Home
http://www.faz.net/-gtl-sikb
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Mittwoch, 15. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fußball-Bundesliga DFL will notfalls vor Gericht gehen

17.05.2006 ·  Der Streit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der Deutschen Telekom über das Ausmaß der künftigen Internetfernsehrechte an der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Streit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der Deutschen Telekom über das Ausmaß der künftigen Internetfernsehrechte an der Fußball-Bundesliga spitzt sich zu. Die Telekom hat Franz Beckenbauer, den Präsidenten des WM-Organisationskomitees, als Kommentator für die zukünftige Liga-Berichterstattung unter Vertrag genommen. Ein Indiz dafür, daß es dem Bonner Konzern, wie ein Sprecher sagte, nicht darum gehe, Beckenbauer "im Internet zu verstecken".

Vielmehr will die Telekom von den Rechten so Gebrauch machen, wie das Unternehmen sie seiner Ansicht nach für jeweils 50 Millionen Euro im Jahr von 2006 bis 2009 gekauft hat. Nach der Lesart der Bonner hat die DFL die Pay-TV-Rechte zweimal verkauft; nach der Meinung der Fußball-Liga indes nur einmal, an die Firma Arena als inzwischen lizenzierten Sendernachfolger des bisherigen Pay-TV-Monopolisten Premiere. Arena hat sich das Vergnügen, die Bundesliga gegen Bezahlung zu senden, rund 600 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre kosten lassen. Allerdings in dem Bewußtsein von frisch erworbener Exklusivität. Die Telekom, als halbstaatliches Unternehmen ohne eigene Sendelizenz, will ihr Bundesliga-Fernsehprogramm über das sogenannte Internet-Protokoll (IPTV) mit Premiere als Sublizenznehmer an die bisherigen Abonnenten (3,5 Millionen) des Unterföhringer Senders verschicken - über den drei Milliarden Euro teuren Ausbau ihres eigenen Breitbandnetzes (VDSL) und womöglich auch über Satellit.

Gegen eine technisch schon jetzt mögliche Satellitenausstrahlung in bester Pay-TV-Qualität opponiert die DFL, die notfalls mit gerichtlichen Schritten, also einer Kündigung des Vertragsverhältnisses, droht. "Einer Gerichtsverhandlung sähe ich zuversichtlich entgegen", sagte Werner Hackmann, der Ligaverbandsvorsitzende und DFL-Aufsichtsratsvorsitzende, gegenüber dieser Zeitung. Es geht um die Interpretation des Vertragswerks, das die Telekom unterschrieben hat. Gewichtige Vorstände des Unternehmens sollen für eine vollständige Ausschöpfung der Rechte sein, da der Telekom ein "Breitband-Internet-basiertes Fernsehen über Satellit, Kabel und Terrestrik" zugestanden worden sei. Die DFL dagegen spricht von "Mißbrauch". In einer Stellungnahme vom Mittwoch heißt es: "Unabhängig vom Übertragungsstandard und den eingeräumten Übertragungswegen darf eine Verwertung der Internetrechte ausschließlich im Medium Internet erfolgen. Das ist eine Auflage der EU."

Während sich der Premiere-Vorstandsvorsitzende Georg Kofler bei der Hauptversammlung des Senders am Mittwoch zuversichtlich gab, daß der Abonnentenkanal weiter live von der Liga berichten werde, bastelt man in der DFL und im Ligavorstand an einem konsenstauglichen Kompromiß. Insider glauben, daß sich in der kommenden Woche eine Lösung finden lasse, die einerseits der Telekom Zeit lasse, ihr VDSL-Angebot zu optimieren, und andererseits dem Telekommunikationskonzern nebst Fernsehpartner erlaube, die Bundesliga im dritten Vertragsjahr auch über Satellit auszustrahlen. Dabei setzt die DFL auch auf ein Entgegenkommen von Arena, die viermal soviel wie die Telekom für ihre Rechte bezahlt hat. So oder so drängt die Zeit, da die nächste Bundesliga-Saison am 11. August beginnt.

Quelle: r.z., F.A.Z., 18.05.2006, Nr. 115 / Seite 32
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Gipfel der Aggressionen

Von Uwe Marx

Das Zweitliga-Gipfeltreffen zwischen Düsseldorf und Frankfurt endet im Tumult. Das war vorhersehbar. Und es ist Folge des engen Existenzkampfs um den Aufstieg. Mehr 3 15

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   21  -8   26 Verbesserung zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   21  -12   24 Verschlechterung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   21  -12   22 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   21  -14   18 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche