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Fußball-Bundesliga DFL will notfalls vor Gericht gehen

17.05.2006 ·  Der Streit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der Deutschen Telekom über das Ausmaß der künftigen Internetfernsehrechte an der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu.

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Der Streit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der Deutschen Telekom über das Ausmaß der künftigen Internetfernsehrechte an der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Die Telekom hat Franz Beckenbauer, den Präsidenten des WM-Organisationskomitees, als Kommentator für die zukünftige Liga-Berichterstattung unter Vertrag genommen. Ein Indiz dafür, daß es dem Bonner Konzern, wie ein Sprecher sagte, nicht darum gehe, Beckenbauer "im Internet zu verstecken".

Vielmehr will die Telekom von den Rechten so Gebrauch machen, wie das Unternehmen sie seiner Ansicht nach für jeweils 50 Millionen Euro im Jahr von 2006 bis 2009 gekauft hat. Nach der Lesart der Bonner hat die DFL die Pay-TV-Rechte zweimal verkauft; nach der Meinung der Fußball-Liga indes nur einmal, an die Firma Arena als inzwischen lizenzierten Sendernachfolger des bisherigen Pay-TV-Monopolisten Premiere. Arena hat sich das Vergnügen, die Bundesliga gegen Bezahlung zu senden, rund 600 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre kosten lassen. Allerdings in dem Bewußtsein von frisch erworbener Exklusivität. Die Telekom, als halbstaatliches Unternehmen ohne eigene Sendelizenz, will ihr Bundesliga-Fernsehprogramm über das sogenannte Internet-Protokoll (IPTV) mit Premiere als Sublizenznehmer an die bisherigen Abonnenten (3,5 Millionen) des Unterföhringer Senders verschicken - über den drei Milliarden Euro teuren Ausbau ihres eigenen Breitbandnetzes (VDSL) und womöglich auch über Satellit.

Gegen eine technisch schon jetzt mögliche Satellitenausstrahlung in bester Pay-TV-Qualität opponiert die DFL, die notfalls mit gerichtlichen Schritten, also einer Kündigung des Vertragsverhältnisses, droht. "Einer Gerichtsverhandlung sähe ich zuversichtlich entgegen", sagte Werner Hackmann, der Ligaverbandsvorsitzende und DFL-Aufsichtsratsvorsitzende, gegenüber dieser Zeitung. Es geht um die Interpretation des Vertragswerks, das die Telekom unterschrieben hat. Gewichtige Vorstände des Unternehmens sollen für eine vollständige Ausschöpfung der Rechte sein, da der Telekom ein "Breitband-Internet-basiertes Fernsehen über Satellit, Kabel und Terrestrik" zugestanden worden sei. Die DFL dagegen spricht von "Mißbrauch". In einer Stellungnahme vom Mittwoch heißt es: "Unabhängig vom Übertragungsstandard und den eingeräumten Übertragungswegen darf eine Verwertung der Internetrechte ausschließlich im Medium Internet erfolgen. Das ist eine Auflage der EU."

Während sich der Premiere-Vorstandsvorsitzende Georg Kofler bei der Hauptversammlung des Senders am Mittwoch zuversichtlich gab, daß der Abonnentenkanal weiter live von der Liga berichten werde, bastelt man in der DFL und im Ligavorstand an einem konsenstauglichen Kompromiß. Insider glauben, daß sich in der kommenden Woche eine Lösung finden lasse, die einerseits der Telekom Zeit lasse, ihr VDSL-Angebot zu optimieren, und andererseits dem Telekommunikationskonzern nebst Fernsehpartner erlaube, die Bundesliga im dritten Vertragsjahr auch über Satellit auszustrahlen. Dabei setzt die DFL auch auf ein Entgegenkommen von Arena, die viermal soviel wie die Telekom für ihre Rechte bezahlt hat. So oder so drängt die Zeit, da die nächste Bundesliga-Saison am 11. August beginnt.

Quelle: r.z., F.A.Z., 18.05.2006, Nr. 115 / Seite 32
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