02.05.2009 · Jürgen Klinsmanns Projekt war in Wahrheit ein Coup. Seit George Clooney in „Ocean's Eleven“ hat keiner mehr so souverän Millionen aus einem Tresorraum hinausgeschafft. In Wahrheit lautete Kinsmanns Leitsatz „Ich will alle jeden Tag ein bisschen ärmer machen“.
Von Michael EderAls Klinsi die bleischwere Limousine aus der Tiefgarage des FC Bayern ins Freie steuerte, den Kofferraum voll mit Millionen kleiner Scheine, da war der Firma K. ihr bislang größter Coup gelungen. Der Letzte, der es mit so viel erbeuteter Kohle unbeschadet aus einem messerscharf bewachten Tresorraum geschafft hatte, war George Clooney in „Oceans Eleven“ gewesen – und das war bloß ein Hollywoodstreifen, also Kokolores.
Für Klinsi aber hieß es ganz real: mit der Beute ab nach Kalifornien, und die zurückgebliebenen Münchner schauten erst einmal reflexartig nach, ob sie über Nacht wieder ein wenig besser geworden waren.
Überfall auf das Münchner Festgeldkonto
Waren sie aber nicht, was daran lag, dass sie Klinsi bei dessen Amtsantritt wegen seines schwäbischen Gebrabbels missverstanden hatten. Was mit der Phrase „Ich will alle jeden Tag ein bisschen besser machen!“ über das Bajuwarische ins Hochdeutsche transkribiert worden war, hätte sich bei korrektem Hinhören so dargestellt: „Ich will euch jeden Tag ein bisschen ärmer machen!“
Erledigt. Klinsis Überfall auf das Münchner Festgeldkonto ist aller Achtung wert, er war in jeder Beziehung perfekt vorbereitet. Die Firma K. hatte ein Team von Topleuten zusammengestellt, und so konnte sich Klinsi auf mehrere Komplizen, moneymaker allesamt, verlassen, die er beispielsweise als mexikanische Fußballtrainer oder amerikanische Fitnesscoaches ausgab.
Um Klinsis komplette Gang samt Abfindungen wieder zurück nach Amerika zu schaffen, benötigten die Bayern an diesem Samstag ihre vereinseigene Linienmaschine sowie einen Cargo-Frachter der Lufthansa. Wird bestimmt eine schöne Siegesfeier drüben in Kalifornien.
Danke!
Anna Schuster (Anna_Schuster)
- 03.05.2009, 16:41 Uhr