Home
http://www.faz.net/-gtl-3f5z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fritz Walter Reaktionen zum Tod

17.06.2002 ·  Reaktionen zum Tod von Fritz Walter

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident):
„Mit Fritz Walter verliert der deutsche Fußball eine seiner großen Persönlichkeiten. Unvergessen bleiben seine Verdienste um die Mannschaft von 1954, die er als Kapitän zum WM-Triumph geführt hat. Der erste Titelgewinn der DFB-Auswahl war ein Erfolg, der weit über die sportliche Bedeutung hinaus ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Wiedereingliederung Deutschlands in die Völkergemeinschaft war. Fritz Walters bescheidene Art, seine Heimatverbundenheit und seine Liebe zum 1. FC Kaiserslautern haben ihn bis heute zu einem Idol des Fußballs weit über die Grenzen der Pfalz hinaus werden lassen. Der DFB trauert um den Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, der sich stets mit vorbildlicher Weise der DFB-Auswahl verbunden fühlte. Der DFB wird bei der FIFA darum bitten, dass die deutsche Nationalmannschaft das WM-Viertelfinale gegen die USA mit Trauerflor bestreiten darf.“

Bundeskanzler Gerhard Schröder:
„Der Tod von Fritz Walter erfüllt mich mit Betroffenheit. Der Ehrenspielführer der deutschen Fußball- Nationalmannschaft war für mich, wie für viele andere aus meiner Generation, ein leuchtendes Idol unserer Kindheits- und Jugendjahre. Er war der Inbegriff des untadeligen und fairen Sportsmannes. Auf ewig ist mit dem Namen Fritz Walter der legendäre Erfolg im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 verbunden. Das „Wunder von Bern“ war nicht zuletzt ein Verdienst Fritz Walters. Er vereinte in seiner Person die besten Seiten eines Fußballers: Er hat seine Mitspieler angetrieben und motiviert, er bestach durch kämpferischen Einsatz und spielerische Eleganz, er hat Teamgeist vorgelebt, weil er sich stets in den Dienst seiner Mannschaft gestellt hat. Deutschland trauert um einen Großen des Fußballs. Um einen Sportler, der auch viele Jahre nach seiner aktiven Laufbahn bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt war. Von dessen Aufrichtigkeit und menschlicher Integrität ich mich in vielen persönlichen Begegnungen immer wieder überzeugen konnte. Der Tod von Fritz Walter ist ein großer Verlust für uns alle. Wir werden Fritz Walter, der sein Leben lang seiner Pfälzer Heimat treu geblieben ist, ein ehrendes Andenken bewahren.“

Uwe Seeler (Ehrenspielführer):
„Das muss ich erst einmal verdauen. Erst vor zwei Wochen ist Jürgen Werner gestorben und jetzt schon wieder ein guter Freund von mir gegangen. Ich bin sehr betroffen. Ich habe am Sonntag noch bei Walters zu Hause angerufen und dabei gehört, dass es ihm sehr schlecht geht. Aber dass es so schnell zu Ende geht, damit habe ich nicht gerechnet.“

Edmund Stoiber (CDU/CSU-Kanzlerkandidat):
„Fritz Walter war nicht nur fußballerisch, sondern auch als Mensch ein großes Vorbild.“

Wolfgang Clement (NRW-Ministerpräsident, SPD):
„Fritz Walter war ein Ausnahmesportler, ein Mensch, der ohne Starallüren und Skandale jahrzehntelang im Rampenlicht stand. Ein Vorbild für eine ganze Generation. Er wird uns fehlen.“

Roland Koch (Hessischer Ministerpräsident, CDU):
„Fritz Walter war für mich ein Idol. Er war jemand, der durch seine Geschichte und Leistung - immer fair, immer anständig - ein Vorbild für guten Sport war.“

Christoph Böhr (Rheinland-pfälzischer CDU-Vorsitzender):
„Der Tod Fritz Walters ist ein großer und schmerzhafter Verlust. In Rheinland- Pfalz war er das Symbol. Die Lücke, die er gerissen hat, wird so schnell niemand schließen. Er war ein Symbol für die Fairness im Sport, für den Erfolg und für das Wiedererstarken Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.“

Erich Ribbeck (Ex-Teamchef):
„Fritz Walter ist derjenige, der nach dem Krieg maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Deutschland, nicht nur im Fußball, sondern überhaupt wieder internationale Anerkennung gefunden hat. Mich trifft das sehr, ich kannte ihn persönlich und sehr lange, wir waren immer in Verbindung.“

Manfred von Richthofen (Präsident des Deutschen Sportbundes):
„Fritz Walter war eine Symbolfigur des deutschen Sports der Nachkriegszeit. Ein Mann mit bewundernswerten spielerischen Möglichkeiten, der aber auch in den späteren Jahren im sozialen Bereich hoch engagiert war. Damit war er ein Vorbild für Generationen von Sportlern.“

Friedhelm Julius Beucher (Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag):
„Ein ganz Großer des deutschen Fußballs ist gestorben, der wie kein anderer diese Sportart als Mannschaftsleistung geprägt hat. Ein Vorbild und Idol, von dem es nur wenige gibt. Zu seinem 80. Geburtstag konnte ich ihm noch persönlich gratulieren. Mit Sorge habe ich danach gehört, dass es ihm in letzter Zeit nicht so gut ging.“

Hans Tilkowski (Vize-Weltmeister 1966):
„Fritz Walter war ein Weltfußballer, wie man ihn heute nicht mehr findet. Er war ein großes Vorbild für uns alle, denn er hat Werte wie Bescheidenheit, Zurückhaltung und Fairness vorgelebt. Ich hatte bis zuletzt noch sehr guten Kontakt zu ihm.“

Hannes Löhr (DFB-Trainer):
„Mit Fritz Walter stirbt ein Stück Fußball-Geschichte. Er war ein Spieler, an dem sich ganz Deutschland nach dem 2. Weltkrieg aufgerichtet hat. Er hat den Fußball geprägt, wie kaum ein anderer. Das letzte Mal habe ich ihn Weihnachten gesehen, da ging es ihm noch gut.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Ein Renner

Von Michael Wittershagen, Monte Carlo

Mit 43 Jahren beschleunigt Michael Schumacher noch einmal - sich und andere. Doch die Maschine zeigt ihm immer wieder Grenzen auf. Die Führung des Teams steht nun in der Verantwortung. Mehr