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French Open Schüttlers schwarze Serie geht weiter: Aus in Paris

 ·  Auch beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres hat es Rainer Schüttler nicht in die zweite Runde geschafft. Nicolas Kiefer ist dagegen weiter - er trifft jetzt auf Turnierfavorit Roger Federer.

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Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und die deutschen Tennisprofis so gut wie lange nicht - nur für Rainer Schüttler endete der zweite Tag der French Open in Paris mit einem Albtraum. Nach einer verkrampften Vorstellung unterlag die deutsche Nummer eins dem unberechenbaren Belgier Xavier Malisse 4:6, 5:7, 4: 6 und scheiterte wie bei den Australian Open in der ersten Runde. „Ich habe viele Fehler gemacht und schlechtes Tennis gespielt“, kommentierte der Hesse sein frühes Aus nüchtern: „Es ist schade, aber das war keine gute Leistung.“

Kurz darauf verabschiedete sich auch Schüttlers Daviscup-Kollege Thomas Haas aus Paris. Haas unterlag dem spanischen Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero
nach hartem Kampf mit 6:3, 4:6, 4:6, 2:6.

Mit hängendem Kopf aus der „Stierkampf-Arena“

Vor einem Jahr hatte sich Schüttler bis ins Achtelfinale von Roland Garros gekämpft, diesmal mußte der an Nummer sieben gesetzte Deutsche schon nach dem ersten Auftritt die Koffer packen. Nach 2:26 Stunden verwandelte Malisse, Nummer 54 der Entry-Rangliste und am Wochenende in St. Pölten erst im Finale gescheitert, den ersten Matchball zum unerwarteten Erfolg. Mit hängendem Kopf schlich der 28jährige Deutsche aus der sogenannten „Stierkampf-Arena“ (Platz eins) in Roland Garros.

Der eine im Tief, die anderen im unerwarteten Hoch: Am Tag nach Florian Mayer (Bayreuth), Lars Burgsmüller (Sundern) und Marlene Weingärtner (Moers) zogen vier deutsche Profis in die zweite Runde des mit 13,26 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turniers ein. Nicolas Kiefer (Hannover) fegte den Franzosen Thierry Ascione überraschend leicht mit 6:3, 6:2, 6:2 vom Platz und verdiente sich damit die zweifelhafte Ehre, am Donnerstag gegen den an Nummer eins gesetzten Schweizer Roger Federer zu spielen.

Kiefer: „Ich habe die Mittel, Federer zu ärgern“

Zwar führt Kiefer im direkten Vergleich mit dem Wimbledon- und Australian-Open-Sieger mit 3:2, dennoch rechnete er sich keine allzu großen Chancen aus. „Roger ist haushoher Favorit. Er hat die letzten Monate viel Selbstvertrauen getankt und ist sicher schwer zu schlagen“, gestand der 26jährige aus Hannover und machte sich dennoch Mut: „Ich muß ein paar Prozent drauflegen, aber ich habe die Mittel, ihn zu ärgern.“

Qualifikant Daniel Elsner besiegte den Österreicher Alexander Peya 6:1, 7:6, 6:2 und gewann das erste Grand-Slam-Spiel seiner wechselhaften Karriere. Als nächster Gegner wartet ausgerechnet Schüttlers Bezwinger Xavier Malisse auf den 25jährigen Allgäuer, der 1997 den Junioren-Titel in Paris gewann, danach aber abtauchte.

Anna-Lena Groenefeld, Junioren-Siegerin in Paris von 2003, tat es Elsner gleich. Die 20jährige aus Nordhorn feierte mit einem leichten 6:2, 6:0 gegen die Australierin Samantha Stosur ebenfalls den ersten Grand-Slam-Erfolg ihrer Karriere. Auch Barbara Rittner gewann überraschend leicht mit 6:3, 6:3 gegen Barbara Schett aus Österreich.

Das längste Match in der Geschichte von Roland Garros

Geschichte schrieben am Dienstag zwei Franzosen. Fabrice Santoro besiegte Landsmann Arnaud Clement in einem Fünfsatz-Match über zwei Tage hinweg 6:4, 6:3, 6:7, 3:6, 16:14. 6:33 Stunden dauerte das Spiel insgesamt und war damit das längste in der Geschichte von Roland Garros. Den bisherigen Rekord hielten Alex Corretja (Spanien) und Hernan Gumy (Argentinien), die sich 1998 insgesamt 5:31 Stunden herumgeschlagen hatten.

Die größte Überraschung gelang zweifelsohne Daniel Elsner, der gegen den Qualifikanten Peya den ersten Grand-Slam-Erfolg seiner Karriere feierte. „Nicht schlecht, das war ein perfekter Tag für mich“, meinte die Nummer 161 der Tenniswelt nach der ungewöhnlichen Premiere und mußte selbst schmunzeln: „Wenn man gar nichts mehr erwartet, dann läuft es plötzlich wieder.“

Elsner kurz vor dem Karriere-Ende

Als Teenager flog Elsner wegen Marihuana-Konsum und unstetem Lebenswandel aus dem DTB-Leistungszentrum in Hannover, danach konnte er nie die hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Immerhin hatte er 1996/97 in Serie die Junioren-Titel der US Open, Australian Open und French Open gewonnen, ehe er im Junioren-Finale von Wimbledon verlor und den Grand Slam verpaßte.

Elsner schlug sich mit mehr oder weniger Erfolg auf kleinen Turnieren durch. 2001 verlor er in Australien, Paris und Wimbledon jeweils in Runde eins. Noch im Februar, März dieses Jahres dachte er ernsthaft darüber nach, seine Karriere zu beenden und stattdessen den Trainerschein zu machen: „Ich war kurz davor, aufzuhören. Ich war im Training nicht mehr mit Herz und Seele dabei, konnte keinen Platz mehr sehen.“ Nach dem Überraschungserfolg von Paris hat er mal wieder umgedacht: „Ende des Jahres will ich unter die Top 70, das ist für mich realistisch.“

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