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Fußball-Bundesliga Leverkusen wittert Betrug

 ·  „Ich hab's mir genau angesehen: Der Schiri hat uns zwei Punkte geklaut - eine Riesensauerei“, schimpfte Reiner Calmund nach dem mageren 2:2 (1:1) von Bayer Leverkusen beim FC St. Pauli.

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Reiner Calmund starrte wie gebannt auf den Fernsehmonitor, um den mutmaßlichen Dieb zu überführen. Dann hatte Bayer Leverkusens Manager den gemeinen „Punkte-Räuber“ entlarvt: „Ich hab's mir genau angesehen: Der 'Schiri' hat uns zwei Punkte geklaut - eine Riesensauerei“, schimpfte „Calli“ nach dem mageren 2:2 (1:1) des Tabellenzweiten bei Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli.

Ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Jürgen Jansen (Essen), der zum Ausgleich in letzter Sekunde für die Hamburger geführt hatte, ließ bei Bayer die Emotionen hochkochen. „Unglaublich!“, stöhnte Trainer Klaus Toppmöller. „Ein Witz...“, ereiferte sich Stürmer Ulf Kirsten.

Eindeutiges Handspiel?

„Ein eindeutiges Handspiel“ wollte hingegen der geschmähte Referee Jansen bei einer unglücklichen Abwehraktion von Nationalspieler Bernd Schneider gesehen haben. „Das war nichts als eine Selbstschutzreaktion, sonst hätte er den Ball 'volle Möhre' ins Gesicht gekriegt“, nahm Manager Calmund den vermeintlichen „Sünder“ in Schutz: „So eine Entscheidung in der letzten Spielminute, das geht gar nicht und ist im Kampf um die Meisterschaft für uns sehr bitter.“

Nationalspieler Michael Ballack machte ebenfalls aus seinem Herzen keine Mördergrube und berichtete über die Riesenenttäuschung im Bayer-Lager: „Am liebsten hätten wir die ganze Kabine eingetreten.“

Ballack traf wieder

Denn die Leverkusener waren ihrem ersten Sieg am Millerntor und der möglichen Tabellenführung vor dem Schlagerspiel am kommenden Wochenende gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund ganz nah gewesen. Kirsten hatte seine Mannschaft vor 19.881 Zuschauern in Hamburg bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung gebracht.

Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Marcel Rath (27.) hatte dann Ballack mit seinem zwölften Saisontor zum 2:1 für den Titelaspiranten getroffen (70.). Der von Thomas Meggle verwandelte Strafstoß (90.) beendete die Hoffnung der Bayer-Truppe auf den ersten Auswärtssieg nach vier Niederlagen hintereinander jedoch jäh.

Nur Nowotny suchte Schuld bei sich

Nicht beim Schiedsrichter, sondern in der eigenen Leistung, suchte indes Abwehrchef Jens Nowotny die Ursache für das unbefriedigende Ergebnis. „Für mich war die Situation ein klarer Elfmeter, die Hände waren eindeutig am Ball. Wir hätten vorher unsere Tore machen und das Spiel entscheiden müssen“, erklärte der 28-Jährige selbstkritisch.

So leichtfertig dürfe man die Punkte nicht verschenken: „Eine Mannschaft mit unseren Möglichkeiten muss mehr aus seinen Chancen machen, sonst ist die Meisterschaft ganz schnell verspielt.“ Auch St. Paulis Trainer Dietmar Demuth konnte das Gerede um den Strafstoß nicht nachvollziehen: „Ob es einer war oder nicht, kann man in solchen Situationen immer diskutieren. Aber Leverkusen ist selbst schuld, denn sie hatten vorher die Chance, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.“

FC St. Pauli - Bayer Leverkusen 2:2 (1:1)

St. Pauli: Bulat - Stanislawski, Gibbs - Kientz - Kowalenko (46. Baris), Berre (76. Held), Bürger, Rahn (76. Marcao) - Meggle - Rath, Patschinski
Leverkusen: Butt - Schneider, Zivkovic, Nowotny, Kleine - Bastürk, Ballack, Ramelow (46. Vranjes), Ze Roberto - Kirsten (86. Berbatow), Neuville
Schiedsrichter: Jansen (Essen)
Tore: 0:1 Kirsten (6.), 1:1 Rath (27.), 1:2 Ballack (70.), 2:2 Meggle (90., Handelfmeter)
Zuschauer: 19.881
Beste Spieler: Bürger, Rath - Nowotny, Ze Roberto
Gelbe Karten: Bürger, Gibbs, Kowalenko - Ballack, Kirsten, Nowotny, Schneider, Ze Roberto

Quelle: dpa
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