Sat.1 seit Jahren mit Fußball aber hohe Verluste einfährt, müssen die Kosten auf Wunsch des künftigen Großinvestors Heinrich Bauer-Verlag gesenkt werden. Schon jetzt zahlt der Konzern 25 Prozent weniger als noch vor einem Jahr geplant.

Eine Aufteilung der Rechtekosten etwa in 50 Millionen Euro für Sat.1 und 30 Millionen Euro für die ARD würde die Belastung für Sat.1 weiter reduzieren. Nach dem so genannten Splitting-Modell könnte Sat.1 vom Sommer 2003 an samstags zwischen 18.00 und 19.15 Uhr nur noch über fünf Bundesliga-Begegnungen berichten. Die ARD würde dann in ihrer „Sportschau“ von 19.15 bis 20.00 Uhr die restlichen zwei Partien als Erstverwerter zeigen und zusätzlich die wichtigsten Szenen der anderen Spiele wiederholen. An den beiden Sonntag-Spielen, über die Sat.1 zuerst berichtet, würde sich nichts ändern.

„Man erwartet von ARD und ZDF Zurückhaltung“

„Auch wir haben Augen und Ohren und verfolgen die Dinge“, sagte Thomas Gruber, Intendant des Bayerischen Rundfunks und bei der ARD zuständig für die Sportrechte, zu dem Splitting-Modell. ARD/ZDF hatten erst kurz vor Weihnachten den Länderspielvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) für 390 Millionen Euro um fünf Jahre verlängert. Die Bundesliga liegt offiziell in der Prioritätenliste der ARD hinter dem Nationalteam sowie Welt- und Europameisterschaften.

„Und sollten wir tatsächlich finanziell in der Lage sein, was würde das für ein Bild in der Öffentlichkeit geben? Wenn wir Sat.1 den Fußball abnähmen? Da erwartet man doch von ARD und ZDF Zurückhaltung, zu Recht“, sagte Pleitgen.

Quelle: dpa

 
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