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3:0 gegen desolates Russland : Wales stürmt ins Achtelfinale

Der überragende Mann setzt den Schlusspunkt: Gareth Bale. Bild: AFP

Die Waliser spielen den Gegner schwindelig und haben gleich drei gute Gründe zu feiern: einen fulminanten Sieg gegen Russland, den Einzug ins Achtelfinale – und den Gruppensieg vor England.

          Darauf muss manch anderer viel länger warten. Die russische Nationalmannschaft hatte schon zum Abschluss der Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft ihr Endspiel. Und es war zugleich das Ende ihrer Tour durch Frankreich. Der Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft kann sich nach der 0:3-Niederlage gegen Wales ganz auf sein Heimspiel in zwei Jahren konzentrieren, für das er automatisch qualifiziert ist – ein Glück für dieses Team, das sich mit einem einzigen Punkt aus drei Partien als Gruppenletzter aus dem Turnier in Frankreich verabschiedet.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Es wird nicht viele geben, die dieser Mannschaft eine Träne nachweinen. Sie ist bei dieser EM nur durch Ausschreitungen des harten Kerns ihrer Fans aufgefallen. Zwei Tage nach seiner Ausweisung aus Frankreich war der Rädelsführer der Vereinigung russischer Fußballfans, der Nationalist Alexander Schprygin, nach Frankreich zurückgekehrt und im Stadion von Toulouse abermals festgenommen worden. Rund um das Spiel galten noch einmal verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

          Jubel-Silhouette vor der roten Wand: Wales macht das Spiel. Bilderstrecke

          Was den Fußball betraf, so bot die Sbornaja auch gegen die von 10.000 Anhängern begeistert gefeierten Waliser eine Vorstellung, mit der sie bei einer Altherren-EM zweifellos zum Favoritenkreis gehörte, allerdings – vielleicht eine Anregung für die Europäische Fußball-Union – gibt es einen solchen Wettbewerb noch nicht.

          Es dauerte im Stade Municipal von Toulouse 25 Minuten, ehe die Russen überhaupt einmal aufs Tor schossen, bis dahin führte Wales schon 2:0. Der Liverpooler Joe Allen hatte in der 11. Minute einen Traumpass auf Ramsey gespielt, der mit einem Lupfer die Führung erzielte. Das zweite Tor steuerte zehn Minuten später Neil Taylor bei, Gareth Bale hatte ihn mustergültig bedient.

          Der Star von Real Madrid bot gegen einen desolaten Gegner eine überragende Partie. Die nächste brillante Szene hatte er in der 30. Minute, als er einen Sprint über 60 Meter mit einem Pass auf Sam Vokes vom FC Burnley krönte. Dessen Schuss konnte Igor Akinfeew mit einer Glanzparade entschärfen. Der russische Torhüter war der mit Abstand beste Spieler seiner Mannschaft, er verhinderte ein noch größeres russisches Desaster.

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          Die Waliser, die vor Einsatzbereitschaft und Spielfreude sprühten, hielten auch nach dem Wechsel das Tempo auf einem Niveau, das für die trägen Russen deutlich zu hoch war. Das 3:0 in der 67. Minute besorgte Bale persönlich. Eine real existierende russische Abwehr gab es auch in dieser Szene nicht. Die Waliser machten sich einen schönen Abend, auf dem Feld spielten sie den Gegner schwindelig, auf den Rängen sangen sie nach Herzenslust, und am Ende gab es gleich drei gute Gründe zu feiern: einen fulminanten Sieg gegen Russland, den Einzug ins Achtelfinale – und den Gruppensieg vor England.

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