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Fußball-Glosse Anti-Bayern

06.12.2008 ·  Endlich wieder ein Tag, um sich richtig aufzuregen für die Anti-Bayern-Fraktion. Ein Dusel-Sieg in letzter Sekunde - genauso hat es ausgehen müssen zwischen den großkopferten Schickimicki-Millionären und dem sympathischen kleinen Dorfklub Hoffenheim.

Von Michael Eder
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Endlich mal wieder ein Tag, um sich so richtig aufzuregen. Dreiste Einkaufspolitik, arrogante Selbstdarstellung, geschenkte Titel dazu ein Duselsieg nach dem anderen – so definiert die Glaubensgemeinde der Anti-Bayern den größten, erfolgreichsten und lautesten deutschen Fußballklub. Wer aus romantischen Gründen dazu tendiert, an die Existenz eines Fußballgottes zu glauben, der wird von den Münchnern regelmäßig daran erinnert, dass der Fußball eine sichere Bastion des Atheismus ist.

Der Beweis: Kein höheres Fußballwesen, nicht einmal Franz Beckenbauer, hätte am Freitag die Partie des FC Bayern gegen Hoffenheim so ausgehen lassen, wie sie ausgegangen ist, mit einem Bayern-Dusel-Sieg in der Nachspielzeit, mit einem abgefälschten Treffer zunächst, mit einer unglücklichen Vorlage des Gegners zum bitteren Ende – da freute sich der Bayern-Fan, und der Anti-Bayer wunderte sich schon gar nicht mehr.

Technik-Decoder, Halbzeit-Decoder, Spiel-Decoder

Genauso hat es ausgehen müssen zwischen den großkopferten Schickimicki-Millionären und dem sympathischen kleinen Dorfklub, der mit ehrlicher Füße Arbeit und ab und zu ein paar Cent von Herrn Hopp fast so schön Fußball spielt wie Wengers Arsenal, besser jedenfalls als Klinsmanns Van-Bommel-Bayern.

Wenn wir gerade dabei sind, uns aufzuregen, noch dies: Das Spiel wurde, hieß es stolz, in 168 Länder übertragen, nur nicht in Deutschland, da lief es bloß auf „Premiere“, was manche Mühsal bedeutet. Wer das große Spiel sehen wollte, musste vieles in Kauf nehmen: einen Technik-Decoder als Basis, dazu Effenberg als Halbzeit-Decoder und Reif als Spiel-Decoder – es wurde einem wahrlich nichts geschenkt an diesem Abend.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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