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Spanien : Del Bosque stärkt de Gea den Rücken

  • Aktualisiert am

Das Bällefangen ist derzeit sein kleinstes Problem: David de Gea ist heftigen Anschuldigungen ausgesetzt Bild: AP

Die Ruhe im spanischen Team auf der Ferieninsel Ile de Re ist dahin: Die Teamleitung muss sich mit pikanten Vorwürfen gegen Torwart David de Gea auseinandersetzen. Trainer del Bosque stärkt dem Schlussmann den Rücken.

          Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hält trotz der Negativ-Schlagzeilen zu seinem Torhüter David de Gea. „Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt, damit der Trainerstab seine Erklärung kennenlernt. Er hat uns diese ruhig dargestellt, und wir werden ihm jegliche Unterstützung geben“, sagte der 65-Jährige am Samstag in Interviews für „Televisión Española“ (Fernsehen) und „Cadena Cope“ (Radio). „Ich sehe keinen Grund, an ihm zu zweifeln.

          Nach Angaben del Bosques hat der Fall de Geas Chancen auf einen Einsatz im ersten Spiel der Spanier bei der Fußball-Europameisterschaft am Montag in Toulouse gegen Tschechien nicht geschmälert. „Wir werden das Gleiche tun, wie wir er es getan hätten, wenn nichts passiert wäre“, sagte der Chefcoach.  Um de Gea hatte es am Freitag großen Wirbel gegeben. Der 25-Jährige von Manchester United ist einem Medienbericht zufolge in einen Skandal um einen Pornoring verwickelt. Der Keeper selbst bezeichnete die Vorwürfe als „Lüge“ und „Fälschung“.

          Ermittlungen gegen Porno- und Zuhälterring

          De Geas Name war im Zusammenhang mit juristischen Ermittlungen um einen Porno- und Zuhälterring in seiner Heimat aufgetaucht, wie die Online-Zeitung „eldiario.es“ schrieb. Sie beruft sich dabei auf Aussagen einer Zeugin. Die Polizei bestätigte, dass die Auszüge aus den Ermittlungsakten echt seien. Er sei davon überrascht worden“, sagte de Gea. „Ich möchte das dementieren. Es ist einfach falsch. Die Sache liegt jetzt in den Händen meiner Anwälte.“

          Bisher haben dem Bericht zufolge weder die Polizei noch der zuständige Ermittlungsrichter Kontakt zu de Gea und zwei anderen Spielern aufgenommen. Der Fall sorgt in spanischen Medien für große Schlagzeilen. Zumal seit Monaten diskutiert wird, ob Trainer Vicente del Bosque in Frankreich erneut Rekordnationalspieler und Weltmeister Iker Casillas (35) zwischen die Pfosten stellt - oder eben de Gea.

          Eine Frau, die im Dienst eines Porno- und Zuhälterrings gestanden habe, sagte nach Informationen von eldiario.es aus, dass sie und eine andere Frau 2012 von dem Boss dazu gezwungen worden seien, in einem Luxushotel in Madrid gegen ihren Willen Sex mit zwei Fußballern zu haben. So soll es in den Akten stehen. Der dabei genannte Iker Muniain von Athletic Bilbao schrieb am Donnertagabend auf Twitter: All diese berichteten Vorkommnissse seien falsch. Der Stürmer von Athletic Bilbao kündigte an, in den nächsten Tagen eine Stellungnahme zu veröffentlich, „um meine Ehrenhaftigkeit zu beweisen“.

          Kein Kontakt mit der Polizei

          De Gea habe damals den Kontakt zu dem Ring hergestellt, sei in dem Hotelzimmer aber nicht dabei gewesen. Der Torwart verneinte die Frage, ob er den Boss kenne.

          Bisher hätten weder die Polizei noch der zuständige Ermittlungsrichter Kontakt zu den Spielern aufgenommen, schrieb das Portal. Die Polizei stufe die Aussagen der Frau als sehr glaubwürdig ein. Die Frau werde von den Ermittlern als „geschützte Zeugin“ geführt. Auf ihren Aussagen basierten zu einem großen Teil die Ermittlungen gegen den Boss des Rings.

          Rund um das Trainingscamp der Spanier war bereits über einen Rauswurf de Geas spekuliert worden, die Sportzeitung „Marca“ ließ auf ihrer Internetseite unter den Fans bereits abstimmen, ob sie dafür wären.

          Hinter den Kulissen der Spanier herrschte noch wenige Minuten vor der Übungseinheit große Hektik. Der Keeper bestand offenbar darauf, sich den Fragen der Presse wie angekündigt zu stellen, nachdem der Verband zunächst zwei andere Spieler zur Pressekonferenz geschickt hatte. De Gea macht sich große Hoffnungen, Casillas im Tor des Ex-Weltmeisters ablösen zu können. Beim letzten Testspiel vor der EM gegen Georgien (0:1) wurde der England-Profi eingesetzt.

          „Natürlich“ bleibe er bei der Mannschaft, erklärte de Gea und ergänzte: „Ich habe eine große Unterstützung bei meinen Kameraden. Es ist alles falsch, was da in der Presse stand. Ich bin sehr, sehr ruhig.“ Spanien trifft in seinem ersten Spiel am Montag (15.00 Uhr in Toulouse) auf Tschechien. Im Land des dreimaligen Europameisters blickt man nun noch gespannter auf del Bosques Torwart-Entscheidung.

          Quelle: dpa

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