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Freiburgs Sportdirektor Dufner im Gespräch „Wir sind ein gebranntes Kind“

Dirk Dufner arbeitet seit 2007 für den SC Freiburg. Im F.A.Z.-Interview spricht der Sportdirektor über Machtlosigkeit und den Europapokal.

© imago sportfotodienst Vergrößern Freiburg-Fraktion: Dirk Dufner (rechts) und Christian Streich

Welche Diktion wird in Freiburg nach 22 Spieltagen und Tabellenplatz fünf ausgegeben: Gerettet? Fast gerettet? Noch lange nicht gerettet?

Wir können, ohne arrogant oder überheblich zu sein, relativ sicher davon ausgehen, dass wir unser Saisonziel erreichen und nicht absteigen werden. Das ist für uns eine vergleichsweise komfortable Situation.

Es kann also nichts mehr schiefgehen?

Wir wissen, dass es in drei oder vier Spieltagen auch wieder anders aussehen kann, dann ist es Platz zehn oder elf - was für uns ja immer noch hervorragende Plazierungen wären. Natürlich kann noch was passieren, aber inzwischen würden wir uns doch lächerlich machen zu sagen, dass wir noch ernsthaft in Gefahr geraten könnten.

Ist Ihre Arbeit jetzt überschaubarer geworden, weil Sie Planungssicherheit haben für die kommende Saison, keine Spieler holen und die anderen nur noch zusammenhalten müssen?

Das wäre der Idealfall. Aber wir würden die Regeln des Marktes außer Kraft setzen, wenn nicht der eine oder andere Verein Interesse an unseren Spielern hätte. Wir werden aber viel unternehmen, um diesen Kader, so gut ,es geht zusammenzuhalten.

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SC-Talente wie Schwaab, Toprak oder Aogo waren in der Vergangenheit für den Verein nicht zu halten - das scheint bei der aktuellen Generation noch nicht der Fall zu sein.

Was die ganz Jungen betrifft, stimmt das. Aber bei uns gibt es auch einige ältere Spieler, die es vielleicht interessant finden, den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu gehen.

Sind Sie in solchen Fällen machtlos?

Wir sind zwar der SC Freiburg, aber auch wir sind darum bemüht, den nächsten kleinen Schritt zu gehen. Wir wollen stabiler werden und wachsen. Wir werden ein Ausbildungsverein bleiben, aber gerne auf einem noch höheren Niveau. Wir arbeiten daran, dass es immer weniger Vereine gibt, die für unsere Spieler hochattraktiv sind. Dass also ein richtig Großer kommen muss, um sie zum Nachdenken zu bringen. Wir können aber auch nicht verleugnen, dass wir zum Teil von Transfers leben.

Wie weit spielt Freiburg derzeit über seine Verhältnisse?

Wir sind über das gesamte vergangene Jahr gesehen der sechsterfolgreichste Verein der Bundesliga und haben auch in den Jahren unter Robin Dutt Überdurchschnittliches geleistet. Wenn man das ein Jahr lang stabil schafft, spielt man nicht komplett über seine Verhältnisse. Dieses Niveau steckt in der Mannschaft, und sie ruft es ab. Möglicherweise kann sie das nicht immer, aber ich glaube nicht, dass sie über ihre Verhältnisse spielt, denn sie ist so gut.

Bild SC Freiburg © dapd Vergrößern Fußball, der Spaß macht: Die Spieler des Sport-Club überraschen in dieser Saison in der Bundesliga

Von Tabellenplatz fünf aus einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, das klingt mutig.

Nicht, was die Tabelle betrifft, das wäre ja vermessen, denn es ist eine Ausnahmesituation und Momentaufnahme. Aber dass wir dahin kommen, auch mal Spieler zu holen, die wir früher nicht bekommen hätten, oder Spieler zu halten, die wir früher nie hätten halten können.

So schön der Augenblick für Sie ist: Wie lange kann das noch gutgehen?

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Veröffentlicht: 22.02.2013, 11:15 Uhr

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