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Fritz Walter Der „Held von Bern“ ist tot

18.06.2002 ·  Der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist am Montag im Alter von 81 Jahren gestorben.

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Das deutsche Fußball- Idol der 40er- und 50er Jahre starb am Montag im Alter von 81 Jahren in seinem Heimatort Alsenborn. Der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft und des 1. FC Kaiserslautern erlebte mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 als Kapitän der deutschen Mannschaft den Höhepunkt seiner großen sportlichen Karriere.

Der Ehrenbürger von Kaiserslautern war die rechte Hand vom „Chef“, wie er Bundestrainer Sepp Herberger liebe- und respektvoll nannte. Fritz Walter galt als einer der besten Fußballspieler. Bereits sein erster Auftritt in der deutschen Nationalmannschaft machte den damals erst 19-jährigen Pfälzer mit einem Schlag landesweit berühmt.

Unvergesslicher Held von Bern

Er schoss beim 9:3-Sieg Deutschlands am 14. März 1940 in Frankfurt gegen Rumänien an der Seite von Paul Janes, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger auf Anhieb drei Tore. Fortan war er Stammspieler im Nationalteam. Bis zur kriegsbedingten Länderspiel-Pause am 22. November 1942 absolvierte der torgefährliche Stürmer 24 Spiele und schoss 19 Tore. Erst fast neun Jahre später konnte Fritz Walter am 15. April 1951 in Zürich mit dem Länderspiel gegen die Schweiz (3:2) seine internationale Karriere fortsetzen.

Die ganz großen und spektakulären Erfolge des Pfälzers wurden erst nach 1945 in die Annalen eingetragen - überragt vom 4. Juli 1954 im Wankdorfstadion von Bern, als der Lauterer nach dem legendären 3:2-Triumph der Nationalmannschaft im WM-Finale gegen den haushohen Favoriten Ungarn die Weltmeisterschafts-Trophäe in Händen hielt. Als er am 24. Juni 1958 nach der 1:3-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Schweden seine internationale Laufbahn beendete, hatte er 61 Länderspiele (33 Tore) in seinem Rekordbuch stehen.

Blieb stets dem 1. FC Kaiserslautern treu

Bis dahin sorgte der Supertechniker aus der Pfalz vor allem mit seinem Verein 1. FC Kaiserslautern für Schlagzeilen. Fünf Mal zwischen 1948 und 1955 standen die „Roten Teufel vom Betzenberg“, die in den 50er Jahren in der Öffentlichkeit den ehrenden Namen „Walter- Elf“ erhielten, im deutschen Endspiel. Zwei Mal gingen sie als Meister vom Platz: 1951 gegen Preußen Münster (2:1) und 1953 gegen den VfB Stuttgart (4:1). Bis 1959 spielte Fritz Walter für „seinen“ 1. FC Kaiserslautern, schlug lukrative Angebote aus Frankreich und Spanien aus - und wurde die Fußball-Persönlichkeit.

Als er 1959 nach 379 Meisterschaftsspielen und 306 Toren für den 1. FCK die Fußballschuhe an den Nagel hängte, begann Fritz Walter eine neue Karriere. Nicht als Trainer, der er in den 40er Jahren gelegentlich beim 1. FC Kaiserslautern war, sondern als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung. Hier engagierte er sich mit viel Einsatz für die Resozialisierung jugendlicher Straftäter. 1998 legte er diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen in die Hände seines einstigen Mannschaftskollegen Horst Eckel.

„Wir hatten eine schönere Zeit mit unvergleichlicher Kameradschaft.“

Bis zu seinem Tod war Fritz Walter bemüht, das soziale Vermächtnis Sepp Herbergers weiterzuführen. Hätte der Zweite Weltkrieg nicht die glanzvoll begonnene Karriere von Fritz Walter für neun Jahre unterbrochen - er wäre der erste deutsche Fußball-Nationalspieler mit mehr als hundert Länderspiel-Einsätzen geworden. Reichtümer konnte er in seiner aktiven Zeit nicht sammeln. Er neidete aber niemandem das „große Geld“. Die Erinnerungen an seine Karriere waren Fritz Walter Verdienst genug: „Wir hatten sicherlich eine schönere Zeit mit unserer unvergleichlichen Kameradschaft.“

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