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Fußball-Glosse : Der zwölfte Mann

  • -Aktualisiert am

Ein Sieg für den zwölften Mann: Udinese Calcio siegt für den einzigen Fan Bild: dpa

„You’ll never walk alone“ galt dieses Mal nicht: Ein Fan von Udinese Calcio stand allein im Gästeblock. Immerhin durfte er einen Sieg über Sampdoria bejubeln.

          Gemeinhin werden Fußballfans gern als zwölfter Mann ihrer Mannschaft bezeichnet. Doch noch nie traf dieses Bezeichnung mehr zu als im italienischen Ligaspiel zwischen Sampdoria Genua und Udinese Calcio. Mutterseelenallein stand da Arrigo Brovedani im Gästeblock. Anders als in Deutschland ist es in Italien zwar nicht üblich, dass Tausende Anhänger ihrem Team durch die ganze Welt hinterherreisen.

          Doch „you’ll never walk alone“ - das galt an diesem Abend nicht. Statt zu resignieren, entschloss sich der Weinhändler aber dazu, sein Team wie eh und je frenetisch anzufeuern, auch wenn dies bei 21.000 Sampdoria-Fans ein hoffnungsloses Unterfangen war. „Die Ordner fragten mich, ob ich lieber auf der Haupttribüne Platz nehmen wolle. Aber ich hatte nun mal für den Gästeblock bezahlt, also blieb ich da“, sagte Brovedani der BBC. Ein echter Tifosi eben.

          Anerkennung durch gegnerische Fans

          Bei so viel Tapferkeit gewann er selbst die gegnerischen Fans für sich, die allein für ihn die La Ola starteten und ihn nach Spielende zum Essen einluden. In Zeiten, in denen der italienische Fußball mit Gewalt, Rassismus und Manipulationsskandalen zu kämpfen hat, war dieser Abend ein Fest des fairen Miteinanders.

          Doch nicht nur deshalb hatte sich die 600 Kilometer lange Anreise für Brovedani gelohnt. Am Ende durfte er nämlich auch noch als einziger Fan im Stadion jubeln - Udinese gewann 2:0.

          Quelle: F.A.Z.

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