Friedel Rauschs persönliche Bilanz sieht nach zwei Spielen mit zwei Niederlagen düster aus. Dem Image des „Feuerwehrmanns“ wird der einstige FCK-Coach bei der Frankfurter Eintracht bisher nicht gerecht.
Frankfurt flüchtet sich in Floskeln: „Letzte Woche hatten wir noch sechs Endspiele, jetzt haben wir nur noch fünf. Aber wir werden weiter konzentriert arbeiten. Der Charakter der Mannschaft ist in Ordnung“, meinte Sportdirektor Rolf Dohmen nach einer Partie, die für die Eintracht mit einem Schock begann. Bereits nach 42 Sekunden köpfte Vratislav Lokvenc die Führung für die Pfälzer nach einer Ecke von FCK-Kapitän Mario Basler. Der siebte Saisontreffer des Tschechen war gleichzeitig das schnellste Tor der laufenden Saison.
Jedlicki: „Planungen für die zweite Liga“
Allerdings wirkten die Frankfurter keineswegs geschockt und gingen sogar durch Treffer von Rolf-Christel Guie-Mien (21.) und Pawel Kryszalowicz (36.) noch vor der Pause in Führung. Nach dem Seitenwechsel gelang den Lauterern allerdings durch Mario Basler (50.) per Foulelfmeter und erneut Lokvenc (53.) ein Doppelschlag, der den Frankfurtern das Genick brach. Den glücklichen Sieg der „Roten Teufel“ in einer insgesamt schwachen Partie sicherte Nationalspieler Mirolslav Klose mit seinem neunten Saisontor eine Minute vor Schluss.
„Heute war mehr drin. Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt“, sagte auch der Frankfurter AG-Vorsitzende Steven Jedlicki. Der Eintracht-Boss musste allerdings zugeben, dass die Verantwortlichen des Klubs „in finanzieller Hinsicht bereits auch für die zweite Liga planen“. Vom Abstieg will jedoch Kapitän Torsten Kracht noch nichts wissen: „Es ist zwar frustrierend, aber es ist noch nichts verloren. Wir müssen das Glück auch mal wieder erzwingen.“
Brehme erleichtert
Glücklich, aber nicht zufrieden war dagegen der Lauterer Teammanager Andreas Brehme. „Nach den drei deutlichen Niederlagen zuletzt, waren die drei Punkte wichtig. Unser Spiel war aber nicht überzeugend“, erklärte der Coach. Auch Kapitän Basler wollte nichts von zu großer Euphorie wissen: „Wir sind zwar nur vier Punkte hinter der Tabellenspitze, wir sollten aber nicht größenwahnsinnig werden und schauen, dass nach hinten um die Uefa-Cup-Plätze nichts mehr anbrennt.“
Entscheidend für den Erfolg der Pfälzer war allerdings nicht die Rückkehr Baslers vom Libero-Posten ins Mittelfeld, sondern die Einwechslung von Welt- und Europameister Youri Djorkaeff. Der Franzose holte nicht nur den Strafstoß heraus, sondern bereitete auch das dritte Lauterer Tor mustergültig vor. Brehme lobte seinen Edeljoker: „Dank Youri haben wir das Spiel noch umgebogen.“